Hilflos der eigenen Perfektion gegenüber

von André Mumot

7. Oktober 2014. Man kann es sich vorstellen, bildlich, wie er sich dann zwischendurch, inmitten der schönsten Aufbrauserei, an den Kopf fasst und ganz fassungslos ausstößt: "Alles, was ich hier sage, klingt ja wahnsinnig reaktionär!" Aber wenn Thomas Ostermeier einmal im Schwung ist, wird eben ausgeteilt – gegen eine Gegenwartsgesellschaft, die "widerspruchsfrei ist und befriedet und larmoyant" und deshalb auch meistens das Theater bekommt, das sie verdient.

ostermeier joerder cover 140 u Facebook und Discofox

Da muss dann auch, ganz pauschal, das Internet den Kopf hinhalten, das, "wenn es einem die Möglichkeit gibt, sich hinter der Anonymität zu verstecken, ein Drecksladen ist. Ein unzivilisierter Drecksladen." Weil es "wahrscheinlich eher einschläfernd und entsolidarisierend und vereinsamend als bewusstseinsfördernd ist." Die Hoffnung auf Besserung aber gibt Ostermeier nicht auf, sieht die Zeitenwende schon zum Greifen nahe, "weil die digitale Welt die Sehnsucht nach dreidimensionalen Erlebnissen steigert". Smartphone also aus, rein in die Schaubühne und das Twittern auf später verschieben? "Die Entwicklung ist doch schon überdeutlich: Anti-Facebook-Bewegung, Anti-Internet-Bewegung. (...) Facebook ist ein Phänomen wie Discofox, tanzt heute auch keiner mehr."

So grollt und räsoniert Thomas Ostermeier, 150 eher schmale Seiten lang, befragt vom ZEIT-Autor und langjährigem Theatertreffen-Jury-Mitglied Gerhard Jörder im neuen Band der schlanken "Backstage"-Reihe im Theater-der-Zeit-Verlag. Das Ergebnis ist ein größtenteils moderat ablaufendes Interview, das sich en passant durch die persönliche Biographie des Befragten arbeitet, durch die Rebellen-Jugend in der Lüneburger Heide und in Landshut, sich vor allem aber die Etappen der künstlerischen Karriere vornimmt, die ersten Erfolge in der Baracke des Deutschen Theaters und die bis heute andauernde Leitung der Berliner Schaubühne mit ihren Hoch- und Tiefpunkten im In- und Ausland.

Es wird Einschlägiges über Sarah Kane, Ibsen und Shakespeare verlautbart, und dann und wann darf auch mal eine kleine Episode zur Auflockerung dienen: Wie etwa beim Hamlet-Gastspiel in Ramallah die Kalaschnikow geklemmt hat und Lars Eidinger ins Publikum gefragt hat, ob sich jemand mit diesen Dingern auskenne: "Antwort: Alle! Und einer sprang sofort auf die Bühne, unser Bühnenmeister dazu, und dann hat die Waffe wieder funktioniert."

Großer Bruder, kleiner Bruder

Das alles gibt nicht viel her, es ist ein Punkte-Abhaken, erfüllte Chronistenpflicht ohne tiefere Erkundungen. Umso mehr Fahrt nimmt die Sache auf, wenn es darum geht, Ostermeiers Künstlerpersönlichkeit, sein Arbeits-Credo zu definieren. Hier zeigt sich dann der hochfliegende Realpolitiker und sachliche Choleriker, der konservativ und radikal zugleich sein möchte, in einer bärbeißigen Suada der Selbstwidersprüche – irgendwo zwischen demütiger Bescheidenheit ("Weil ich denke, dass die größte Regieleistung wahrscheinlich ohnehin darin liegt, als Regisseur ganz hinter einer Aufführung zu verschwinden") und fröhlichem Größenwahn ("Ich bin irgendwie hilflos meiner eigenen Perfektion gegenüber.") Fest steht jedenfalls, und das kann er nicht oft genug betonen, dass seine Inszenierungen auf den Auslandstourneen quer über den Globus jährlich 80.000 Zuschauer finden und wegen ihrer Gewagtheiten geliebt und bewundert werden, während die deutsche Kritik ihm permanent glattgebügelte Fernsehästhetik unterstellt: "Aber vielleicht könnte einer auch mal wachsende künstlerische Anteile in meiner Arbeit ausmachen!"

Dabei sieht er sich selbst als dringend notweniges Korrektiv im zeitgenössischen Theaterbetrieb, als den kleinen Bruder der Dekonstruktivisten: "Wenn die großen Brüder alles eingerissen haben, muss einer ja die Scherben wieder aufsammeln und zusammensetzen – das mache ich." Ostermeiers Theater will sich abheben von postmodernen, postdramatischen Ironiegeplänkel, sucht seit jeher einen handfesten Gegenpol im gesellschaftskritischen Edel-Realismus: "Unfassbar", sagt er, "dass dieses Spiel mit Ableitungen, mit Medien, mit tausend Formen so überhandgenommen hat, dass das eigentliche Thema, den Menschen zu begreifen, derart in den Hintergrund getreten ist."

Mikrosoziologische Aufklärung

Wer sie gesehen hat, die wirklich großen großbürgerlichen Ostermeier-Aufführungen, seine kalte, gefährliche "Hedda" vielleicht, oder wer sich in den so durchpolierten Abenden wie den "Kleinen Füchsen" neulich doch noch darauf eingelassen hat, die schauspielerischen Zwischentöne des Ensembles auf sich wirken zu lassen, weiß, dass er hier tatsächlich etwas in die Waagschale zu werfen hat, eine Genauigkeit des Menschenblicks, ein beherztes, kluges Ausmerzen hohler Darstellungsklischees. Der Anspruch aber, den er an sich und sein Theater formuliert, ist hoch, will er doch ein "aufklärerisches Theater, das in einer Art Beichtspiel untersucht, wo die eigene Anfälligkeit für Korruption, Lüge Heuchelei und umgekehrt auch die eigenen positiven Eigenschaften liegen, eine mikrosoziologische Aufklärung, die erforscht, was in den Familien und Zweierbeziehungen passiert, ohne dass es einem bewusst wäre."

Das Papier beginnt zu knistern, wenn auch erst auf den letzten dreißig Seiten, auf denen man, dem Furor des Intendanten und Regisseurs sei es gedankt, das Gefühl bekommt, ohne so ein gedankenklares No-Nonsens-Ostermeier-Theater wirklich nicht auskommen zu können. Die Welt will er verändern, sagt er, immer noch, aber eben ausgerechnet mit Geschichten und Dialogen und Schauspielern, die weder unmotiviert rumschreien, noch dumme Witze machen. Kein Reaktionär ist er also, sondern ein Revoluzzer? "Revolutionär ist es heute, wenn man wieder etwas aufbaut – und das", fügt er konziliant hinzu, "kann ja die nächste Generation wieder einreißen."

 

Gerhard Jörder
Ostermeier – Backstage
Mit einem Vorwort von Gert Voss
Theater der Zeit, 152 Seiten, 18 Euro

 

Die Buchpremiere findet am am 10. Oktober 2014 um 19:30 Uhr in der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz statt.

Mehr Buchkritiken gibt es hier.

Kommentare

Kommentare  
#1 Buch Ostermeier Backtage: PunktlandungD.Rust 2014-10-07 13:15
Wie schön! Und zeitlich eine Punktlandung. Perfekt. Ily.
#2 Buch: Ostermeier Backstage: überfälligD. Rust 2014-10-07 14:50
Ostermeier-Backstage – ein überfälliges Buch und eine vielleicht zu harmlose Befragung. Dies scheint mir überhaupt ein deutsches Ostermeier-Kritiker-Problem zu sein. Seit Jahren. Ich habe seine luzide Härte immer als Herausforderung erlebt, die einen auch in die eigenen Untiefen treibt und war und dafür dankbar, dass ich das erleben konnte. Und mich hat immer gewundert, weshalb die starken Frauen – und das hat ja, wie zuletzt bei den Füchsen, die Kritik immer gern attestiert – für die er explizit so „ein Händchen“ hatte, sich immer nie so recht geäußert haben zu seiner Probenarbeit. Zu dieser Arbeit im Off, die ja das wichtigste ist am Theater. Oder weshalb der Eidinger, ein so begabter Schauspieler - da höchstens Albernheiten kumpelhafte Albernheiten von sich geben konnte, obwohl er doch anderseits unsagbar ernsthaft und verantwortungsvoll entwickelt wurde vom Ostermeier. Mich hat immer gewundert, dass sich die ebenfalls erfolgreichen Regiekollegen in Deutschland so zurückgehalten haben. Ihm nichts entgegensetzten, an dem er sich abarbeiten konnte, reifen. Die eigentliche bisherige große Leistung Ostermeiers scheint mir zu sein, dass er so einsam gereift ist und da trotzdem nie larmoyant geworden deshalb. Er ist einfach künstlerisch unglaublich diszipliniert und getragen von einem großen Verständnis für das Menschliche bei allem und allen um ihn herum… Schön und passend auch, dass hier Voss einführt und kein anderer. Ein adäquater Nachklang - Schade, dass ich nicht dabei sein kann am 10. – Für diese Buchvorstellung und die weitere Arbeit alles Gute, Thomas!
#3 Buch: Ostermeier Backstage: sehr genau, fast intimK. Budde 2014-10-07 16:18
Also diese Kritik kann ich wirklich nicht verstehen. Ich hab das Buch grade gelesen, noch nicht komplett durch, aber was ich bisher erfahren habe, ist weit mehr, als ich je irgendwo über Ostermeier gelesen habe. Und so wie Jörder nachfragt, wirkt es nicht, als habe sich O. da hingesetzt und angefangen alles abzufeuern. Das ist doch fast wie auf der Couch, wie Ostermeier da befragt wird, sehr genau und fast intim. Ein ständiges Nachfragen, tiefer gehen. Und: Warum wollen Kritiker eigentlich eine Ostermeier-Biografie lesen, in der Ostermeier fertig gemacht wird? Geht's noch? Kritisches Nachfragen, klar, das lese ich hier aber auf jeder Seite (wie gesagt: soweit gelesen...). Ich finde das eine sehr oberflächliche Kritik von Herrn Mumot. Bin zum Beispiel bei der Schauspieler-Methodik hängen geblieben, die Ostermeier anwendet: hab ich vorher nicht gewusst. Und, ja: Wahnsinnsauslandserfolg! Ist doch spannend, mal zu überlegen, warum Ostermeier trotzdem in Berlin bleibt, wo ihn alle hassen. Vor allem Nachtkritik. Pollesch top, Ostermeier flop – so läuft das leider immer bei Nachtkritik, fällt das eigentlich nur mir auf?? Was Ostermeier irgendwo weiter hinten über die Postmoderne sagt, sollten die Nachtkritiker mal ganz genau lesen. Diese Arroganz, mit der hier über bestimmte Inszenierunngsstile geschrieben wird, geht mir langsam echt auf die Nerven.
#4 Buch Ostermeier: von Wertschätzung durchzogenLara Soft 2014-10-07 19:17
@K. Budde: lesen Sie doch bitte etwas genauer. Die Rezension ist durchzogen von großer Wertschätzung für den Künstler und seine Theaterarbeit. Mir scheint, Ihr Furor ist recht reflexhaft und oberflächlich.
#5 Buch Ostermeier: Leben am Lehniner PlatzGuttenberg 2014-10-07 19:53
"eine Gegenwartsgesellschaft, die "widerspruchsfrei ist und befriedet und larmoyant""?
Also das gilt vielleicht für den Kiez um den Lehniner Platz und Flughafen Tegel herum. Und selbst da könnte man vielleicht nochmal genauer hinschauen.

Wie hieß es doch so schön im Naturalismus? Er zeige une tranche de vie. Ostermeier zeigt seine tranche de vie, und er tut das sehr gut. Er erzählt von den Leuten vom Lehniner Platz für die Leute vom Lehniner Platz. Aber so zu tun, als sei das la vie elle même, hätte ich ihm nun doch nicht zugetraut. Hat er die anderen Personenkreise, mit denen er so fulminant anfing, den 3.1 oder Shoppen und Ficken, in der Fixierung auf das bürgerliche Heldenleben so ganz vergessen?

Vielleicht lässt sich das mit Karl Kraus verstehen: Wunderkinder sind immer auch Wunder an Zurückgebliebenheit.
#6 Buch Ostermeier Backstage: priviligierter StandpunktInga 2014-10-07 22:39
@ Guttenberg: Müssen es denn gleich wieder die Extreme sein? Der "Personenkreis 3.1" oder die "Techno-Drogen-Junkies" von "Shoppen und Ficken"? Davon abgesehen, würde ich Ihnen ansonsten zustimmen und für mehr kulturelle und soziale Vielfalt plädieren, welche sich auch in der Theaterarbeit widerspiegeln sollte.

Ostermeiers Kritik am heute häufig nur noch platt-epigonalen Dekonstruktivismus vieler Theatermacher kann ich dagegen nachvollziehen. Was auch mir am aktuellen Theater zunehmend fehlt, sind erzählte Geschichte(n) und Poesie. Was nichts mit "Edel-Realismus" zu tun hat. Und doch erscheint es mir als ein Bruch, dass Ostermeier von seinem privilegierten Standpunkt aus offenbar immer noch verallgemeinernd "die Revolution" fordert. Entsteht der Wunsch nach Freiheit und Gleichheit dagegen nicht immer nur aus konkreten Lebenserfahrungen heraus? Kurz: Man kann sich die Frage nach "der Revolution" möglicherweise schlicht nicht leisten, wenn man mit dem Alltag zu kämpfen und/oder nichts zu essen hat.
#7 Buch Ostermeier: genießenOlaf 2014-10-09 01:30
Ich mag Ostermeier und seien Inszinierungen. Punkt... Danke!
Man musste Leonardi da Vinci auch nicht fragen nach dem Warum. Genießt oder lasst es sein.
#8 Buch Ostermeier: mehr Perfektion!nullisma 2014-10-09 12:16
Das Buch macht neugierig. Ich stamme ja aus Berlin und lebe aber in Wien. Mein Freund und ich haben sozusagen getauscht. Als Wiener gehört es für ihn zum guten Ton, zweimal im Monat ins Theater zu gehen. Die Schaubühne ist am nächsten an unserer Wohnung und so habe ich auch schon was vom Ostermeier gesehen als ich zu Hause zu Besuch war. Ehrlich gesagt, habe ich da an manchen Stellen wirklich si ein Gefühl gehabt Wowdasistabsolutperfekt! Z. B. wie er das mit der Musik macht. Im Volksfeind z.B. Oder dieser Ascheregen in den Kindertotenliedern, das hatte echt Gänsehautfaktor! Oder wie der Bierbiechler da aufsteht vom Tisch als dieser Junge, in den der Aschenbach sich – ja, verliebt? hat und dann so voller ehrfürchtiger Zurückhaltung seinen Jacketknopf zunästelt, da hat man doch Tränen am Anschlag gehabt! Also ich jedenfalls, mein Freund eher nicht, der hat immer nur die ungebügelte Tischdecke im dargestellten Restaurant gesehen! (Männer!)… Da war so unendlich viel drin: Liebe, Angst davor, sie zu zeigen, Respekt vor den Gefühlen eines Fremden, vor jemandem aus anderer Generation, Bewunderung für die grundlose Schönheit der Jugend und solche Sachen. In so einer kleinen Geste. Na, gut – das hat ja der Bierbichler gemacht. Aber der Ostermeier muss ihn ja irgendwie dahingebracht haben, dass er das machen kann und den Willen gehabt haben, genau das, was der Bierbichler da zeigt, auch einem Publikum zu zeigen… Wie gesagt, das war schon perfekt, finde ich… Aber andere Sachen fand ich dann gar nicht perfekt. Und das hat mich total gewundert. Wie Perfektion und diese andere offensichtliche Nichtperfektion so zusammengehen. Wenn er in Interview sagt, dass er hilflos seiner eigenen Perfektion gegenüber ist, klingt das, finde ich total eingebildet. Das geht doch gar nicht! (Männer!) Man kann gegenüber dem eigenen, unauslöschbar charaktereigenen Streben nach Perfektion gegenüber hilflos sein. Das geht. Aber richtige richtige Perfektion, also Perfektion als eine feststehende Sache, kann es doch gar nicht geben. Das ist doch immer nur so eine Augenblickssache. Es gibt vielleicht einmal einen perfekten Moment. Wenn alles gut geht. Und wenn man den einmal erlebt hat, kann man natürlich süchtig werden danach, den wieder und wieder erleben zu wollen. Aber Perfektion ohne den Zeitfaktor geht nicht. Was im Moment perfekt war ist ja im nächsten schon wieder nicht so perfekt, da gehört dann schon wieder was anderes, irgendwas mehr – irgendwas weiteres, schnelleres, höheres, tieferes – dazu, damit wieder was einen Moment perfekt ist. Wenn alles perfekt ist, ist man tot. Kann man ja dann auch sein. Weil ja dann alles perfekt ist. Wenn der Ostermeier wirklich hilflos gegenüber der eigenen Perfektion wäre, wär er ja dann hilflos gegenüber dem eigenen Tod – das ist ja Quatsch, weil er ja doch lebt- naja. Ich fand jedenfalls bei dem was ich gesehen habe, dass da mehr von der Perfektion, die da schon zu sehen war reingepasst hätte. Nur, wenn er Angst hat davor, dann muss man wohl auf mehr Gänsehaut oder Tränen im Anschlag oder großes Gelächter verzichten. Schade.
#9 Buch Ostermeier: LederjackenfraktionInga 2014-10-09 18:01
@ Olaf: Genießt es oder lasst es sein. Ja. Genau. Unerträglich, dieses patriarchale Geschwätz der Lederjackenfraktion vom alt gewordenen SDS! Widerlich!
#10 Buch Ostermeier: was widerlich bedeutetD.Rust 2014-10-09 19:45
Inga, in ihren Kommentaren erscheint überdurchschnittlich oft das Wort "widerlich", wenn ich mich nicht irre. Ich kenn Sie aber ja noch nicht so lange... Können Sie sich das erklären oder mir einmal erklären?
#11 Buch Ostermeier: mehr trauenErnie 2014-10-09 20:01
Guttenberg: Ich finde auch, dass sich Ostermeier, von dem ja im Ausland immer alle angeblich schwärmen, zu wenig traut. Ich war neulich mal in der Schaubühne und habe die Premierenzeitung gelesen. Fand ich ja spannend, dass er in seiner Inszenierung von Richard dem 3. alles mit Männern machen wollte. Shakespeare hatte ja auch nur Männer, das wäre doch interessant zu sehen, was bei re-experimentellen Arbeitsgrundlagen dann rauskommt heute mit ja bestimmt einem auf modern gemachten Text! – Sofort hat natürlich gleich wieder eine Frau vorgeschlagen oder dagegengehalten, warum er das nicht alles mit Frauen machen will – ätzend, dieser Sofort-Feminismus und dass das auch immer seine Wirkung nicht verfehlt! – Er hat jedenfalls nicht nein gesagt dazu. "ch habe immer das Gefühl, der will sich mit keinem so richtig anlegen. Ein bisschen ja, aber so richtig nicht. Kann eben nicht jeder ein Castorf sein oder Pollesch.
#12 Buch Ostermeier: gern mit ihm arbeiteneffi 2014-10-10 01:35
...ich mag seine Inszenierungen sehr und würde zu gerne mit ihm arbeiten...
#13 Buch Ostermeier: deutsches Spätbürgertum ist nicht die WeltGuttenberg 2014-10-10 01:53
Lieber Ernie,
vor ein paar Jahren gab es einen wunderbaren Edward II. (Marlowe) nur mit Männern. Ich glaube nicht, dass Ostermeier keinen Mut hat. Ich wundere mich nur, dass er, der Weitgereiste, das deutsche Spätbürgertum, für dessen Befindlichkeiten er zweifellos ein immenses Beobachtungs- und Einfühlungstalent hat, für "die Welt" hält. Da liegt vermutlich ein Übertragungsfehler vor.
#14 Buch Ostermeier: richtige Fragen gestellttilia 2014-10-10 10:00
Das Buch von G.Jörder habe ich verschlungen. Weil vor allem die richtigen Fragen gestellt wurden! Ein keinesfalls "Punkte-Abhaken, erfüllte Chronistenpflicht ohne tiefere Erkundungen." Im Gegenteil: man lernt Ostermeier und sein Theater nochmal besser kennen. Danke!
#15 Buch Ostermeier: Perfektionunbekannt 2014-10-10 12:25
"Perfektion zeigt sich nicht dann, wenn man nichts hinzufügen kann,sondern dann, wenn man nichts mehr wegnehmen kann."

"Die Erweiterung der Möglichkeiten verkleinert des Raum für ihre Umsetzung." (Wilhem Schmid)
#16 Buch Ostermeier: Erfolg bringt Abschottungwurz 2014-10-10 14:36
Ostermeier ist meines Erachtens inzwischen dermaßen perfekt,
dass sich an der SB hinsichtlich Innen- wie Außenwirkung nur noch wenig bewegen kann; das betrifft meines Erachtens aber auch die VB und das BE usf. Mit der Länge und Größe des Erfolges findet auch stets eine Abschottung und Barrikadierung statt.

Die Laufzeit der Intendantenstellen sollten grundsätzlich auf 10 Jahre beschränkt sein, damit an allen Häüsern frischer Wind weht.
#17 Buch Ostermeier: Buchvorstellung heute in der Schaubühneunbekannt 2014-10-10 14:53
echt blöd, dass ich heute so wenig Zeit habe, ich würde sonst noch 50 Leute überreden heute für so wenig Kohle in die SB zu gehen... Sorry, aber jetzt muss ianaus...
#18 Buch Ostermeier: Das ist kein kalter Kaffee!K. Budde 2014-10-10 15:28
Kanns immer noch nicht fassen, dass Mumot so tut, als sei das alles kalter Kaffee, gäbe nicht viel her. Hat jemand noch andere Rezensionen gefunden? Bin bisher nur auf rbb Kulturradio gestoßen, da ist die Moderatorin (immerhin mindestens seit Personenkreis 3.1 im Geschäft, wie sie sagt) im Gespräch mit Ostermeier sehr überrascht über alles, was im Buch steht. Seh ich auch so.
#19 Buchkritik Ostermeier: nur Bestätigung der eigenen Meinung?@18 2014-10-10 16:52
Eine Frage an K. Budde: Wozu brauchen Sie eigentlich eine Bestätigung dessen, was Sie schon gelesen, und für gut befunden haben? Vielleicht sollten Sie selbst eine Rezension schreiben, wenn Ihnen die von Mumot nicht gefällt. Fraglich nur, ob die dann auch eine Kritik (also kritisch) wäre. Wenn es Ihnen hilft, dann lesen Sie bitte hier nach:
pagewizz.com/theater-der-zeit-thomas-ostermeier-rezension-31915/
#20 Buchkritik Ostermeier: Ostermeier vs. Hillje?Inga 2014-10-10 17:16
Mir schwant, und bitte geb mir ein/r Recht oder nicht, hier tobt/e ein Kampf zwischen den ehemaligen Freunden und gemeinsamen künstlerischen Leitern der Schaubühne, Thomas Ostermeier und Jens Hille, welcher ja jetzt bekanntlich Ko-Leiter des Gorki ist. Über einen Verteiler, in welchen ich offenbar einfach reingepackt wurde, empfahl man mir gestern einen Besuch im Gorki bzw. von Yael Ronens "Erotik Crisis". Jetzt empfiehlt hier der Konkurrent K. Budde einen Besuch an der Schaubühne. Nun muss ich mich entscheiden, zwischen einer Buchvorstellung und Bildertheater. Beides nur Zeichensysteme, welche erstmal gelesen werden müssen, was Irrtümer einschließt. Ich würde mal sagen, ich mache nichts von beidem, weil ihr beiden Leiter mir das verleidet habt. Über eure absurden Kämpfe habt ihr eine Theaterliebhaberin aus dem Theater vertrieben. Super, so bekommt ihr also eure Theater voll, indem ihr gegeneinander kämpft und auch noch das Publikum mit reinzieht? Wie kindisch ist das denn?

(Werte Inga,
auf was genau in der Buchkritik oder in dem daran anschließenden Thread gründet Ihre These, dass hier ein "Kampf" zwischen Ostermeier und Hillje ausgetragen würde – außer auf der Zufallstatsache, dass zwei Veranstaltungen an den von diesen beiden jeweils geleiteten Theatern an ein und demselben Abend stattfinden?
Freundliche Grüße,
Anne Peter / Redaktion)
#21 Buchkritik Ostermeier: Missfallen über AbwatschungK. Budde 2014-10-10 17:52
Meine Güte. Ich weiß schon, warum ich so selten bei Nachtkritik kommentiere – man wird am Ende einfach immer angepampt. Ich habe ein Buch gelesen, das mir gefallen hat, und ich bekunde mein Missfallen, dass ein Kritiker das oberflächlich abwatscht. Und zwar so huschhusch, dass aus dem "Beichtspiegel" auch noch ein "Beichtspiel" wird (oder nicht?). Nein, ich möchte keine eigene Kritik schreiben und ich glaube auch nach wie vor, dass dazu nicht jeder x-beliebige berufen ist, der grade mal ein Buch gelesen hat. Besten Dank aber für den Verweis auf Pagewizz. Das war's für mich, tschüß, NK-Kommentarwesen, es ist einfach zu ermüdend.
#22 Buchkritik Ostermeier: ohne Lederjacke gesagtOlaf 2014-10-11 02:56
Inga, ich muss Sie ja wohl nicht über Kunst aufklären! Sie hat zum Glück eine Eigenberechtigung ohne "widerlichen" Kommentare, von wem auch immer.
Und das darf ich wohl auch als Mann, stets ohne Lederjacke sagen.
#23 Buchkritik Ostermeier: bürgerlich beliebigjaja 2014-10-11 03:34
Ostermeier zeigt wieder einmal, daß er genau da angekommen ist, wo er sich nicht befinden will: in der bürgerlichen Beliebigkeit...er wettert gegen die angeblichen Gefühlsnachahmer und verliert sich in der sentimentalen Feinheit der Angepassten. Es gibt wunderbare Abende von ihm (ja, Kindertotenlieder!), die aber zumeist von den unangepassten und schrägen Protagonisten (Bierbichler, Eidinger!) getragen werden...nicht von der Regiearbeit. Ich wage mal zu behaupten: die hätten es auch ohne den Meister getan.... (...)
#24 Buch Ostermeier: Mona Lisas LächelnInga 2014-10-12 16:54
@ Olaf: Die Mona Lisa lächelt, und keiner weiss, warum. Vielleicht lächelt sie ja, weil sie glücklich darüber ist, dass sie nicht sexuell genötigt wurde. Sie haben vollkommen Recht: Genießt es, insofern ihr es auch wolltet, das heisst, euch bei vollem Bewusstsein frei dafür entschieden habt und also auch voll dabei wart. Tja, Olaf. Kennen Sie Ostermeier eigentlich persönlich?

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