Mehr als eine Vater-Sohn-Erzählung

20. Januar 2015. Der Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker, der in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal vergeben wird, geht an Lukas Linder für sein Stück "Der Mann aus Oklahoma". Das teilt das Schauspiel Leipzig mit, das die Uraufführung in einer Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen inszenieren wird, Premiere soll am 9. Juni im Rahmen des Festivals sein.

Die 10-köpfige Jury wählte den Text des 1984 in Uhwiesen in der Schweiz geborenen Nachwuchsautors unter 133 Einsendungen aus.

In der Jury-Begründung heißt es: "Lukas Linders virtuoses Stück 'Der Mann aus Oklahoma' ist weit mehr als eine klassische Vater-Sohn-Erzählung. In seinem Theatertext findet der Autor sowohl in der Figurenkonstellation wie auch sprachlich eine außergewöhnliche Form, die es ermöglicht, die Suche eines Jungen nach dem verschwundenen Vater in einer überzeichneten, witzigen Groteske zu erzählen und gleichzeitig die Sehnsüchte und Nöte des Kindes ernst nimmt. In atemberaubendem Tempo beschreibt Lukas Linder, teilweise mit comichaften Motiven aus amerikanischen Kriminalromanen, Familienklischees, Idole und große Themen wie 'Selbstfindung' und 'Orientierung'. Ihm gelingt der Spagat zwischen aberwitziger Groteske, emotionaler Tiefe und gesellschaftlicher Relevanz."

Die Auszeichnung ist mit 7500,- Euro dotiert. Vergangene Preisträger waren Michel Decar (2014) Maria Milisavljevic (2013), Marianna Salzmann (2012), Wolfram Lotz (2011), Oliver Kluck (2010), Dirk Laucke und Rebekka Kricheldorf.

(sik)

 

 
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