Starke Verschränkung von Form und Inhalt

Graz, 9. Mai 2015. Der Retzhofer Dramapreis geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an die Autorinnen Özlem Özgül Dündar und Miroslava Svolikova. Sie werden für ihre Stücke "Jardin D' Istanbul" (Dündar) bzw. "die hockenden" (Svolikova) ausgezeichnet.

Der Preis ist mit insgesamt 4000 Euro dotiert und einer Uraufführung am Wiener Burgtheater bzw. am Schauspiel Leipzig verbunden. Der Jury gehörten Jörg Albrecht (Autor), Esther Holland-Merten (Dramaturgin), Iris Laufenberg (Intendantin), Eva-Maria Voigtländer (Dramaturgin) und Peter Waterhouse (Autor) an. In ihrer Begründung heißt es: "Wir wollen zwei Texte mit dem Retzhofer Dramapreis würdigen, weil beide mit einer starken Verschränkung von Form und Inhalt überzeugen. Mit 'Jardin D'Istanbul' und 'die hockenden' haben uns zwei Stücke mit ihrer jeweiligen Form, ihrer starken Sprache überzeugt, mit einer Sprache, die jeweils genau dem angemessen ist, was in den Texten geschieht, ja, die nur, weil die Sprache so arbeitet, wie sie arbeitet, überhaupt geschehen lassen kann, was dort geschieht."

Özlem Özgül Dündar wurde 1982 in Solingen geboren und studiert derzeit am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Ihr Stück handelt von vier Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nach Deutschland gekommen sind und zusammen im Restaurant "Jardin D'Istanbul" arbeiten. Miroslava Svolikova kam 1986 in Banska Bystrica/Slowakei zur Welt und studiert in Wien Bildende Kunst. "die hockenden" ist ein Sprachstück, das sich unter dem Einfluss von viel Schnaps in einer Kneipe als bis zum Stillstand narkotisiertem Ort abspielt. Preisträger der letzten Jahre waren Henriette Dushe (2009), Susanna Mewe (2011) und Ferdinand Schmalz (2013).

(mw)

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