"Hoffentlich lebe ich noch so lange"

3. Juni 2019. Für die FAZ führten Simon Strauss und Hubert Spiegel aus Anlass des 95. Geburtstag ein Gespräch mit Günther Rühle, dem ehemaligen Feuilletonchef der Zeitung und Chronisten des deutschsprachigen Theaters. Wir fassen einige Partien zusammen.

Ein Coup

Berlin, 23. Mai 2019. Für Juni erwartet die Berliner Presse eine Entscheidung der Kulturpolitik über die Neubesetzung der Volksbühnen-Intendanz am Rosa-Luxemburg-Platz. Und also läuft sie sich warm beim Vorbringen (vermutlich) aussichtsreicher Kandidat*innen.

Versuchsstation des Weltuntergangs

16. Mai 2019. Seine Dankesrede zur Verleihung des Anton-Wildgans-Literaturpreises der Österreichischen Industrie hat der Schrifsteller Daniel Kehlmann für einen politischen Appell genutzt, wie der Standard meldete.

"Her mit einem neuen deutschen Theater!"

30. März 2019. Shermin Langhoff leitet seit 2013 das Gorki-Theater und ist erst die zweite Berliner Intendantin seit Ruth Berghaus. Im Interview mit Arno Widmann in der Berliner Zeitung (online 29.3.2019, 17:07 Uhr) macht Shermin Langhoff klar, was sie vom deutschen Theater erwartet.

Theater voll auf Tinder

16. Mai 2019. "Es gibt gute Gründe, das Theater als Unterbrechung der Reflexe des digitalen Verbundenseins zu schätzen. Doch gerade diese Festivalausgabe zeigt, dass das Theater Zustände hervorbringen will, die wir auch von den Plattformen kennen", resümiert Tobi Müller in der Schweizer Wochenzeitung (16.5.2019) die erste Hälfte des Berliner Theatertreffens.

Vier-Punkte-Programm für mächtiges Theater

5. März 2019.  "Man kommt mit diesem Post-Post-Zeugs nicht weiter", so Robert Hunger-Bühler in einem unterhaltsamen Interview in der Neuen Zürcher Zeitung über die Bedeutung des Theaters.

Den Leib finden, der nicht schon da ist

14. Mai 2019. Fabian Hinrichs konstatiert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (13.5.2019) eine "durch die immer körperloser gestaltete Arbeits- und Lebenswelt" mächtiger wirkende Verschiebung: "zugunsten eines Zugangs zur Welt durch Begriffe und Erfahrung zulasten eines Zugangs zur Welt durch die Sinne und Wahrnehmung". Er zeigt sich verwundert darüber, dass ein "Theater und damit ein Schauspiel, das in den Interpretationsversuchen von Regie und Dramaturgie seinen Mittelpunkt sucht", als "das Normale", als das "Theater an sich" wahrgenommen werde. Es handele sich um ein Theater, das hinsichtlich "seiner Herstellungsart, seines Schauspielverständnisses und seiner Aufführungswirkung" weitgehend ein "begegnungsloses" und schlimmer noch ein "unkünstlerisches" Theater sei.

Engagement gegen Rechts beschädigt?

28. Februar 2019. In der ZEIT berichten Chris­ti­ne Lem­ke-Mat­w­ey und Adam So­boc­zyn­ski über die Broschüre Al­les nur Thea­ter? Zum Um­gang mit dem Kul­tur­kampf von rechts. Neben Lob für "kon­kre­te, in­tui­tiv rich­ti­ge und hilf­rei­che Rat­schlä­ge für Thea­ter­ma­cher" gehen sie vor allem auf die Soll-Seite ein, in der es um ei­ne "Po­si­ti­ons­be­stim­mung von Kunst und Kul­tur" gehe, eine Analyse der ge­sell­schaft­li­che Ge­samt­la­ge mit dem Schluss, der "Kul­tur­kampf von rechts" wer­de be­reits in den Feuille­tons ge­führt.

Unfreiwillig gegangen?

8. Mai 2019. Das Frank­fur­ter Schau­spiel freut sich zur Spielplan-Präsentation über ein vol­les Haus – aber hin­ter den Ku­lis­sen gibt es Är­ger, schreibt Simon Strauss in der FAZ, weil Inszenierungen von Ulrich Rasche und Luk Perceval abgespielt werden. Und weil Marion Tiedtke geht.

Defizit im Tanz

27. Februar 2019. In der Berliner Zeitung schreibt Michaela Schlagenwerth über das "institutionelle Defizit im Tanz" innerhalb der Berliner Theaterlandschaft. Die gesamte Szene mit allen Orten, Ensembles und Akteur*innen erhalte "pro Jahr gerade einmal genau so viel wie ein einzelnes Sprechtheater, die Schaubühne", zitiert Schlagenwerth aus einem Bericht des Runden Tisches Tanz, den die Verfasserinnen Elisabeth Nehring und Karin Kirchhoff erstellt haben.

"Die Orestie" in Mossul

13. April 2019. Milo Rau schreibt in einem umfänglichen Text in der taz (13.4.2019) über die "Orestie", die er in Mossul mit belgischen und irakischen Schauspielern inszeniert hat. Wir geben knappe Auszüge.

Zuwenig für zuwenige

14. Januar 2019. In der Berliner Zeitung berichtet Petra Kohse über ein vom Kultursenat beauftragtes Gutachten zur Neuvergabe der städtischen Konzeptförderung für die Freie Szene der Journalist*innen Ute Büsing und Frank Schmidt und der Theaterwissenschaftlerin Sandra Umathum – das zum Ergebnis kommt, dass die derzeitigen Förderstrukturen sowie die Künstler*innen selbst prekäre Strukturen aufrecht erhalten und trotzdem nicht genug Geld für alle da ist, die in Berlin arbeiten.

"Ich würde mitunter auch Menschen vor Wasserwerfern Schutz bieten"

13. April 2019. Der Standard aus Wien veröffentlicht unter der Überschrift "Martin Kušej will Burgtheater zu 'Hort der Opposition' machen" ein langes Gespräch von Margarete Affenzeller und Stephan Hilpold mit dem künftigen Burgtheaterdirektor Martin Kušej (online 12.4.2019, 12. April 2019, 13:00). Es gibt dazu ein kleines Video und unten drunter massenhaft pestige Mails gegen Kušej. Wir geben einige Kernaussagen in Auszügen.

Neuer Kanon

12. Januar 2019. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung in Person von Theaterredakteur Simon Strauß will der Verengung der Theaterspielpläne auf einen überschaubaren Kanon wieder und wieder nachinszenierter Stücke (von Tschechow, Büchner, Shakespeare & Co.) etwas entgegensetzen und kündigt eine Artikelserie für eine neue, diversere Spielplangestaltung an.

Auslastung gut, Frauen- und Kunstquote schlecht

10. April 2019. Die letzte von 107 Premieren der Ära Karin Bergmann steht an, Margarete Affenzeller fragt im Wiener Standard (online 10.4.2019, 6 Uhr) nach den Erfolgen und den Misserfolgen der ersten Burgtheaterdirektorin.

Freier Eintritt gegen Populismus

10. Januar 2019. Bei der gestrigen Programmpräsentation des Theater Kosmos in Bregenz teilte Hubert Dragaschnig einer der beiden künstlerischen Leiter mit, dass FPÖ-Mitglieder für die vier Produktionen dieses Jahres freien Eintritt im Theater erhalten werden. Das schreibt der ORF Vorarlberg auf seiner Website.

Geldkämpfe gleich zum Start

4. April 2019. Über ihr genaues Programm am Schauspielhaus Zürich sprechen Benjamin von Blomberg und Nicolas Stemann noch nicht, aber launig liest sich das Interview mit ihnen in der ZEIT. Es geht um Ästhetik, Ankommen – und um den Kampf gegen Subventionskürzungen gleich zum Start.

"Vielleicht interessieren sie sich für ein anderes Theater?"

5. Januar 2019. Der Kulturchef des Mannheimer Morgen Stefan Dettlinger spricht mit dem Intendanten des Mannheimer Nationaltheater Christian Holtzhauer über dessen erste 100 Tage an der Spitze des "größten Vier-Sparten-Theaters der Welt".

Langer Marsch durch die Institution

3. April 2019. Wie geraten Menschen mit türkischem Familienhintergrund, aufgewachsen in prekären Verhältnissen ins weiße, deutsche Theater? Im Zürcher Tages Anzeiger (online 2.4.2019, 18:02 Uhr, Paywall) erzählt Alexandra Kedves eine ebenso exemplarische wie rare Geschichte. Sie porträtiert den "Polit-Dramatiker Necati Öziri", der seit Herbst 2017 als Dramaturg beim Theatertreffen der Berliner Festspiele und als Leiter von dessen Internationalem Forum arbeitet.

Sozial kompetente Person gesucht

22. Dezember 2018. Im Interview mit Sophie Reinhardt und Lena Rittmeyer von der Berner Tageszeitung Der Bund sagt die Stiftungsratspräsidentin des Konzert Theaters Bern Nadine Borter zur laufenden Suche nach einem neuen Intendanten (nach dem Rücktritt von Stephan Märki im Juli 2018), man suche keinen Regie führenden Intendanten: "Regie zu führen, ist eine grosse Aufgabe und an viele Ressourcen gebunden. Aus Sicht des Stiftungsrats kommt das darum bei der neuen Intendanz nicht infrage, die eine genügend grosse Führungsaufgabe zu erfüllen hat."