Dem Stottern abgerungen

27. August 2015. Soeben wurde sein Stück "Die lächerliche Finsternis" zum Stück des Jahres in der Kritiker*innenumfrage von Theater heute gekürt. Zum bestmöglichen Zeitpunkt also erhält der Dramatiker Wolfram Lotz in der aktuellen Ausgabe des Cicero ein Porträt, in dem ihn die Journalistin Katrin Ullmann als Mann von großer "Ernsthaftigkeit" vorstellt, "vertieft in sein Nachdenken".

"Mit Gespür für grelle Komik und zarte Poesie stellt Lotz die großen Fragen der Menschheit", schreibt Ullmann über die gern mit ihrer Fiktionalität spielenden Texte. Lotz fordere die "innere Aktivität" des Rezipienten heraus, er selbst sehe sich in der Tradition des Brecht-Theaters, allerdings, so Lotz, "ohne auf das Gefühl oder auf die Illusion zu verzichten."

In gewisser Weise sei Lotz‘ Sprache dem Stottern abgerungen worden, so schildert es das Porträt weiter. "Als Stotterer war für ihn Sprache immer überpräsent", weil sie in seinem "Mund hängen blieb und auf eine Art und Weise körperlich schmerzvoll spürbar wurde", so Lotz. "Sprache müsse generell erkämpft werden."

(chr)

 
Kommentar schreiben