Der Intendant macht sich ein Bild der Atmosphäre an seinem Haus

2. Juni 2018. Die neue Ausgabe des Spiegel (Nr. 23, 2.6.2018) veröffentlicht ein Interview mit dem Kölner Schauspielintendanten Stefan Bachmann, in dem dieser zu den Vorwürfen des Mobbing an seinem Haus Stellung nimmt. Für den Spiegel sprach diesmal neben Laura Backes mit Anke Dürr auch eine Theaterexpertin.

Zahlreiche Abgänge

Der Spiegel fragt nach den "ungewöhnlich vielen" Mitarbeitern, die weggegangen seien, beantwortet Bachmann mit: "Weitestgehend" habe man sich im Guten getrennt.

Mobbing, Solidaritätserklärung und Renovierung

Auf die Frage nach den Mobbingvorwürfen gegen seine Frau, die Schauspielerin und Regisseurin Melanie Kretschmann und die Kritik, dass er nichts dagegen unternommen habe, führt Bachmann aus, dass er sich gegen eine "Pauschalverurteilung" wehre. Allerdings nehme er die Vorwürfe "ernst" und gehe ihnen nach. "Deshalb habe ich eine Mediatorin ans Haus geholt", die schon mit der Arbeit begonnen habe."Gemeinsam mit dem Ensemble und den beiden Hausregisseuren wollen wir uns ein Bild der gegenwärtigen Atmosphäre machen." Er freue sich, dass "sich das Ensemble mit einem öffentlichen Statement hinter" ihn stelle.

Allerdings, wendet Der Spiegel ein, habe diese Solidaritätserklärung ja niemand mit seinem Namen unterschrieben. Darauf Bachmann: Dafür habe er "vollstes Verständnis". Man müsse die besondere Situation des Hauses bedenken. Nicht für zwei Jahre, wie beim Amtsantritt 2013 gedacht, sondern für zehn Jahre müsse man an einer Interimsspielstätte "unter extrem schwierigen Bedingungen" Theater machen. Unter "diesen Umständen" sei es möglich, dass "Probleme übersehen" worden seien.

Vetternwirtschaft

Er, Bachmann, sagt der Spiegel, habe seine Frau nach Köln und ins Ensemble mitgebracht. "Man könnte das als Vetternwirtschaft bezeichnen." Darauf Bachmann: "Ich nehme die Fragen hinsichtlich der Herausforderungen, die sich durch eine enge Bindung zwischen Intendant und einem Ensemblemitglied ergeben, ernst und bin bereit zuzuhören. Dass wir eine Komplizierung in dem Bereich haben, ist ebenfalls Teil der Mediation."

(Der Spiegel / jnm)

 

Mehr zum Fall Köln? Auch im Gespräch mit Martin Krumbholz in der Süddeutschen Zeitung und gegenüber Stefan Keim in der Welt nimmt Stefan Bachmann Stellung.

 

 
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