Beiträge

Volksbühne als Abspielstätte?

18. September 2017. Der Spiegel wertet in seiner aktuellen Ausgabe (Ausgabe 38/2017) die seit September öffentlich zugänglichen Haushaltsunterlagen über Stellenbesetzung und Finanzplan der Berliner Volksbühne aus und resümiert zuspitzend: "Chris Dercon, der neue Intendant der Berliner Volksbühne, treibt den Umbau des traditionsreichen Theaters in eine Abspielstätte von Fremdproduktionen konsequent voran."

Wer ist das Volk?

1. September 2017. "Berlin und Gegenwind, das bedeutet eigentlich dasselbe, nicht?" sagt Volksbühnen-Intendant Chris Dercon im siebenminütigen Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin (31.8.2017) – in dem es zunächst und vor allem um den Kulturstreit geht, den seine Ernennung als Ablöser von Frank Castorf über Berlin hinaus ausgelöst hat.

"Was wird da für ein Bild wiederholt?"

31. August 2017. Für Deutschlandfunk Kultur hat Sigrid Brinkmann die Autorin Darja Stocker interviewt, die sich unlängst in einem Beitrag für den Blog des Magazins Merkur über strukturellen Sexismus an Schreibschulen Gedanken machte – am konkreten Beispiel der UdK, wo sie selbst szenisches Schreiben studierte.

Politisch? Partisanenartig!

8. Juli 2017. Reine Unterhaltung oder relevante Unternehmung? Zum Thema Politik und Theater hat Tim Hofmann von der Freien Presse (6.7.2017) Roland May befragt, den Generalintendanten des Theaters Plauen-Zwickau.

Wer beweist, dass jemand seine Machtposition ausübt?

28. August 2017 . Im Zuge der Diskussion über den Sexismus an deutschen Schreibschulen hat Darja Stocker auf dem Blog der Zeitschrift Merkur eine Replik an ihre Kritiker*innen veröffentlicht Sexismus, was ist das? Eine Replik. Wir geben hier einige Auszüge des umfangreichen Textes:

Einmal Mondlandung bis Internet

6. Juli 2017. Vom dritten Berliner Intendantenabschied in nur einer Woche berichtet Matthias Heine in der Welt (5.7.2017): Der Kindertheater-Miterfinder Volker Ludwig hat die Leitung des Grips-Theaters an seinen Nachfolger Philipp Harpain übergeben.

Klischees mit wahrem Kern

26. August 2017. Für Deutschlandfunk Kultur analysiert Tobi Müller die Debatte über Sexismus im Studiengang Szenisches Schreiben der Universität der Künste Berlin, die durch einen Artikel von Darja Stocker im Blog des Merkur (hier unsere Zusammenfassung) ausgelöst wurde und mit Erwiderungen von Anne Rabe und Oliver Bukowski auf nachtkritik.de weiterging.

Mein Le­ben, mei­ne Hül­le, mein Schne­cken­haus

6. Juli 2017. Im "Bilanzgespräch" mit Peter Kümmel von der Zeit (6.7.2017) erklärt Claus Peymann anlässlich seines Abschieds vom Berliner Ensemble noch einmal sein Verständnis von Theater als "Ort der staat­lich sub­ven­tio­nier­ten Op­po­si­ti­on" und der "Er­zie­hung des Men­schen­ge­schlech­tes durch die Kunst". Als selbsternannter "Kon­trol­leur der Mäch­ti­gen" habe er sich in Berlin den Kopf eingerannt, so Peymann: "Mei­ne Wei­ge­rung, mich ins Höl­der­lin­sche Türm­chen zu­rück­zu­zie­hen – das ist es ver­mut­lich, was mich heu­te end­gül­tig zum Mons­trum macht."

Der neue öffentliche Raum

"Vielleicht wird man einmal sagen, dass das Aufeinandertreffen von Theater und Virtual Reality (VR) einen ähnlich starken Einschnitt bedeutete wie die blasphemische Idee, Möbel auf die Bühne zu stellen", schreibt Philipp Bovermann in der Süddeutschen Zeitung. "Als Mitte des 19. Jahrhunderts Stühle, Tische und nach und nach die ganze Alltagswirklichkeit ins Theater einzogen, anstelle von bemalten Kulissen, da wussten die Schauspieler zunächst kaum, wie ihnen geschah. Nun stellen sich junge Theatermacher eine ähnlich verrückte Frage: Kann man eigentlich auch digitale Räume bespielen?"

Theater um ein schwules Känguru

5. Juli 2017. Das Kinderstück Ein Känguru wie du am Theater Baden-Baden, in dem es um ein schwules Känguru geht, wird nach zwölf Vorstellungen nicht in den neuen Spielplan übernommen, offenbar wegen fehlender Zuschauer, berichten taz und Spiegel online.

"Und was hat das mit Sexismus zu tun?"

13. August 2017. Die Online-Ausgabe des Merkur widmet sich in den letzten Wochen dem Thema Sexismus an Hochschulen. Einer der Texte stammt von der Dramatikerin Darja Stocker, die ab 2006 an der Berliner UdK Szenisches Schreiben studierte und von erschütternden Erfahrungen während der Zeit und auch danach an Theatern berichtet.

Geschäftsführer verursacht Imageschaden

3. Juli 2017. Andreas Montag hat für die Mitteldeutsche Zeitung (28.6.2017) mit der Opernchef der Bühnen Halle Florian Lutz über die Probleme mit Geschäftsführer Stefan Rosinski gesprochen.

Das ist doch reiner Gogol!

3. August 2017. "Ist das Russlands Zukunft? Diese Willkür? Die Herrschaft religiös-orthodoxer Eiferer?", fragt Sonja Zekri von der Süddeutschen Zeitung (2.8.2017) den russischen Regisseur Kirill Serebrennikow. Schon möglich, antwortet der: "Russlands Schicksal entscheidet sich jetzt, in diesem Moment." Die Reaktionären gewännen womöglich die Oberhand. Angriffe auf die Kunst gingen von Leuten aus, die innerhalb des Apparates säßen, so Serebrennikow. "Das sind keine fernen Verrückten, sondern Abgeordnete, Senatoren, Minister. Sie versuchen, den Fundamentalismus zu einer offiziellen Ideologie zu machen."

Für eine neue Kargheit

1. Juli 2017. Niklas Maak fragt heute in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (1.7.2017), wie es sein könne, dass die Sanierung des Frankfurter Theaters rund 900 Millionen Euro kosten solle, und ein Neubau genauso viel.

Kapitalistischer Realismus

24. Juli 2017. Für den Tagesanzeiger und den Bund ist Andreas Tobler mit Milo Rau in den Kongo gefahren, wo Rau seinen Film über sein Kongo Tribunal vorstellt. Im Vor-Ort-Interview mit Tobler sagt Rau zur aktuellen Lage im Kongo: Die Auseinandersetzungen um Rohstoffe (Gold und Coltan) verschärften sich weiter; "auch die kongolesische Regierungskrise hat sich seit 2015 zugespitzt: Die Region um die Grossen Seen, wo mein Film spielt, hat sich weiter destabilisiert; (…) Das offene Chaos ist ausgebrochen, überall spriessen neue Rebellengruppen aus dem Boden, die Politik der Konzerne wird immer rücksichtsloser."

Aus bauökonomischer Sicht gefragt

1. Juli 2017. In Bonn wird über die anstehende Sanierung der Oper, der Kammerbühne und der Halle Beuel gestritten. Andreas Baumann im General-Anzeiger (1.7.2017) beschreibt die Positionen der steitenden Parteien.

Nicht mehr Top-Liga?

20. Juli 2017. In der Neuen Zürcher Zeitung (14.7.2017) führt Theaterkritikerin Daniele Muscionico ein langes und kritisches Interview mit dem Zürcher Kulturdirektor Peter Haerle. Ausgangspunkt ist die Veröffentlichung einer Studie über die "Tanz- und Theaterlandschaft Zürich", die die Stadt bei der Unternehmensberatung Integrated Consulting Group ICG (Graz/Wien) in Auftrag gegeben hatte.

Wer will Unfrieden schaffen?

1. Juli 2017. Von Unstimmigkeiten und ungewöhnlicher Personalpolitik am Staatstheater in Meiningen berichtet die Ostthüringer Zeitung (1. Juli 2017).

Welches Theater braucht die Stadt?

15. Juli 2017. Eine Bilanz der Ära Barbara Mundel, die am Theater Freiburg elf Jahre währte, versucht die Badische Zeitung. Alexander Dick und Bettina Schulte führen ein Gespräch mit der Intendantin, deren Namen für das Residenztheater in München im Gespräch sei. Wir geben Streiflichter.

Eine starke Wahl

30. Juni 2017. Martin Kušej wird Direktor des Burgtheater, er, der mit Wien noch eine Rechnung offen hatte. Und die ersten Wiener Presse-Reaktionen zeigen sich angetan von der "starken Wahl" mit "Glamour-Faktor" und vermuten, dass die Wahl eine tiefe Befriedigung für ihn sei.