Vom Ballett zur Kleinbürgerkomödie

28. Mai 2015. Schauspielerin Elisabeth Wiedemann ist gestorben. Die gebürtige Bremerin (Jahrgang 1926) war in den 1970er Jahren in der Rolle der Gattin von "Ekel" Alfred in der Fernsehserie "Ein Herz und eine Seele" einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Wie sie hier die "naive Kleinstbürgerliche gab" und "ihrer markanten Stimme diesen speziellen knarzenden Ton verlieh, um die nächste Pointe zu setzen ('Ach, Alfred!'), und einen Blick aufsetzte irgendwo zwischen Entgeisterung, Einfalt und stoischem Gleichmut – das war unnachahmlich und blieb haften", schreibt Ursula Scheer in ihrem Nachruf in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (28.5.2015).

Vor ihrer Film- und Fernsehkarriere arbeitete Wiedemann am Theater. 1944 gab die ausgebildete Balletttänzerin ihr Debüt in Göttingen. Von 1945 bis 1947 tanzte sie an der Staatsoper Berlin, ehe sie ins Sprechtheater wechselte. 1951 wurde sie von Gustaf Gründgens an das Düsseldorfer Schauspielhaus geholt, zu dessen Ensemble sie bis 1955 gehörte. Sie spielte an Bühnen in Frankfurt, Hamburg, München, Hannover, Köln, Wien und am Deutschen Theater in Santiago de Chile, wo sie laut Wikipedia 1961 für ein Jahr als Regisseurin tätig war und Max Frischs "Biedermann und die Brandstifter" inszenierte.

Ihren letzten Fernsehauftritt hatte Wiedemann 2012 in der ARD-Serie "Der Dicke". Im Alter von 89 Jahren ist die Schauspielerin nun im oberbayerischen Marquartstein, wo sie zuletzt in einem Pflegeheim wohnte, gestorben.

(FAZ / Wikipedia / chr)

 

 
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