Vorerst frei

20. August 2017. Am vergangenen Samstag wurde der deutsche Schriftsteller Doğan Akhanlı während eines Urlaubs in Spanien festgenommen. Die Türkei hatte über Interpol nach ihm fahnden lassen. Wie die FAZ (20.8.2017) unter Berufung auf seinen Anwalt heute meldete, ist Akhanlı inzwischen wieder auf freiem Fuß, dürfe das Land allerdings vorerst nicht verlassen.  

Die türkischen Behörden werfen Akhanlı Raub und Raubmord vor. Er soll am Überfall auf eine Wechselstube im Jahr 1989 teilgenommen haben. Bereits 2011 war er von diesem Vorwurf freigesprochen worden. Das Urteil wurde aber wieder aufgehoben. Beobachter halten seine Verfolgung für politisch motiviert. Seinem Anwalt zufolge ist Akhanlı zum Tatzeitpunkt gar nicht in der Türkei gewesen.

Der Schrifsteller lebt seit 1992 im deutschen Exil. Seit 2001 ist er deutscher Staatsbürger. Seine Festnahme löste großes Aufsehen und Kritik aus. Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel schaltete sich ein, um eine Auslieferung in die Türkei zu verhindern. Gestern solidarisierte sich das Schauspiel Köln mit Akhanlı. Er ist Teil des Ensembles von Nuran Davis Calis’ Kölner Produktion Istanbul.

(faz.net / miwo)

 
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