Im Verunsicherungshochstand

von Esther Slevogt

Berlin, 15. März 2018. Am Anfang denkt man, das Berliner Gorki Theater hat sich den Regisseur Oliver Frljić fürs Diskurscontrolling ins Haus geladen. Sechs Schauspieler*innen, nämlich Mehmet Ateşçi, Mareike Beykirch, Svenja Liesau, Falilou Seck, Nika Mišković und Till Wonka, stehen vor dem Eisernen Vorhang, auf dem fett und im Corporate Design des Hauses "Mut zur Wahrheit" steht. Sie fangen an, ein paar signifikante Präliminarien des Theaters zu zitieren: zum Beispiel, dass hier bei Bewerbungen ausdrücklich Menschen "mit Migrationshintergrund" erwünscht sind und möglicherweise sogar bevorzugt behandelt werden. Das Gorki Theater nämlich verstehe sich als Stadttheater, das Berlins Diversität widerspiegele.

Nach Art des Hauses

Die Akteur*innen gehen dabei nach Art des Hauses vor, mischen ihrer Rede zur Beglaubigung Material mit autobiografischem Anstrich bei, bei dem man recht genau hinhören muss, um den gezielten Manipulationen nicht auf den Leim zu gehen. Wenn zum Beispiel Svenja Liesau von ihrer Vergewaltigung durch einen syrischen Exfreund berichtet, um anschließend ein Kind als angebliches (Er-)Zeugnis dieses Akts zu präsentieren. Mit (vorgegebener) autobiografischer Beglaubigung arbeiten auch Kampagnen wie #120db, eine Art #Metoo-Pendant von rechts, wo sich Frauen als (sexuelle) Opfer der Flüchtlingspolitik behaupten.

afd2 560 ute langkafel maifoto uMit Furor an der Rampe. Das ist Gorki! Nika Mišković, Mehmet Ateşçi, Svenja Liesau, Till Wonka, Falilou Seck, Mareike Beykirch © Ute Langkafel / Maifoto

So hat sich das Ping Pong der reflektierenden Sätze schon bald in ein bedrohliches Dilemma hinein geschraubt: dass nämlich, was eben noch so selbstverständlich positiv und als gesellschaftlicher Fortschritt erstrebenswert erschien, plötzlich böse zu schillern beginnt. Ebenso das Gesamtprogramm, mit dem das Gorki-Theater mit Beginn der Intendanz von Shermin Langhoff so überaus erfolgreich angetreten ist: nämlich einen Schwerpunkt auf migrantische und postmigrantische Positionen zu legen. Doch was gerade noch nach positiver Selbstbeschreibung klingt, kippt plötzlich um in bösartige wie ausgrenzende Anklage. In die beängstigend kruden Argumente beispielsweise, mit denen kürzlich die AfD an die Öffentlichkeit trat, und Mittelkürzungen für das Gorki Theater forderte. Aber auch selbstkritische Fragen werden laut: Machen wir hier nicht ebenso identitäre Politik wie die AfD? Tritt also das Gorki-Theater nicht selbst mit dem Anspruch an, sein Profil sei als Gesellschaftsmodell eine Alternative für Deutschland?

Demontage des Gorki Theaters

Dementsprechend ist auch der Abend überschrieben: "Gorki – Alternative für Deutschland?" Und im sechsten Bild steht bühnenfüllend tatsächlich ein echtes Modell des Hauses auf der Bühne, dessen Fassade die Akteur*innen aber bald demontieren, womit die Sicht auf kleine Räume freigegeben wird. Wir begegnen nun den Schauspieler*innen in intimen Szenen wieder, in denen sie Ängste zu Protokoll geben, welche die Gegenwart ihnen einflößt. Angst, das Erreichte zu verlieren, zum Beispiel. Aber auch Angst um Deutschland ist dabei.

Bis hierhin folgt man dem Abend und seinem bösen Spiel mit den Ambivalenzen einigermaßen gebannt. Denn Frljić gelingt anhand des Modells Gorki-Theater die ziemlich präzise Beschreibung eines gegenwärtigen Verunsicherungsstandes: Was passiert (uns) eigentlich gerade? Was gilt aktuell überhaupt noch? Dachte man gerade noch, das Richtige zu tun und zu wollen, entdeckt man sich plötzlich als unfreiwillige*r Teilnehmer*in auf dem gesellschaftlichen Schlachtfeld und womöglich auf der falschen Seite.

afd1 560 ute langkafel maifoto uIm Gerippe des Gorki Theaters. Bühnenbild von Igor Pauška, Kostüme: Sandra Dekanić
© Ute Langkafel / Maifoto

Dann aber erliegt der Abend leider der Faszination des Bösen. Der Schauspieler Falilou Seck trägt mit so demagogischem wie einfühlungstheaterndem Furor einen programmatischen Text des AfD-Chefideologen Marc Jongen von 2014 vor, den die Zeitschrift Cicero veröffentlichte. Jongen ruft darin mit großer Geste eine Art konservative Revolution aus und macht gespenstische Rechnungen zum "Amoklauf der Moderne" auf, die schwer nach NS-Gedankengut klingen. NS-Propagandaminister Goebbels wird später im Gorki auch noch zitiert: wie er unumwunden zugab, das parlamentarische System, dem die NSDAP 1933 den Wahlsieg verdankte, NATÜRLICH für dessen Abschaffung verwenden zu wollen. Mareike Beykirch wird in eine Naziuniform gekleidet, deren Einzelteile alle anderen Akteur*innen schon von Anfang an unbemerkt am Leibe trugen, und lächelt böse ins Publikum, derweil sie eine weiße Taube in der Hand liebkost. Aber da wird leider längst nur noch wild mit Mitteln des Polittheaters gefuchtelt, doch kein politisches Theater mehr gemacht. Dabei könnten wir es gut gebrauchen.

 

Gorki – Alternative für Deutschland? Über die repräsentative Schwäche des Theaters und der Demokratie im frühen 21. Jahrhundert
von Oliver Frljić
Unter Verwendung von Improvisationen von beteiligten Schauspieler*innen sowie Auszügen aus Texten von Wolfgang Engler, Bernd Stegemann, Peter Laudenbach, Marc Jongen, Cem Özdemir, Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der Kampagne #120db, Joseph Goebbels und dem Wahlprogramm der AfD zur Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2017
Regie: Oliver Frljić, Bühne: Igor Pauška, Kostüme: Sandra Dekanić, Dramaturgie: Aljoscha Begrich.
Mit: Mehmet Ateşçi, Mareike Beykirch, Svenja Liesau, Nika Mišković, Falilou Seck, Alexander Sol Sweid, Till Wonka.
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

www.gorki.de

 

Kritikenrundschau

Durchaus interessante Ausgangspunkte gebe es an diesem Abend, aber es werde daraus leider nichts entwickelt, sagt Peter Claus bei Deutschlandfunk Kultur (15.3.2018). Es bleibe bei einer Melange von Szenen und bei Statements. "Dem Publikum wird etwas vorgeworfen, aber ich werde weder so richtig schön provoziert, noch werde ich emotional wirklich gepackt", so Claus. Er vermisse eine wirkliche künstlerische Idee, das Publikum und die Künstler*innen hätten sich gegenseitig belacht und beklatscht. In dieser Falle der Selbstbezogenheit verheddere sich der Abend.

Die Provokation gehe nicht auf, Frljićs Frontaltheater gerate "selten über die bloße Abbildung hinaus", so Ute Büsing beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (16.3.2018). "Wie verachtenswert das ist, was die Partei Alternative für Deutschland verbreitet, meinen im Gorki-Publikum sowieso die meisten zu wissen", findet Büsing. "Die 'subversive Affirmation', also das Bloßlegen durch Reproduzieren, funktioniert hier nicht." Warum sollten sich zum Beispiel "geschätzte Darsteller" als Alibi-Schwarzer oder Quoten-Ossi "outen und demontieren", also "all die abwertenden Zuschreibungen aufgreifen, mit denen das erste große multi-ethnische Ensemble Theaterdeutschlands niedergemacht wird"? Der unausgegorene Abend werde "der rechten Gefahr nicht gerecht und bietet ihr auch kein Paroli. Nur ziemlich viel Larifari".

Als "Stadttheater im konkretesten Sinne" beschreibt Christine Wahl im Tagesspiegel (16.3.2018) Frljićs Arbeiten: "Er versucht so direkt und dabei intendiertermaßen plakativ und provokant wie möglich die jeweils lokalen Schmerzpunkte zu treffen". Raffiniert und amüsant inszeniere er im ersten Teil den Perspektivwechsel des Ensembles, das "die von außen (und bisweilen auch explizit rechtsaußen) an es herangetragenen Vorwürfe und Klischees zur Belustigung des Publikums höchstselbst von der Bühne herunterschleudert". Im zweiten Teil gebe er "diese Praxis" auf und lasse "in bewährter Verfremdungsmanier fast nur noch demagogische Reden etwa von Marc Jongen oder auch von Joseph Goebbels vorführen". "Schade", findet Wahl, "denn der Auftakt war tatsächlich originell-verheißungsvoll". 

"Leider keine Auseinandersetzung mit der AfD oder der Versuch, gesellschaftliche Ursachen ihres Erfolgs zu analysieren" hat Peter Laudenbach gesehen und schreibt in der Süddeutschen Zeitung (19.3.2018): "Verglichen mit seinen osteuropäischen Arbeiten wirkt 'Gorki, Alternative für Deutschland?', Frljics erste Inszenierung am Berliner Maxim-Gorki-Theater, reichlich hilflos." Der Abend stelle die eigene Ratlosigkeit aus, bleibe aber noch in der Geste der Selbstkritik narzisstisch, indem er "über weite Strecken auf doppelter Ironie-Metaebene" die am Gorki übliche Selbstthematisierung der Schauspieler fortsetze. "Als Symptom ist die Inszenierung gespenstisch: Sie demonstriert, wie sich die Kulturlinke am liebsten mit sich selbst beschäftigt, während die radikale Rechte das Klima vergiftet", so Laudenbach. "Das kann nicht das letzte Wort sein, erst recht nicht an einem der wichtigsten politischen Theater des Landes."

Am für seine Diversity und Queerness berühmten Gorki Theater lege Frljić "als Erstes den Finger in die bei jedem Erfolgsmodell drohende Selbstgefälligkeit, dass hier Theater von der moralisch (und natürlich auch politisch) richtigen Seite aus gemacht wird", so Eva Behrendt in der taz (20.3.2018). Im Vergleich zu anderen Frljić-Abenden allerdings falle die "frontale Gorki-(Pseudo-)Selbstkritik zum Auftakt geradezu unter feinsinnige Diskursanalyse". Vielleicht sei das die Message: "Verheddert euch nicht in intellektuellen Rechthabereien, sonst siegen ganz andere. Wozu dann aber auch anderthalb Stunden lang diese Inszenierung beigetragen hätte."

3sat berichtete in seiner Sendung "Kulturpalast" (31.3.2018) über die Inszenierung. 

 

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Kommentare

Kommentare  
#1 Gorki - AfD, Berlin: verheddert sich in IronieKonrad Kögler 2018-03-16 10:09
Ich stimme Esther Slevogt weitgehend zu.

Der Einstieg ist vielversprechend: Selbstironisch setzt sich das Gorki Theater mit den Vorwürfen auseinander, die Shermin Langhoffs Intendanz seit dem Start im Herbst 2013 begleiten. Nika Miškovíc, die Regisseur Oliver Frljić als Gast mitgebracht hat, wirft ihren Mitspielerinnen und Mitspielern vor, dass sie sich in ihrer Nische gemütlich eingerichtet haben. Talent müsse man nicht vorweisen, ein Migrationshintergrund reiche völlig, am besten habe man noch eine queere sexuelle Orientierung, dann stehe einem Engagement am Gorki nichts mehr im Weg. Der Spielplan komme nicht über eine Nabelschau von und für Minderheiten hinaus. Schon dieser erste Teil verheddert sich aber etwas zu sehr in seinen ironischen Wendungen.

Langsam robbt sich der Abend im zweiten Teil an die AfD heran. Das halbe Ensemble dieses Abends sei mittlerweile in die Partei eingetreten. Auf der Bühne beginnt ein Disput mit heftigen Beschimpfungen, die zur Hälfte untergehen, weil sich die Spielerinnen und Spieler gegenseitig ins Wort fallen. Dramaturg Aljoscha Begrich sprach in einem Radiointerview vom Ziel, den „Normalisierungsprozess in der Gesellschaft, der sich breit macht und wo auch Leute, von denen man denkt, sie sind links oder behaupten immer, links zu sein, eigentlich aber immer mehr rechtes Vokabular, rechte Statements in ihre Gespräche einbringen“ abzubilden. Dem kommen einige Szenen von Mehmet Ateşçi am nächsten, der davon erzählt, dass das heutige, von Gentrifizierung und Touristen besuchte Kreuzberg nur noch wenig mit dem Kiez seiner Kindheit zu tun habe, und sich dann in Abschottungsreflexe und Überfremdungsängste hineinsteigert.

Zu platt ist die letzte Szene geraten, in der Provokateur Frljić die neu in den Bundestag eingezogene AfD gedanklich mit einem berühmten Goebbels-Zitat kurzschließt, der darüber spottete, dass sich die Demokratie ihren Feinden wehrlos ausliefere und ihnen alle Mittel an die Hand gebe, sie abzuschaffen.

Leider endet „Gorki – Alternative für Deutschland?“ dort, wo die Auseinandersetzung und der Streit beginnen müssten, so dass der Abend nicht über ein launiges Intro in sein brisantes Thema hinauskommt.

Komplette Kritik: daskulturblog.com/2018/03/15/gorki-alternative-fuer-deutschland-oliver-frlijcs-kurzer-abend-ueber-das-programm-des-gorki-theaters-und-der-afd/
#2 Gorki-AfD, Berlin: der Dramaturg im Interviewmarie 2018-03-16 11:28
Gorki-Dramaturg Aljoscha Begrich im Interview:

" Dem Theater sei es darum gegangen, nicht einfach nur ein Thema zu setzen, mit dem man "sehr viele Leute aus einem gewissen bürgerlichen Publikum auf seine Seite bekommen hätte, sondern anzusetzen an der Kritik am Maxim Gorki Theater selbst – die bei Links und Pseudo-Links anfängt und bei Rechts und Rechtspopulistisch aufhört".

Der Untertitel des Stücks sei "Über die Schwäche des Theaters und der Demokratie", erklärt Begrich:

"Beide Institutionen leiden unter einem Repräsentationsdruck oder -anspruch, also dass man die Realität abbilden will – was ein irres Unterfangen ist, nur in einer Demokratie ist noch einmal doppelt idiotisch oder doppelt verrückt, weil hier bestimmte antidemokratische, verfassungsfeindliche Tendenzen, Gruppen und Parteien demokratisch legitimiert in ein Parlament einziehen können, um das dann auszuhebeln.

Klar sei, dass demokratische Institutionen genutzt werden sollen, um sie dann zu zerstören, so Begrich. Regisseur Oliver Frljic ziele also mit seinem Stück auf die grundlegenden Dynamiken oder Schwächen der Demokratie."

www.deutschlandfunkkultur.de/gorki-dramaturg-aljoscha-begrich-im-interview-eine.2156.de.html?dram:article_id=412970
#3 Gorki-AfD, Berlin: Dichtung unterschätztFreie Dramaturgie 2018-03-16 12:59
Tja, Ernst Jandl brauchte für solche Rinks-Lechts-Verwechselei nur ein paar wenige Zeilen... Es ist immer von Nachteil für Publikum, wenn das Theater Dichtung als eines seiner Essentials unterschätzt...
#4 Gorki-AfD, Berlin: kein AbnicktheaterPrinzessin 2018-03-17 08:24
Also "einfühlungstheaternd" ist schon eine schlimme Kampfvokabel. Es ist doch erstmal nicht verkehrt, wenn man in der Darstellung divergenter oder auch abwegiger Positionen/Texte nicht gleich kommentierend den Zuschauer*innen die Auseinandersetzung mit dem Inhalt abnimmt. Sich von diesem Abnicktheater à la Gorki mal kurz zu verabschieden ist doch eine gute Idee. Sonst erlebe ich hier gerne mal die ewige Wiederkehr des langweiligsten Einverständnisses unten wie oben.
#5 Gorki Alternative für Deutschland, Berlin: AngsträumeSascha Krieger 2018-03-24 13:06
Die erste Hälfte des Abends ist ein Strudel aus Klischees, Selbstbehauptungen, Anfeindungen und Selbsthinterfragungen. Jegliche politische Setzung dieses Theaters und seiner Programmatik erscheint angreifbar – von den „Rechten“ wie von den „Linken“, sieht sich einer kaum aufzulösenden Ambivalenz aus positiver und negativer Bewertbarkeit gegenüber, welche die Gewissheiten dieses Hauses und das wohligen Überlegenheitsgefühl seines Publikums aufs Korn nehmen, in dem sie es bloßstellen – und dies mit den bewährten künstlerischen und diskursiven Mitteln dieser Bühne. Falilou Seck will sich nicht mehr rechtfertigen, als mensch mit dunkler Hautfarbe auf einer deutschen Bühne zu stehen, während Till Wonka eben das Deutschsein dieses Theaters vermisst. Man spricht eigene Texte, zitiert aus Theaterkritiken und theoretischen Schriften, aber auch aus AfD-Texten. Alles vermischt sich und kann von einer Sekunde auf die andere kippen, nein, in ein und derselben eines und dessen Gegenteil sein. Ist das Gorki, wie der Titel fragt, eine Alternative, oder spielt es nicht nur das Spiel derer mit und denen in die Hände, die sich selbst als eine solche titulieren?

(...)Irgendwann fällt der Eiserne und ein großes Modell des Theaters (Bühne: Pauška) erscheint. Bald wird es zerlgt und gibt den Blick frei auf ganz deutsche Angsträume, private und öffentliche. Seck trägt mit verzerrtem Ton einen text des AfD-Ideologen Marc Jongen, Mareike Beykirch bekommt eine Wehrmachtsuniform angezogen, die sich aus Einzelteilen zusammensetzt, die alle Darsteller*innen zuvor unbemerkt getragen haben. Ein stimmiges Bild, das gleich textlich unterlegt wird: Das führen AfD-Zitate direkt in Texte Joseph Goebbels‘ über die Ausnutzung der Demokratie mit dem Ziel ihrer Abschaffung. Die Wurzeln des Totalitarismus liegen mitten in unserer Gesellschaft, sagt uns das. Erkennen wir sie, ist es oft bereits zu spät. Da ist der Abend längst seine eigene Karikatur geworden, eine Verkörperung des gleichen eindimensionalen didaktischen Theater, das er zuvor so virtuos auseinandernahm und durchleuchtete, eine Kopfnick- und Hirausschalt-Verantstaltungen für ein längst wissendes Publikum. So beißt sich dieser zunächst aufwühlende Abend selbst in den Schwanz und spürt den Schmerz nicht. Das ist weniger schade als ärgerlich. Doch dass sich Ärger erkenntnisbringend verwerten lässt, hat der erste Teil gezeigt. Noch ist die Hoffnung ebenso wenig tot, wie die Untoten, von denen Oliver Frljić erzählt.+

Komplette Rezension: stagescreen.wordpress.com/2018/03/24/die-sich-selbst-zerlegen/

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