Digitale Furore

18. März 2015. Der Dortmunder Schauspielintendant Kay Voges "und sein nur 16-köpfiges Ensemble arbeiten am Theater der Zukunft und sorgen für Furore", berichtet Cornelia Fiedler in der Süddeutschen Zeitung. "Dass sich ein Theater derart intensiv und neugierig an die Erschließung neuer Räume zwischen Bretterbühne und Touchscreen macht, ist bundesweit einmalig – zumindest an großen Häusern, die freie Theaterszene ist da innovativer", schreibt die SZ-Kritikerin.

"Wir kreieren die Virtualität ja mit, und gleichzeitig verändert sie uns: unser Denken, unser Handeln, unsere Moral"; und das seien nun wirklich klassische Theaterthemen, wird Kay Voges in dem Porträt wiedergegeben. "Damit, digitale Ästhetiken auf die Bühne zu holen oder ein paar Facebook-Anspielungen einzubauen, ist es für ihn nicht getan. Es geht darum, Formen zu entwickeln, die neue Perspektiven eröffnen und vielleicht ein neues Denken anstoßen."

Trotz geringer finanzieller Ausstattung (1,4 Millionen Euro Personal- und Produktionsetat für das Schauspiel pro Jahr) sei das Haus gut ausgelastet und zeige eine Vielfalt an Formen: "Stadtraumprojekte, eine Punk-Operette und ruhige, sprachgewaltige Inszenierungen wie 'Kassandra' von Christa Wolf – aber eben auch die multimediale Digital-Dystopie 'Minority Report', in der Algorithmen die Mörder der Zukunft entlarven".

(chr)

Kommentar schreiben