In vermintem Gelände

8. März 2017. Yael Ronen erhält den diesjährigen Preis des Internationalen Theaterinstituts (deutsches Zentrum). ITI-Präsident Joachim Lux teilte die Entscheidung im Anschluss an eine Vorstandssitzung des deutschen ITI in Berlin mit. Der Preisträger wird vom Vorstand auf der Grundlage einer Mitgliederbefragung bestimmt.

Zur Begründung heißt es: "Yael Ronen betritt mit ihren Inszenierungen das verminte Gelände interkultureller Konflikte. Aber wie! Ihre Arbeit ist spielerisch, unbefangen, leicht, unideologisch, nie moralin oder politically correct. So etwas gibt es im deutschen Theater kaum. Und das mit einem Thema, bei dem man eigentlich nur alles falsch machen kann."

Yael RonenYael Ronen ©Reisen8 CC-BY-SA 4.0Yael Ronen, geboren 1976 in Jerusalem, studierte Szenisches Schreiben am HB Studio in New York und Regie am Seminar Hakibbutzim in Tel Aviv. Im deutschsprachigen Raum erregte sie 2008 mit ihrer Stückentwicklung Dritte Generation erstmals Aufsehen. 2015 wurde sie mit Common Ground erstmals zum Berliner Theatertreffen eingeladen. 2016 folgte für The Situation die nächste Einladung sowie der Nestroy-Preis für ihr Stück Lost and Found. Ronen ist seit 2013 Hausregisseurin am Maxim Gorki Theater Berlin.

Das deutsche ITI würdigt mit dem Preis seit 1985 jährlich Persönlichkeiten, die im deutschsprachigen Theaterraum tätig und deren Leistungen herausragend und von internationaler Ausstrahlung sind. In diesem Jahr ist die Auszeichnung erstmals dotiert. Yael Ronen erhält 3000 Euro.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören Frank Castorf, Kurt Hübner, Heiner Goebbels, Andrzej Wirth, Jürgen Gosch, das Regie- und Bühnenbildteam Christoph Marthaler und Anna Viebrock, Dea Loher, Jürgen Schitthelm, Henning Rischbieter und Johan Simons. Zuletzt wurden 2015 der Theaterwissenschaftler Joachim Fiebach und 2016 der Regisseur Milo Rau ausgezeichnet.

(ITI / miwo)

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