Zwei Jurys, eine Meinung

Mülheim, 13. Mai 2016. Carsten Brandau erhält für sein Stück "Himmel und Hände" den mit 10.000 Euro dotierten Mülheimer KinderStücke-Preis 2016. Brandaus Werk für Kinder ab 4 Jahren, inszeniert von Winfried Tobias am Theater der Stadt Aalen, setzte sich gegen vier weitere Wettbewerber durch. Es "erzählt am Beispiel der ebenso unzertrennlichen wie unterschiedlichen Freunde A und O, die bald in die Schule kommen, von Freundschaft und Einsamkeit, von Hierarchien in Beziehungen und notwendiger Abnabelung", heißt es in der Presseaussendung der Mülheimer Theatertage. Brandau hatte den KinderStücke-Preis bereits im Vorjahr mit seinem Stück "Dreier steht Kopf" gewonnen.

Carsten Brandau 280 Foto Sebastian Hoppe uCarsten Brandau © Sebastian Hoppe

Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen berührend

Die Preisjury, der die Regisseurin und designierte Leiterin der Münchner Schauburg Andrea Gronemeyer, die Theaterkritikerin Sabine Leucht (u.a. Kritikerin für nachtkritik.de) und der Vertreter der Auswahljury und Regisseur Werner Mink angehörten, würdigte das Siegerstück für seine "spielerische und schöpferische Kraft ebenso wie die Präzision und Reduktion von Brandaus Sprache". Das Stück sei "reich und komplex und lasse Raum für Assoziationen und unterschiedliche Deutungen", sei für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen berührend und verfüge über "Situationskomik und Sprachwitz".

Der Preis der fünfköpfigen Jugend-Jury der KinderStücke geht ebenfalls an Carsten Brandaus "Himmel und Hände". Die Jurymitglieder im Alter von 13 bis 14 Jahren begründeten ihre Wahl: "Wir haben uns für dieses Stück entschieden, weil es ein Stück für jedes Alter ist und alle Menschen daraus etwas für ihr eigenes Leben mitnehmen können. Es gibt immer wieder Situationen, in denen wir den Mut brauchen, unsere eigenen Wege zu gehen, um uns nicht nur an einzelnen Personen festzuhalten. Hierin hat uns das Theaterstück 'Himmel und Hände' bestärkt."

(Mülheimer Theatertage / chr)

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