Einstimmig empfohlen

24. März 2017. Burkhard C. Kosminski, aktuell Schauspiel-Intendant des Mannheimer Nationaltheaters, soll neuer Intendant des Schauspiels Stuttgart werden. Das berichten diverse Medien, unter anderem die Stuttgarter Nachrichten. Die zuständige Findungskommission habe, so die Stuttgarter Nachrichten unter Berufung auf das baden-württembergische Kunstministerium weiter, Kosminski am Freitag einstimmig empfohlen.

BurkhardKosminski 280 christiankleiner uBurkhardt C. Kosminski © Christian Kleiner Ein neuer Schauspielintendant für Stuttgart war nötig geworden, nachdem vergangenen Herbst der jetzige Intendant Armin Petras darum gebeten hatte, seine Intendanz aus privaten Gründen bereits 2018 beenden zu können. Die endgültige Entscheidung über seine Nachfolge wird den Medienberichten zufolge der Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater am 24. April fällen. Im Juni 2016 hatte Kosminski seinen Vertrag als Intendant des Mannheimer Nationaltheaters bis 2022 verlängert.

Burkhard C. Kosminski wurde 1961 geboren und studierte Regie und Schauspiel am Lee Strasberg-Theater-Institut sowie am William-Esper-Studio in New York. Bevor er 2006 die Leitung des Mannheimer Nationaltheaters und der Schiller-Tage übernahm, gehörte er als leitender Regisseur zum Leitungsteam des Düsseldorfer Schauspielhauses.

(Stuttgarter Nachrichten / Stuttgarter Zeitung / sle)

 

mehr meldungen

Kommentare

Kommentare  
#1 Kosminski nach Stuttgart: machen lassenThomas Rothschild 2017-03-24 23:07
Wie Kosminski in Stuttgart ankommen wird, wird die Zukunft zeigen. Die zuständige Ministerin weiß es schon: "Seine Leidenschaft und seine Ideen werden das Publikum begeistern", sagte Theresia Bauer. Vor eineinhalb Jahren verkündete die selbe Theresia Bauer: "Armin Petras ist ein künstlerischer Unruheherd, der dem Schauspiel Stuttgart gut zu Gesicht steht. Ungewöhnliche künstlerische Handschriften brauchen Zeit um sich beim Publikum durchzusetzen. Wir geben ihm bewusst diese Zeit, die es braucht, um einem Haus wie in Stuttgart eine eigene Prägung zu geben. Es ist uns gelungen, einen wichtigen zeitgenössischen Regisseur und Autor des deutschsprachigen Theaters als Intendant langfristig an die Württembergischen Staatstheater zu binden." Was immer man von Kosminski und Petras halten mag - eins lässt sich mit Gewissheit sagen: Ihr Theater hat wenig miteinander zu tun. Nur die Politiker sondern die immer gleichen Elogen ab, die in Wahrheit nicht die Gelobten, sondern die eigenen Entscheidungen meinen. Können sie nicht einfach mal den Mund halten und die Theaterleute machen lassen?
#2 Kosminski nach Stuttgart: Jungs-KartellKommentar 2017-03-27 23:11
Das ist eine ziemlich unfassbare Wahlempfehlung der Findungskommission. Kosminski, der das Mannheimer Haus seit vielen Jahren auf gediegen provinziellem Niveau verwaltet als Intendant in Stuttgart? Ein freundlicher, aber ganz und gar unpolitischer Wirkungshandwerker als Kopf dieses Theaters, das noch bis vor kurzem vorbildhaft untersuchte, welche Bedeutung politisches Theater für die Stadtgesellschaft heute haben kann? Es stimmt: Dieser Impuls ist schon unter Petras allem kraftmeierischen Gehabe zum Trotz weitgehend abhanden gekommen. Da hätte eine neue Wahl also dringend entgegensteuern müssen. Petras aber ist immerhin ein interessanter Regisseur, der erstklassige Schauspieler holen und binden kann. Kosminski? Aber diese Wahl zeigt noch etwas, das man (auch nach der Intendanten-Debatte auf Nachtkritik ) jetzt einmal öffentlich benennen und zur Diskussion stellen muss: (…) Keine Frage: Das Jungs-Kartell hält zusammen und wir müssen endlich aufhören, das hinter falschem Diskretionsgetue zu verschleiern. Was die Gesellschaft von den Parteien und den großen Unternehmen dringlich fordert, muss auch in den Theatern umgesetzt werden. Sagen wir mal salopp: bis nicht mindestens 30 Prozent der Intendantenjobs im deutschen Theater von Frauen besetzt sind, werden Männer von den Kommissionen nicht mehr berücksichtigt. Kommissionen, die ab jetzt zu mindestens 50 Prozent weiblich besetzt sein müssen. Wollen wir das im Deutschen Buehnenverein jetzt einfach mal beschliessen? Dann bekommt vielleicht sogar Theresia Bauer in Stuttgart eines Tages wieder gute Vorschläge zur Ernennung. Dass und warum sie heute noch der Macho-line folgt, ist eines der vielen Rätsel grüner Kulturpolitik in Stuttgart.

Kommentar schreiben