Presseschau vom 27. September 2015 – der Spiegel berichtet von Politiker-Kritik an Münchner Kammerspiele-Projekt "Internationale Schlepper- und Schleusertagung"

Zynisches Theater

Zynisches Theater

27. September 2015. Der Spiegel berichtet über empörte Reaktionen deutscher Innenpolitiker von CDU und CSU auf die für Mitte Oktober geplante "Internationale Schlepper- und Schleusertagung" an den Münchner Kammerspielen.

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27. September 2015. Der Spiegel berichtet über empörte Reaktionen deutscher Innenpolitiker von CDU und CSU auf die für Mitte Oktober geplante "Internationale Schlepper- und Schleusertagung" an den Münchner Kammerspielen.

Ansgar Heveling (CDU), Chef des Innenausschusses im Bundestag, könne über die dreitägige politische Kunstaktion mit Vorträgen und Diskussionen zum Thema Fluchthilfe 'nur den Kopf schütteln'", steht auf Spiegel online. "Schleuser seien 'Kriminelle, die die Not anderer Menschen ausnutzen und denen das Leben der Flüchtlinge egal ist'." CSU-Politiker Hans-Peter Uhl zitiert das Nachrichtenmagazin mit den Worten: "Angesichts unzähliger toter Kinder, Frauen und Männer in den Fängen von Schleusern ist die Veranstaltung zynisch und konterkariert Maßnahmen, diesen Banden das Handwerk zu legen."

Kammerspiele-Intendant Matthias Lilienthal mit dieser Reaktion auf die Kritik: "Wir wollen eine ernsthafte politische Diskussion führen zu der Frage, wie unsere Gesellschaft mit Schleppern und Schleusern umgehen sollte." Sie würden pauschal kriminalisiert, dabei könnten Flüchtlinge ohne sie kaum nach Europa gelangen.

(Der Spiegel / sd)

Kommentare

Kommentare  
#1 Kritik an Schleppertagung: zynisch ist die Politikkirillov 2015-09-28 16:49
zynisch sind die politiker, die dafür mitverantwortlich sind, dass es für geflüchtete keinen legalen weg nach europa gibt.
#2 Kritik an Schleppertagung: no heroes, simply businessLilienthal im Loop 2015-09-29 11:25
Ob sich der Kongress lohnt? Dass die BRD Schlepper liebte die DDR-Bürger in den Westen brachten ist bekannt, hilft aber heute als Erkenntniswert nicht weiter. Sowohl die organisierte Schlepper OK wie auch die Kleinschlepper in den jeweiligen Grenzregionen (Taxifahrer o.ä.) eint eines: Sie tun es nicht für die Flüchtlinge sondern um an den Flüchtlingen zu verdienen.
Sie nun als moderne "Charons" aufzuwerten, die der Menschheit einen edlen Dienst erweisen, indem Sie das Boot über den Evros (oder andere Fluss- und Meerestiefen) steuern klingt kunstvoll, ist aber bullshit.
Am ende sind sie wie die Dealer im Görlitzer Park. Sie profitieren von der Unentschlossenheit und Feigheit der politisch verantwortlichen Repräsentanten, sich entweder für eine Intervention in Syrien oder eine neue Einwanderungspolitik zu entscheiden. In diesem Vakuum können Sie operieren. Knallhart - im Spiel von Angebot und Nachfrage.
Kleiner Tip: Zum recherchieren mal nach izmir fahren. da warten 400.000 Syrer, an jeder Ecke stehen Schlepper, die sie auf schlecht geflickte Boote mit halbkaputten chinesischen Aussenbordmotoren verladen.
No heroes here - ist simply Business.
#3 Kritik an Schleppertagung: da wird niemand heroisiertkirillov 2015-09-29 14:51
@2: ich vermute, sie haben das programm der schleppertagung nicht gelesen. Soweit ich das überblicke wird da niemand heroisiert, aber eben auch nicht verteufelt. Besprochen werden Historie, Praxis, Kriminalisierung, Kunst und kampagnen. da ist sicherlich auch für sie einiges an aufschlussreichen und neuen informationen dabei..

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