Haushaltsdefizit, Zuschauerschwund, Tretroller & Hosenmode

21. Mai 2016. Das Theater Trier und sein Intendant Karl Sibelius, gerade zehn Monate im Amt, sind unter Druck:  das berichtet der Südwestdeutsche Rundfunk (SWR) auf seiner Internetseite. Auch der Trierische Volksfreund schreibt von Haushaltsdefizit und Zuschauerschwund. Heute käme der Kulturausschuss zu einer Krisensitzung zusammen.

Das Theater müsse sparen. Die Zuschauerzahlen gingen zurück. "Beim letzten Intendanten waren es jährlich etwa 130.000 Zuschauer pro Jahr, seit Karl Sibelius Intendant ist, ist diese Zahl auf etwa 110.000 Zuschauer gesunken", so der SWR. Dadurch fehlten Einnahmen. "Mit einem Minus von mehreren Hunderttausend Euro hatte man gerechnet", so der Trierische Volksfreund. Doch nun zeige sich, "dass 948.000 Euro fehlen. Beim Eintrittsgeld bleibt das Theater im turbulenten Umbruchsjahr 2015 rund 500.000 Euro hinter den Erwartungen zurück. Da das Haus zusätzliche Projektmittel eingeworben hat, nimmt es insgesamt 318.000 Euro weniger ein als geplant. Ein Minus, das der Besucherrückgang von mehr als 20 Prozent unter dem neuen Intendanten Karl Sibelius alleine allerdings nicht erklärt." Vermehrt würden Stimmen laut, so das Blatt weiter, die Sibelius' Rücktritt fordern. Am lautesten fordere dies die Trierer AfD.

"An Sibelius", so der Trierische Volksfreund, "erhitzen sich die Gemüter. Für manche mag eine Rolle spielen, dass Sibelius sein Anders-Sein austobt – vom Tretroller über die Hosenmode bis zur Kommunikation ist alles an ihm unkonventionell, er ist offen homosexuell, höchst emotional, ein charismatischer Schauspieler, manche sagen: ein Genie, ein strenger Chef, Antreiber, Idealist, ständig unter Strom, extrem präsent, charmant, hart, witzig und zuweilen ziemlich zickig. Das könnte erklären, warum manche Personalquerele, die früher nur hausintern diskutiert worden wäre, nun Stadtgespräch wird. Für andere steht im Vordergrund, dass am Theater, für das Sibelius als Generalintendant die Verantwortung trägt, vieles nicht rund läuft."

Am heutigen Samstag treffe sich der Kulturausschuss zu einer nicht öffentlichen Sondersitzung, in der es um die Zukunft des Trierer Theaters gehen soll, berichtet der SWR. "Da die nächsten Haushalte noch enger werden, bleibt die Frage, woher in Zukunft das Geld für die Kultur und für das Theater herkommt." Über den Intendanten Sibelius wird dem SWR zufolge jedoch nicht beraten.

(SWR / Der Trierische Volksfreund / sle)

 

Hier noch ein Interview, dass der Trier-Reporter am 19. 5. 2016 mit Kulturdezernent Thomas Egger geführt hat.

 
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