Im Paradies

Mülheim, 2. Juni 2018. Thomas Köck gewinnt mit seinem Stück paradies spielen (abendland. ein abgesang) den mit 15.000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikerpreis 2018. Das am Nationaltheater Mannheim in der Regie von Marie Bues uraufgeführte Werk setzte sich in der öffentlichen Jury-Diskussion mit 4:1 Stimmen durch. Insgesamt waren acht Stücke zu dem diesjährigen Wettstreit um das beste neue Stück des Jahres geladen.

Begründung

Die Jury beschrieb "paradies spielen (abendland. ein abgesang)" als einen musikalischen und rhythmischen Text, der zwischen Dramatik, Prosa und Lyrik oszilliere. Er sei eine Komposition, in der sich die verschiedenen Ebenen kreuzten, wodurch eine Vielzahl neuer thematischer Bezüge entstünde. Köck entfalte eine Welt großer Metaphern und kluger Assoziationen und beschreibe mit Empathie, wie Empathie verloren gehe. Er schaffe mit Virtuosität und Sprachgewalt eine Dystopie, die sich bei aller Negativität auch durch Humor auszeichne.

Jury

Der Preisjury gehörten in diesem Jahr Jürgen Berger (Sprecher des Auswahlgremiums, freier Theater- und Literaturkritiker u.a. für die Süddeutsche Zeitung), Till Briegleb (Autor u.a. für die Süddeutsche Zeitung und das Kunstmagazin art), Ludwig Haugk (Leitender Dramaturg des Maxim Gorki Theaters Berlin), Angela Obst (Dramaturgin am Residenztheater München) und Lars-Ole Walburg (Regisseur und Intendant des Schauspiels Hannover) an.

Publikums- und Kinderstückepreis

Der undotierte Publikumspreis der Mülheimer Theatertage geht an Elfriede Jelinek für Am Königsweg, das in der Uraufführungsinszenierung von Falk Richter vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg auf dem Dramatikerfestival zu sehen war. Den mit 10.000 Euro dotierten Kinderstückepreis erhielt am 18. Mai 2018 Oliver Schmaering für seinen Text "In dir schläft ein Tier", uraufgeführt am Theater an der Parkaue Berlin in der Regie von Hanna Müller.

(Mülheimer Theatertage NRW / chr)

 
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