Wie günstig das hier ist!

13. Oktober 2014. Der ehemalige Musikproduzent und neue Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner hat im Interview mit Ralph Bollmann von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (12.10.2014) Überlegungen zur Anhebung der Berliner Opernpreise veröffentlicht: "Ich bin überrascht, wie günstig manches ist. Früher fehlte das zahlungskräftige Umfeld. Jetzt haben wir eine andere Situation: Die Berliner Wirtschaft wächst seit 2002 ununterbrochen, jedes Jahr kommen über elf Millionen Touristen in die Stadt. Da müssen wir neu schauen, wie wir Preisstrukturen gestalten", sagt Renner.

FAS-Autor Bollmann unterfüttert diesen Opernvorstoß in seiner Meldung für die Online-Seite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit Zahlen: "Derzeit kosten an der Berliner Staatsoper die teuersten Karten für eine Repertoirevorstellung an einem Wochentag 84 Euro, an der Bayerischen Staatsoper sind es 132 Euro. Die öffentliche Hand schließt in Berlin 257 Euro pro Karte zu, in München sind es wegen höherer Kartenpreise und größerer Sitzkapazität nur 110 Euro."

Neben den Preisüberlegungen enthält das FAS-Interview auch Ausführungen zur Bedeutung der freien Szene gegenüber den Stadttheatern (Es "muss auch ein kultureller Underground entstehen können, der das Establishment angreift und bestehende Institutionen auch mal hinterfragt.") und zum kreativen Umfeld Berlins ("Es ist eine Stadt der Brüche, und es wird immer brüchig bleiben. Das Fertige blockiert das freie Denken."). Zudem wiederholt Renner seine Idee, alle Premieren der subventionierten Häuser per Live-Streaming ins Internet zu bringen: "Je transparenter wir im Netz zeigen, was unsere Bühnen können, desto voller werden die Häuser sein."

(chr)

 
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