Virtuose Spiegelungsfigur

30. März 2015. Der diesjährige Günther-Rühle-Preis geht an den Schauspieler Thomas Halle für seine Leistung in der Inszenierung Ich bereue nichts, ein NSA-Projekt von Jan-Christoph Gockel, Thomas Halle und Konstantin Küspert am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Die mit 3.000 Euro dotierte und von der Stadt Bensheim gestiftete Auszeichnung wurde am Ende der "Woche der jungen Schauspieler" verliehen, die vom 2. bis zum 27. März 2015 zum 20. Mal in Bensheim stattfand. Der nicht dotierte Publikumspreis ging an den Schauspieler Raimund Widra für sein Solo in Maik Priebes Inszenierung "Werther!" vom Theater Magdeburg.

ich bereue nichts 280 felixgruenschlossstaatstheaterk uThomas Halle in "Ich bereue nichts"
© Felix Grünschloss
Die Jury des Günther-Rühle-Preises, bestehend aus der Dramaturgin Dagmar Borrmann, Ute Gröbel (Bayerische Theaterakademie) und Jürgen Rehm (PIPAPO Kellertheater Bensheim), bezeichnete den Preisträger Thomas Halle in ihrer Begründung als "virtuosen Spieler und als jemanden, der zum Denken anregt". Halle stelle sich in "Ich bereue nichts" "dem Phänomen Edward Snowden und der durch ihn ausgelösten Überwachungs-Debatte" mit "Dringlichkeit und Unbedingtheit", er bringe "sich und seine Person buchstäblich selbst ins Spiel und wird so im besten Sinne Identifikations- und Spiegelungsfigur für uns, die wir dem Thema der totalen Überwachung bislang wohl mehr oder weniger indifferent (bis ignorant) gegenüberstanden".

Veranstalter der "Woche junger Schauspieler", die in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Eysoldt-Preisträger Samuel Finzi und Wolfram Koch stand, sind die Stadt Bensheim, die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die Sparkasse Bensheim.

(wb / Stadtkultur Bensheim)

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