Toter Engel der Geschichte

von Christian Rakow

Berlin, 3. Dezember 2017. Schon wieder stirbt jemand an vergiftetem Tee. Gestern schon in den Zofen von Jean Genet, heute im "Missverständnis" von Albert Camus. Es ist das Existenzialismus-Wochenende des Deutschen Theaters. Nur dass man bei Regisseur Jürgen Kruse natürlich nicht ganz sicher sein kann, ob den armen Camus-Protagonisten Jan nun eigentlich der Tee umgebracht hat, oder doch der reichlich herumstehende Wein. Aus der Teetasse fließt ihm jedenfalls Kunstblut über den Kopf.

Schwebender Humor

Jürgen Kruse ist so eine der letzten großen Geschmacksfragen des Theaters. Manche sagen: Bitte, Kruse, das ist nun wirklich die immergleiche Platte seit 42,94 Jahren, immer nur drei Akkorde, playing the same old tune, Kalauer bis der Arzt kommt, Denglisch für Hartgesottene, merci, mercy vielmals. Und dann gibt's die – zu denen ich mich jetzt mal rechnen würde –, für die Kruse so etwas wie der Keith Richards der Theaterregie ist: der Mann mit dem besten Plattenschrank, der Rockpoet, der Texte wahlweise wie Kautabak kosten oder wie rohe Erbsen ausspucken lässt, und bei dem es stets ausschaut wie in der Bude einer alten Wahrsagerin vom Jahrmarkt, kurz nachdem die Polizei sie einkassiert hat, it's only rock’n roll but I like it.

missverstaendnis 560 ArnoDeclair uAch, Mutter, mach die Türen zu: Linda Pöppel und Barbara Schnitzler   @ Arno Declair

"Das Missverständnis" (von 1944) ist beileibe nicht der geschmeidigste Text von Camus. In einem abgelegenen Hotel haben sich eine Mutter und ihre Tochter Martha darauf verlegt, einsame Gäste umzubringen und auszurauben. Martha würde gern außer Landes gehen, da braucht sie das nötige Kapital. Eines Tages kehrt der verlorene Sohn/Bruder Jan zurück (nach "19,99 Jahren", wie es bei Kruse heißt), möchte sich erst einmal nicht zu erkennen geben und fällt prompt dem mörderischen Matriarchat zum Opfer. Tragisch, tragisch. Und philosophisch auch: Die Fatalität des Falls verweist auf die fundamental absurde, durch und durch sinnlose Situation des Daseins.

Wenn es bei Kruse schlecht läuft, dann schnappt die Machofalle zu und er spreizt Stücke in breitbeinigen Mackerposen. Andernfalls kriegt alles einen schwebenden Humor. So wie hier, wo er das Schauermärchen aus dem Camus birgt. Linda Pöppel, als Martha das Zentrum des Abends, schnippt die Zynismen nur so umher. Das stottert mal herrlich wie ein Navigationsgerät auf Koks, dann wieder holt sie den Großkotzswing aus ihrer inneren Jukebox. Alles vollautomatisiert, rasant, bissig. Im Aufeinandertreffen mit dem Bruder Jan klingt's bisweilen wie eine Rap-Battle, ehe Martha die entflammbare Jungfer gibt und den Bruder aus den Armen seiner – hier stets präsenten – Frau Marie (Alexandra Finder) lockt.

Instrumente auf Wäscheleinen

Den Jan gibt Manuel Harder als natural born Fremdenlegionär mit Wüstensand in den Stiefeln und Nordwind auf den lässig hochgezogenen Lippen. Überhaupt Pöppel und Harder, nicht das erste Mal bei Kruse zusammen, sind schon ein wenig Bonnie und Clyde, Courtney Love und Kurt Cobain, Miss Verständnis und Mister What-the-hell. Im Pas de deux tänzeln sie über den Wortspielparcours. Die Souffleuse kriegt Einsätze wie sonst nur bei Alexander Scheer, wenn der an der Castorf-Volksbühne aufschlug. Es tut dem Haus gut, tut dem Theater überhaupt gut: diese Unverkrampftheit mit Fehlern. Der Abend fühlt sich spontan und lebendig wie eine erste Bühnenprobe an.

Kruse und sein vertrauter Bühnenbildner Volker Hintermeier haben die Kammerspiele des DT schön zugerümpelt. Eine Voodoo Lounge ist's, Hotel und Hexenküche. Instrumente hängen auf Wäscheleinen, Weinflaschen stehen umher, eine Axt steckt in einem Holzklotz und göttliche Finger Marke Michelangelo weisen nach oben, wo ein finsterer Asteroid schwebt. "Existenzialismus", wirft Jürgen Huth als alter Diener von Zeit zu Zeit ein. Als müsse er bedeuten, dass der Himmelsball jeden Moment abstürzen kann. Und nichts wäre verloren, nichts gewonnen. Absurdes Dasein eben.

Die Huth'schen Ausrufe wirken lange ironisch, aber im letzten Drittel kriegt der Abend einen zunehmend ersten Unterton. Jan ist tot, liegt nur noch als bandagierte Mumie auf der Ledercouch. Mutter, von Barbara Schnitzler zuvor mit nöliger Feierabend-Weisheit ausgestattet, entschwindet zum eigenen Selbstmord durchsichtig und fragil wie eine Fee, der man den Zauberstab zerbrach. "Gnade" werden die letzten Worte von Martha sein, nicht wie bei Camus "Mitleid". Das Sehnen wirkt religiöser eingefärbt, hoffnungsloser noch.

Verblasste Fragezeichen

"Vor den Müttern sterben die Söhne", sagt Schnitzler als Mutter einmal in Anspielung auf einen legendären Buchtitel von Thomas Brasch. Es ist nicht der einzige Ost-West-Verweis: Von Wolf Biermann läuft Das Barlach-Lied, den Programmzettel ziert ein Foto der Berliner Mauer mit dem "Orestie"-Zitat "Durch Leiden lernen", das Kruse und zwei Kompagnons 1980 anlässlich der Peter Stein'schen Schaubühnen-Inszenierung auf den Beton gesprüht hatten.

Ganz schemenhaft nur zeichnet sich darin ein Subtext ab, der die schicksalhafte Rückkehr von Camus' Jan historisch konkreter wendet. Rausgehen in ein anderes Land und 20 Jahre (oder 19,99 oder womöglich auch 40 Jahre) später heimkehren und meinen, man würde es unverändert vorfinden, das kann nur fatal enden. "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört", hieß es 1990 in vollem Vertrauen auf das Unveränderliche und Anpassbare der beiden Landesteile. Als hätte es hier wie in Camus‘ Dramenfamilie nie einen Bruch gegeben.

Kann sein, Kruse wollte an diesem Punkt noch deutlichere Fragezeichen setzen und sie verblassten unterwegs und der Rock’n Roll, das humoreske Schauermärchen und der Nihilismus schlugen durch. Aber Spuren sind noch da. "Vom Himmel auf die Erden / Falln sich die Engel tot", singt Biermann. Das gilt für die Engel der Geschichte. Wenn man sie der Schwingen der Erkenntnis beraubt.

 

Das Missverständnis
von Albert Camus
In eigener Fassung nach der Übersetzung von Guido G. Meister
Regie: Jürgen Kruse, Bühne: Volker Hintermeier, Kostüme: Sophie Leypold, Licht: Thomas Langguth, Dramaturgie: Juliane Koepp.
Mit: Linda Pöppel, Alexandra Finder, Barbara Schnitzler, Manuel Harder, Jürgen Huth sowie Anne Makosch, Sophia Sachs, Leonard Däscher.
Dauer: 2 Stunden 15 Minuten, keine Pause

www.deutschestheater.de

 

Kritikenrundschau

"Welch sonderbar sirrende, zuweilen hochkomische, dann wieder abgrundtief traurige zwei Stunden Theater!", staunt Dirk Pilz in der Frankfurter Rundschau (5.12.2017). "Schön, ach was: berückend. Und doch so beunruhigend." Wer an diesem Abend versuche, den Zeichen- und Songsalat zu ordentlich überschaubaren Deutungshäufchen zusammenzukehren, sei verloren. "Die Sinnlosigkeit solcher Sauberkeitsansinnen macht das halbdämonische Besenwesen ja gerade vor: Alle Ordnungsversuche dieser (Bühnen) Welt sind in den Wind geschrieben."

"Kruse nimmt den Camus'schen Plot über die fundamentale Daseinsabsurdität – was dem 73 Jahre alten Stück definitiv nicht schlechttut – eher als Gruselschocker und platziert ihn irgendwo zwischen Tragikomödie und Farce, mit deutlichem Pendelausschlag in letztere Richtung", so Christine Wahl vom Tagesspiegel (5.12.2017). "Aber mal ganz abgesehen vom subjektiven Ästhetik- und Humorempfinden: Dass die Schauspieler an diesem Abend bestens in Form sind, steht außer Frage."

Jürgen Kruse mache Camus' "Missverständnis" "zu einem düsteren Schauermärchen", schreibt Mounia Meiborg in der Süddeutschen Zeitung (6.12.2017). "Wo die überschäumenden Ideen und Zitate am Ende hinwollen, ist nicht ganz klar. Vielleicht zielt der Abend aufs Verbrechen als Chiffre der Popkultur. Vielleicht auf ein sinnloses menschliches Dasein." Manches wirke holprig, unfertig. "Perfekt ist dieser Abend nicht. Aber er hat die Art von Mut und Durchlässigkeit, die man am Deutschen Theater selten sieht."

 

 

mehr nachtkritiken

Kommentare

Kommentare  
#1 Das Missverständnis, Berlin: DämmerzustandKonrad Kögler 2017-12-04 08:53
Warum das Deutsche Theater Berlin und Regisseur Jürgen Kruse das selten gespielte Drama „Das Missverständnis“ ausgegraben, ist in den knapp 2,5 Stunden nicht klar geworden.

Langsam wird der Vorhang beiseite gezogen. Die wie eine Rumpelkammer vollgestellte Bühne bleibt dennoch die gesamte Zeit im schummrigen Zwielicht. Die Absteige der beiden Mörderinnen ist mit einem gelben Tatort-Absperrband vom Publikum abgetrennt.

Zentrale Idee der Inszenierung ist, dass die Figuren nicht dazu in der Lage sind, in vollständigen Sätzen zu kommunizieren. Sie lassen Wörter weg, verschlucken Silben, stellen den Satzbau um, kalauern sich durch den Abend.

Zäh schleppt sich die Handlung ihrem Ende entgegen, nur selten lockern Songs wie „Mr. Tambourine Man“ die Tristesse etwas auf. So unvermittelt, wie er sich öffnete, schließt sich der Vorhang wieder über der Bühne, die aus dem Dämmerzustand endgültig in tiefem Schwarz versunken ist.

Komplette Kritik: daskulturblog.com/2017/12/03/das-missverstaendnis-juergen-kruse-inszeniert-camus-am-deutschen-theater-als-farce-im-daemmerlicht/
#2 Das Missverständnis, Berlin: AlbtraumweltSascha Krieger 2017-12-04 09:08
Am Vorabend hat Ivan Panteleev nebenan im großen Saal Die Zofen von Camus‘ Zeitgenossen Jean Genet inszeniert und ihnen alles Abgründige ausgetrieben. Hier dagegen ist alles Abgrund. Eine Albtraumwelt, bevölkert von Albtraumgestalten, die eine Albtraumsprache sprechen, Albtraum-Grimassen schneiden und sich Albtraum-haft bewegen. Meist geisterhaft und in Zeitlupe. Auch die Abwesenden – etwa die Frau des Heimkehrers (Alexandra Finder), die dieser zu Beginn wegschickt, um die Familienzusammenführung nicht zu stören, und die stets wie ein Gespenst durch die Szenerie schwebt – sind stets präsent und die Toten ebenso. Am Ende zieht sich der gerade Gemordete sein Sakko an, nimmt Frau und Koffer und bricht auf.

„Existenzialismus!“ sagt Jürgen Hutz dazu – und Kruse nimmt das als Entschuldigung, sich nicht weiter um Interpretatorisches zu kümmern. Der schaurige Schein reicht ihm, die clevere Dekonstruktion von Sprache und Körper ebenso. Hier ist alles Untergrund, jenseits der Oberfläche, das Gedärm der Existenz. Die Fassade ist weg und damit auch alles Leben, alles, woran man sich abarbeiten könnte. Und so starrt man, wohlig erschauernd, auf diesen dauerironischen Geistertanz und erkennt – nichts. Niemanden. Spürt nichts. Versteht nur, dass das nichts zu verstehen ist. Kruses Abend schwelgt in geisterhaften Bildern, stülpt eine adrette Gruselfilm-Ästhetik über die Szenerie, streut ein paar Rätsel ein, etwa den aus multiplen Löchern fahles Licht sendenden Albtraum-Mond, der sich irgendwann herabsenkt – eine Sonne würde sich hierhin ohnehin nie verirren. Und sonst: Ist da, ganz existenzialistisch, nichts, kein Sinn – den streiten Camus und Co. ja ohnehin ab – keine „tiefere Bedeutung“. Menschliche Nicht-Beziehungen als Unmöglickeit und Albtraum-Grusel. So clever, so aufwändig, so leer.

Komplette Rezension: stagescreen.wordpress.com/2017/12/04/die-heim-kehrer/
#3 Das Missverständnis, Berlin: läppischer Abenddabeigewesen 2017-12-04 10:21
Vermutlich ist es so: man geht mit verbundenen Augen und einer Paintball-Pisotole durch einen großen Theaterfundus, schießt ein bisschen dort um sich und lässt seine willfährigen Handlanger die so markierten Sachen zum großen Mixer bringen. Darin befinden sich schon eine Plattensammlung, irgendein Text, ein paar weitere Texte und alte, liebgewonnenene Manierismen. Als Verneigung an die Moderne ein oder zwei Dias, ist aber nicht so wichtig, weil man die Projektion eh' nicht sehen wird. Give it a whirl, und dann stellt das irgendwie auf die Bühne, und baut mir doch noch mal so einen großén Pappmachee-Mond, Kinder, der kommt dann irgendwann runter, oder so. Ihr anderen, lernt mal Text und bietet mir mal was an... ja, reicht so. Der/die/das Existenzialis-mus.
Das Ganze kommt dann irgendwie auf die Bühne, man stellt es einfach mal so dahin, damit jeder, der sich das ansehe, genügend Anknüpfungspunkte finde, ein jeder möge sich einfach irgendwas zusammeninterpretieren. Hauptsache, die Musik fetzt schön und der Textvortrag ist bedeutungsschwanger, weil vertrackt.
Dies ist Theater, daß allein davon zehrt, daß da jemand 'legendäres' 'was' 'gemacht' hat. Hier geht es nicht darum, den Abend für sich zu sehen, da ist kein Theaterhandwerk, nur die Attitüde der Kunst "sag du mir doch, was ich da gemacht habe".
Über diesen läppischen Abend kann ich mich gar nicht aufregen, aber es ärgert mich schon, wenn ihm Menschen auf den Leim gehen. Ich habe ganz andere Dinge gesehen, als Herr Rakow, aber ist auch egal, geht ja nicht um mich...
#4 Das Missverständnis, Berlin: SeltersStefan Bock 2017-12-05 14:28
Jürgen Kruse, eine der letzten großen Geschmacksfragen des Theaters? Hört sich an wie Doppelkorn oder Premierensekt. Wobei bei Kruse jetzt wohl eher Selters angesagt ist, sonst erreicht er nie das biblische Alter der Rolling Stones. Das muss ein Missverständnis sein.
#5 Das Missverständnis, Berlin: wieder daA.K. 2017-12-05 15:08
Auf der Theaterakademie Anfang des Jahrtausends hieß es mahnend "Jürgen Kruse ist vorbei, tod", kein Vorbild, ein Ausrutscher der Geschichte - lieber denken, konzipieren, klug planen und reflektieren. Jetzt ist er wieder da, am DT in Berlin, immer noch funkelnd und singulär - während so viele andere längst vergessen sind...
#6 Das Missverständnis, Berlin: oldschoolS. T. R. 2017-12-07 03:46
Keine Ahnung, warum man nach einer Kruse-Premiere wie in der vorvergangenen Kritik immer noch darauf hinweisen muss, dass Stück-Text (Original, Werktreue, OHO! [Walter Benjamin Blümchen gelesen?]) und Stück-Spielen unter gewissen Umständen eventuell andere Wege gehen dürfen?
Bei ihm (Kruse, that is) seit gefühlten dreihunderttausend Jahren genau das. Der unbestimmte Artikel wird zum flektierten Zählwort (ein Mann vs EIN Mann usw.). Es gibt keine absoluten Zahlen auf seiner Bühne. Never. 20 Jahre Nichtsehen zwischen Bruder und Schwester sind dann bei ihm natürlich 19,9999 Jahre. Und jaaa, Herr Kruse hat sehr viele Schallplatten, und gerne nimmt er eine oder zwei daher und tut sie in seine Inszenierung. Gähn. Erzählt uns was Neues für 20€, Kritiker. Und natürlich spielt er was davon vor. Danke für die Erinnerung daran.
Und ja, er spielt mit Sprache, synkopiert Betonungen, lässt Verben weg, entblößt Satzstrukturen, schält Inhalte frei, schürft tiefer. Meine Güte, warum wohl?
Das Missverständnis - alles war so Oldschool-Kruse, das alles ist so typisch und gar nicht mal besonders für den Camus, dass ich mich schon fragen muss, wann der erste inhaltliche Beitrag zum „Missverständnis“ kommt. Ansonsten wäre es nur das, launig, lässlich, dümmlich; ich hatte einen fabelhaften Abend.

Und - letztlich rhetorisch gefragt -: Wer traut sich denn so etwas noch dieser Tage? Kunst vs Kunstgewerbe. Sich komplett den Erfüllungsaufträgen zu entziehen?

Aus dem Mitleid bei Camus macht Kruse eine Gnade. Милость. Das ist der zentrale Dostojewskijbegriff.
#7 Das Missverständnis, Berlin: aktueller Zeitgeist marie 2017-12-07 11:41
für mich hat jürgen kruse die aktuelle zeitgeist-atmosphäre bestens nachvollziehbar gestaltet. (mögen andere die strömungen des "zeitgeistes" auf ihre - andere - art wahrnehmen).

dirk pilz hat es wunderbar in ein bild von hieronymus bosch beschrieben und erlebt. DANKE! dem kann ich mich nur anschließen.

" Ist denn nirgends Ruhe, nirgends Sinn? Ist alles durcheinander geraten, die Welt zur Müllhalde der verbrauchten Hoffnungen geworden, zum Ort eines namenlosen Verbrechens wie diese Bühne hier behauptet? „The answer, my friend, is blowin’ in the wind.“
Besser hat es an diesem so coolen wie unverschämt ungeschliffenen Abend, wer ihn als Bild nimmt, am besten vielleicht wie eines von Hieronymus Bosch: als Angst- und Sehnsuchtsgemälde, voller schräger Existenzen, Fabelwesen, Schauerausgeburten, Witzfiguren. Schön."
www.fr.de/kultur/theater/deutsches-theater-ich-moechte-ruhen-a-1400961,2
#8 Das Missverständnis, Berlin: IdeenarmutDirk Walther 2017-12-27 09:24
Die Leistung der Schauspielerinnen und Schauspieler ist zwar zu bewundern, aber weder braucht irgend jemand dieses Stück, noch dessen fantasielose, vermeintlich kunstvolle Inszenierung. Sicher kann dargestellte Sinnlosigkeit zum Nachdenken über den Sinn des Daseins anregen, aber was hier - auch von den Kritikerinnen und Kritikern - als sehenswert gewürdigt wird, ist weiter nichts als Ausdruck völliger Ideenarmut und v.a. fehlender Bereitschaft und vermutlich auch Notwendigkeit - wie viele Steuergelder gingen in diese Produkution? - , sich dem Sinn des eigenen Tuns zu stellen. Hat Theater, will Theater nichts mehr sagen, weil alles schon gesagt worden ist? Ich möchte das nicht glauben.

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