Mediationsverfahren angeregt

4. September 2018. Die im Juli fristlos entlassene Intendantin des Wuppertaler Tanztheaters Adolphe Binder wehrt sich vor dem Arbeitsgericht gegen ihre Kündigung. Das berichtet unter anderem die Wuppertaler Rundschau. Am heutigen Dienstag war diversen Zeitungsberichten zufolge in Wuppertal eine Güteverhandlung angesetzt, die jedoch ohne Einigung blieb.

Adolphe Binder hatte die Intendanz des von Pina Bausch gegründeten weltberühmten Tanztheaters erst 2017 angetreten und ursprünglich einen Vertrag bis 2022. Ihre Kündigung war unter anderem damit begründet worden, sie habe ihre Aufgaben als Intendantin nicht wahrgenommen, keinen Spielplan vorgelegt und immer wieder eigenmächtig gehandelt. Dem hatte Binder vehement wiedersprochen, unter anderem in einem Offenen Brief. Diverse Angebote für eine einvernehmliche Trennung lehnte Binder daher ab und machte den Zeitungsberichten zufolge heute auch während des Gerichtverfahrens noch einmal deutlich, weiter mit der Compagnie arbeiten zu wollen.

Die Probleme der Zusammenarbeit lägen offenbar viel tiefer als nur im Streit über den neuen Spielplan, stellte der Richter Carsten Gironda einem Bericht der Welt zufolge nach der 45minütigen Verhandlung fest. Akten zeigten Meinungsverschiedenheiten von Anfang an, die durch ein Kündigungsverfahren nicht zu lösen seien. Der Richter empfahl den Parteien ein Mediationsverfahren. Beide Parteien haben nun zwei Wochen Zeit, auf den Vorschlag zu reagieren.

(Wuppertaler Rundschau / Die Welt / sle)

 

Update, 18. September 2018. Adolphe Binder lehnt das gerichtlich vorgeschlagene Mediationsverfahren in der Auseinandersetzung um ihre Kündigung ab. Das teilte die im Juli fristlos gekündigte Intendantin des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch heute in einer Presseaussendung mit. In der Durchführung eines Güterichterverfahrens könne sie "keinen Sinn" erkennen, so Binder. Äußerungen der Verantwortlichen beim Tanztheater Wuppertal, namentlich von Geschäftsführer Dirk Hesse, legten nahe, dass diese "in ein Güterichterverfahren nicht ergebnisoffen eintreten würden". Unter anderem sei ihre Rückkehr auf den Posten als Intendantin sowohl beim ersten Gerichtstermin vom 4. September als auch gegenüber den Medien "kategorisch ausgeschlossen" worden. Im vorliegenden Rechtsstreit habe sie daher das Gericht gebeten, dem Verfahren Fortgang zu geben, so Binder. Eine Stellungnahme des Tanztheaters Wuppertal zum Vorgang liegt bislang nicht vor; Adolphe Binders Presseaussendung sei ihnen nicht zugegangen, sagte die Presseabteilung des Tanztheaters gegenüber nachtkritik.de. (eph)

Im Interview auf Deutschlandfunk Kultur (19.9.2018) erläuterte Adolphe Binder noch einmal ihre Gründe für den Rechtsstreit und bekräftigte ihren Wunsch, als Intendantin in Wuppertal weiterzumachen.

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Kommentare

Kommentare  
#1 Tanztheater Wuppertal: SumpfHelge Ärgerlich 2018-09-08 12:24
Aus der Hamburger Perspektive wirkt das Alles unfassbar. Wie kann es sein, dass man hier Karten für Januar kriegt und in Wuppertal so tut, als gäbe es kein Programm... Wen verkauft man hier für dumm?
In Zeiten des Internets lässt sich nichts mehr so leicht verbergen. Auch nicht die Schattenspieler und die Schattenmotive.

(...)

Das ist ja eine Wohltat liebe Frau Duck, dass jemand einmal Ross und Reiter benennt. Es ist zum Heulen, dass man Pinas Tanztheater den Haien vorgeworfen hat. Carpe Viam? Nein Carpe Pina. Der Intendantin kann man nur raten sich aus diesem Sumpf freizustrampeln und um ihr Leben zu laufen. Die Tänzer am besten gleich hinterher. In diesem düsteren Tal haben die nichts mehr zu suchen.

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Teile dieses Kommentars entsprechen nicht unseren Kommentarregeln, nachzulesen hier: www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12&Itemid=102
#2 Tanztheater Wuppertal: zu Tage gefördertSilvia F. 2018-09-11 13:50
Wie aus den Lokalmedien zu entnehmen ist, haben die handelnden Personen der Kulturpolitik eine offene Moderation bereits abgelehnt. Das ist um so bedauerlicher, als dass man sich keine Mühe gibt zu verbergen, dass hier bereits seit Längerem ein Plan verfolgt wird, der auf dem Rücken einer energischen und ambitionierten Intendantin ausgefochten wird. Vielleicht hätten die Herren sich vorher mal klar werden sollen, was sie denn nun eigentlich wollen. Die Frage die bleibt ist, wem die Situation zupasse kommt und wem sie nutzt. Dem Tanztheater ganz sicher nicht soweit damit die Kunst gemeint ist. Den Beratern, die ja nun offen liegen da schon eher, seien es Beratungsfirmen wie die erwähnten CFBB Hildesheim oder Carpe Viam Düsseldorf oder Pressekrisenberater wie Bieger aus Berlin. McKinsey ist auch noch mit von der Partie. Sie alle mischen hier teuer mit so es aus den Webseiten, Portalen und Gerichtssälen zu entnehmen ist. Und wieder. Für wen WIRKLICH? Gibt es einen Plan, der konstruktiv ist und was ist an Binder so unbequem. Dass sie Innovation verkörpert, weiß man nicht nur in der Tanzszene. Wem sie dabei auf die Zehen gelatscht ist, wird hoffentlich bald ans Tageslicht kommen.
#3 Tanztheater Wuppertal: Anfrage in o.g. SacheGrüne-Wuppertal 2018-09-12 08:07
Arbeitsgerichtsverfahren Adolphe Binder–Stadt Wuppertal

Anfrage an den Ausschuss für Finanzen, Beteiligungssteuerung und Betriebsausschuss WAW am 18.09.2018

Sehr geehrter Herr Reese,

am Dienstag, den 04.09.2018, fand der Gütetermin zwischen dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch GmbH und der ehemaligen Intendantin Adolphe Binder vor dem Arbeitsgericht statt. Der Arbeitsrichter empfahl ein richterliches Mediationsverfahren, dem beide Parteien noch zustimmen müssen.

Am 07.09.2018 zitierte die Westdeutsche Zeitung Stadtdirektor Dr. Slawig mit den Worten: “Für Frau Binder gibt es kein Zurück“. Laut dieses Artikels soll er erklärt haben, Adolphe Binder habe keine Zukunft in Wuppertal und er schließe ihre Rückkehr aus. Ein Gerichtssprecher stellte klar, dass das Güterichterverfahren ergebnisoffen ist und damit auch eine Rückkehr von Frau Binder möglich ist.

Dieser Darstellung widersprach wiederum der ständige Vertreter der Direktorin am Arbeitsgericht, Arbeitsrichter Hansel, in der Wuppertaler Rundschau.

‘”Wenn man ein Ergebnis von vornherein ausschließt’, so Presserichter Ronald Hansel auf Rundschau-Nachfrage, ‘wäre das allerdings keine Voraussetzung für ein solches Güterrichterverfahren, das ja ergebnisoffen geführt wird.’
Sollte das Tanztheater daher den arbeitsrechtlichen Prozess um die fristlose Kündigung fortsetzen wollen, dann besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass das Gericht zum Ergebnis kommt, dass diese rechtlich unwirksam sei. ‘Dann darf Frau Binder auf jeden Fall ihre Arbeit fortsetzen’, stellt Hansel klar. Ob Slawig das will oder nicht. Ihr Vertrag läuft dann bis 2022.”

Die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet in diesem Zusammenhang um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Ist die Darstellung der Aussagen von Herrn Dr. Slawig in der Westdeutschen Zeitung vom 07.09.2018 zutreffend?

2. Wenn 1. mit ja beantwortet wird:
Entspricht die Aussage von Herrn Dr. Slawig auch der Position der Stadtverwaltung und des Tanztheaters?

3. Wer vertritt das Tanztheater in dem Arbeitsgerichtsverfahren gegen die ehemalige Intendantin?

4. Kann die Verwaltung die Darstellung des Arbeitsrichters Hansel bestätigen, dass nicht Herr Dr. Slawig darüber entscheidet, ob eine Rückkehr von Frau Binder möglich ist, sondern das Arbeitsgericht?

5. Wird die Verwaltung das Güterichterverfahren ergebnisoffen durchführen?

6. Welche Kosten kommen auf die Stadt zu, sollte das Gericht feststellen, dass die Kündigung von Frau Binder unwirksam war?

7. Teilt die Stadt die Einschätzung, dass die Aussagen von Stadtdirektor Dr. Slawig vor dem Hintergrund des laufenden Verfahrens vor dem Arbeitsgericht und der vom Arbeitsrichter angeregten Mediation die Position der Stadt bzw. des Tanztheaters nicht zwingend verbessert hat?

8. Hat es in der Vergangenheit ähnliche Fälle gegeben, in denen die Rückkehr von Mitarbeiter*innen in Zusammenhang mit Arbeitsgerichtsverfahren kategorisch ausgeschlossen wurde?
Wenn ja, welche Verfahren waren das?

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Lüdemann Marc Schulz
Stadtverordneter Fraktionsvorsitzender

(Die Antwort aus dem Büro des Wuppertaler Oberbürgermeisters Andreas Mucke findet sich hier: www.gruene-wuppertal.de/fraktion/wp-content/uploads/2018/09/Antwort_Kuendigung_Adolphe_Binder.pdf – d. Red.)
#4 Tanztheater Wuppertal: Offene Fragentalfreund 2018-09-15 10:24
Wie weit geht die Verwaltung in Wuppertal noch? Und wie weit lässt der Beirat und die Politik dort noch (...) über sich hinweggehen?
Stimmt es, dass man schon mit Bettina Wagner-Bergelt als Nachfolgerin für Frau Binder verhandelt? Und das schon lange vor der fristlosen Kündigung der Intendantin getan hat?
Wird Christian Koch, jetzt noch Projekt-Geschäftsführer des geplanten Pina-Bausch Zentrums, tatsächlich der Nachfolger von Herrn Hesse als Geschäftsführer des Tanztheaters? Es gibt keine offizielle Stellenausschreibung, obwohl Herr Hesse ja angeblich sehr bald gehen soll. (...) Und nirgendwo ein Wort über die Kunst. Und es bedeutet es, dass man Pläne hatte? Einen schon älteren Plan, in den Frau Binder nicht passen wollte und darum gehen musste?
Kamen die angebliche Zerrüttung, Spielplanprobleme und andere Vorwürfe zeitlich nach diesen Plänen?

Alle Tourneen des Tanztheaters sind überall in der Welt bekannt und Karten werden verkauft, nur in Wuppertal und auf der Website des Tanztheaters weiß man davon nichts?!?
Oder will man einen Spielplan, der fast nicht von dem der gefeuerten Intendantin zu unterscheiden ist, lieber nicht veröffentlichen? Sonst könnte man die Kündigung ja nicht vor dem Richter rechtfertigen. (...)

( Hier ein paar Beispiele zum „nicht existierenden“ Spielplan:
desingel.be/nl/programma/dans/tanztheater-wuppertal-pina-bausch-1980-een-stuk-van-pina-bausch

www.kampnagel.de/de/programm/1980--ein-stueck-von-pina-bausch/

www.ingressorapido.com.br/event/7032/d/29969 )

Und warum haben Stadt, Beirat und Tanztheater immer noch keine Anzeige gegen die Person erstattet, die seinerzeit diese geheime Aktennotiz mit den zumeist unwahren und ungeprüften Beschuldigungen über Frau Binder an die Presse durchgestochen hat?
Tanztheater und Binder wurden beschädigt durch eine kriminelle Handlung. Nur Tänzer distanzierten sich damals.
Besteht bei Stadt, Beirat und Verwaltung des Tanztheaters kein Interesse an der Aufklärung, so lässt das schlimmes vermuten.

Wer an der Wahrheit interessiert ist, darf diese Fragen nicht unbeantwortet lassen. Kunst, Künstler und das Tanztheater, eine Oase der Menschlichkeit bisher, in Händen von Verwaltung und Geldgebern, die unmenschliche Methoden bis hin zu verbalen Hinrichtungen anwenden, sind inakzeptabel.
Herr Hesse, Herr Nocke und Herr Slawig müssen Antworten geben, wenn nötig vor Gericht. Wo bleibt da aber der Schutz des Tanztheaters, den sie immer wieder als Grund für ihr verschwiegenes Handeln angaben? Warum gehen diese Herren so lange so weit? Bis die Fragen verstummen und das Interesse abebbt?

Wo steht das Tanztheater Pina Bausch? Oder ist es längst gefallen?

(Teile des Kommentars wurden gekürzt, weil sie nicht den Kommentarregeln von nachtkritik.de entsprechen. nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12&Itemid=102 D. Red.)
#5 Tanztheater Wuppertal: GeklungelGudrun Meckel 2018-09-15 19:59
Der Wuppertaler Lokalpolitfilz ist sich keines Widerspruchs und keiner Provinzposse zu schade. Es wird gelogen und verdreht, dass sich die Balken biegen. Was soll's, das merkt ja keiner, das sitzt man aus. Es ist ja noch immer gut gegangen im Dreieck Wuppertal-Solingen-Remscheid. Das sitzt man aus, das Geklungel merkt ja keiner. Oder man hat sich der Reul-Nocke-Slawig-Rees Achse ergeben, die beamtet verwaltet wie deren Zwilling Hesse-Hilterhaus-Koch-Bieger.
Und einen Krisenmanager in solcher Sache bezahlt ja die Stadt auch seit Jahren mit Herrn Bieger. Auch dass man aber Krisen selbst verursacht, um von sich abzulenken ist keine neue und originelle Politstrategie. Sich ins Tanztheater zu verbeissen und zu regieren als besitze man das Tanztheater wie Louis XIV das Pariser Opernballett vor dreihundert Jahren ist sehr frech.

Ein Lichtblick das Tanztheater in Berlin und Wuppertal zu sehen mit Binders Programm und ihr mittendrin. Lassen Sie sich von dem Corps nicht unterkriegen, halten Sie durch.
#6 Tanztheater Wuppertal: nicht nach der PfeifeSandra Longis 2018-09-16 12:51
In welchen Sumpf Frau Binder in NRW geraten ist, war ihr sicherlich nicht zu erahnen. Interessant dass sie gefeuert wurde, nachdem sie einen unerwartet guten Auftakt hatte und nachdem sie sich mit dem Ordnungsamt und dem Polizeipr. zur Nazidemo im Juni angelegt hat. Wer in Wuppertal nicht nach der konservativen Pfeiffe tanzt, wird aufgefordert den Ball zu verlassen. Die Gutsherrenart wie es das Barmer Rathaus am liebsten hat muss ein Ende haben. Es ist darum gut und wichtig, dass dies alles passiert und jetzt dieser Sumpf ans Licht kommt und sonnengetrockenet wird. Ohne die nationale Aufmerksamkeit, die Pina Bauschs Theater war es zu schwer. Noch leben wir in einer Demokratie und es gibt Kunstfreiheit und Pressefreiheit, nicht wahr Herr Leuschen? Alternative Fakten sollten diesen heissen Draht nicht strapazieren.
#7 Tanztheater Wuppertal: ein PolitikumFerdinand Dike Eunom 2018-09-17 11:51
Nicht zum ersten Mal befeuern politische Beamte in Wuppertal Gerüchte fernab von Fakten und Beweisen. Das untergräbt unsere Demokratie. Volksvertreter, die wiederholt desinformieren und Lügen und Straftaten verharmlosen, müssen gehen. Das gilt nicht nur für Herrn Maassen. Aufstehen, sich wehren gilt für Künstler wie Bürger. Die Causa Tanztheater ist ein Politikum.
#8 Tanztheater Wuppertal: DunkelkammernWuppertaler 2018-09-17 13:13
Unsere Repräsentative Demokratie lebt vom Vertrauen der Repräsentierten Bürger (Prinzipal)in die Repräsentanten (Agenten). Kommunal heißt das in Stadtverordnete, Oberbürgermeister und vom Rat gewählte Beigeordnete. Nach der Sog. Prinzipal Agent Theorie herrscht zwischen Prinzipal und Agent immer eine Informationsasymetrie. Der Agent (auch Diener) weiß immer mehr wie der Prinzipal (Herr). Dieses Dilema verstärkt sich durch überlagernde persönliche und politische Interessen,ewigen Amtszeiten und fehlender Kontrolle. Die Stadtverordneten/Rat sind entweder nicht Willens zu kontrollieren (eigene persönliche Interessen, Leichen im Keller)oder sie sind als ehrenamtliche Politiker nicht professionell genug die systemische Intransparenz (Kungelei oder strukturelle Korruption)zu erkennen und ihr effektiv entgegenzutreten. Da hilft nur eins: das System aufbrechen und reformieren und deutlich mehr Bürgerschaftliches Engagement. Schafft die Dunkelkammern in den Rathäusern ab. Holt Euch Eure Stadt wieder. Eure Theater und Eure Kommunale Infrastruktur.
Diese Agenten machen unsere Städte und unsere Kommunale Demokratie kaputt!
#9 Tanztheater Wuppertal: KleinstadtsittenFerdinqnd Dike Eunom 2018-09-17 20:58
Lieber Wuppertaler. Ja die Stadt ist wie Sie sagen in falschen Händen. Und diese Hände haben grosse Münder, die wilhelminisch Macht demonstrieren müssen. So auch im Falle Slawigs demonstrativen Aussage, dass ER Binder keinesfalls zurücknimmt. Die Grünen erhalten Morgen hoffentlich ein paar Antworten auf dieses unsägliche Gebaren. Die können von Glück sagen, dass die Tänzer zur Zeit überhaupt noch spielen. Das haben die nicht verdient: So eine Verarmung der Sitten. Von einer Grossstadt entfernt sich Wuppertal mehr und mehr.
#10 Tanztheater Wuppertal: unselige DoppelstrategieFelicitas 2018-09-18 12:32
In der WR wurde es doch auf den Punkt gebracht;
Unselige Doppelstrategie
Betr.: "Binder will zurück", Arbeitsgerichtsverfahren wegen des Streites im Tanztheater,

Die Aussage von Herrn Dr. Slawig macht einmal mehr die unselige und widersprüchliche Doppelstrategie des Tanztheaters Wuppertal (TTW) beziehungsweise der Stadt deutlich:

Wir wollen die Kunst von Pina Bausch fortsetzen, unterstützen aber die dafür ausgewählten Personen nicht.

Wir wollen eine Intendantin für das TTW, werden sie aber nicht mit den dazugehörigen Kompetenzen ausstatten.

Wir wollen eine Mediation, sie muss aber dazu führen, dass sich die Intendantin in die Organisation einfügt, ohne dass wir Veränderungen vornehmen müssen.

Wir wollen sogar eine ergebnisoffene gerichtliche Güteverhandlung: Es kommt aber nicht in Frage, dass wir Adolphe Binder wiedereinstellen.

Es ist erfreulich, aber offenbar auch notwendig, dass der Presserichter Ronald Hansel dem Wuppertaler Kämmerer etwas Nachhilfeunterricht in Gewaltenteilung gibt.

Warum lässt Herr Slawig den Eindruck entstehen, dass er ein für ihn beziehungsweise die Stadt unerwünschtes Urteil des Arbeitsgerichtes nicht akzeptieren würde?

Gerade heute sollte sich doch jeder Politiker und erst recht jeder Beamte darum bemühen, deutlich zu machen, dass er die Grenzen seiner Macht kennt und respektiert. Politiker, die diese Ehrfurcht vor dem Gesetz und den Instanzen des Rechts verloren haben, sind ein Problem – nicht nur für Adolphe Binder und das TTW, sondern für jeden Bürger.
#11 Tanztheater Wuppertal: erneut verwaistRaimund 2018-09-18 14:46
Als treuer und alter Fan des Tanztheaters habe ich fast nervös auf den Beginn der 1. Vorstellung „Vollmond“ gewartet. Mich dabei erwischt in den Gesichtern und den Darbietungen der Akteure Anzeichen und Spuren des Skandals zu entdecken. Das Stück fast noch in Originalbesetzung, die tänzerischen Urgesteine der Frau Bausch auf der Bühne. Meine Dankbarkeit und größter Respekt gelten diesen Tänzern. Und Frau Binder habe ich im Publikum entdeckt und mich sehr gefreut diese zu sehen. Sie gab der Company einen Wert. Der Applaus - in diesem Ausmaß selbst für das verwöhnte Tanztheater eine besondere Ausnahme - wirkte auf mich wie eine Ermutigung und Trost. Ein Signal. Auch an die Intendantin. Denn kein Geld der Welt und keine Verwaltung und keine Politik darf die Kunst der Pina Bausch vereinnahmen. Sie gehört in liebende und pflegende Hände. Von Menschen, welche nicht in aller Öffentlichkeit über das Altern und Altsein der Bausch-Tänzer lästern. Über deren Fähigkeiten. Lieber Herr Nocke, Herr Slawig, Herr Hesse und Herr Mucke, schauen Sie sich Herrn Mercy an, Frau Stanzak, Frau Panadero und Frau Pikon an und bedauern Sie die noch zu jungen Tänzer für das, was ihnen noch fehlt! Und bedenken Sie bitte: Wer das Alter dort als Problem sieht, hat sich den falschen Arbeitsplatz und das falsche Metier ausgesucht. Bei diesem Werk und diesen Menschen darf man es nicht an Demut fehlen lassen, an Liebe, an Bewunderung.
Frau Bausch starb vor 10 Jahren und erneut stürzt man die Tänzer in ein Unglück und lässt sie verwaisen. Wofür?
Meine Herren, besinnen Sie sich!
#12 Tanztheater Wuppertal: Wake up!Lojack 2018-09-24 16:18
Time for transparencia and honesty towards all artistas and the artworld .
And time for an apología.
Who do these funcionaires think they ate. a mess they made with this jewel.
Stop the administrators from playing with this comp.
This is too big for Wuppertal. Wake up.
#13 Tanztheater Wuppertal: UnsichtbareElizabéta 2018-09-26 11:09
Wuppertal 2018.
Begrüßen Sie die Rückkehr des Mittelalters:

Man spielt die Stücke einer Verstorbenen. Folgt dem eigentlich nicht existieren dürfenden Spielplan einer Vertriebenen.
Auf der Bühne stehen Verlorene, die früher für eine Unberührbarkeit und tiefe Wahrheit des Lebenswerk einer der großartigsten Künstlerinnen unserer Zeit standen.
Den Betrieb führt ein Unsichtbarer - ein Buchhalter - in düsterer Bruderschaft mit den Eigentümern und grauen Eminenzen in Verwaltung und Politik, die sich aller staatlichen Mittel für diese Hexenjagd in Eigenmächtigkeit bedienen dürfen?:
www.pina-bausch.de/de/wir/leitung/

Und geschützt werden Durchstecher, kriminell handelnde und Verleumder. Nach Ihnen wird nicht gefahndet, gefragt, gefordert.
Wie würde es Frau Bausch wohl ergehen in Wuppertal, würde sie heute ihre ersten Choreografien wagen?
Wie Frauen im Mittelalter?
(...)

Pina Bausch war eine Lichtgestalt unserer Zeit.
Wehret den Vorgängen in Wuppertal! Rettet das Tanztheater!
#14 Tanztheater Wuppertal: nur noch die Schwebebahnodysseusmueller 2018-09-28 00:22
Über Weimar gab es einmal einen bösen Spruch: "Weimar, die Kartoffelstadt - das Beste liegt unter der Erde..." Das scheint nun auch für Wuppertal zu gelten. Achso, ja, es gibt ja noch die Schwebebahn...
#15 Tanztheater Wuppertal: Bringt it to light!Rachel Weiss 2018-10-05 23:03
Danke to Nachtkritik for your podcast Nr 8. It's worth more than one ear. My apologies for writing in English, my German writing is not good enough.
Even though the context with the other artistic director is not appropriate, it verbalises the thoughts of many people in the art community and also many of Pina's friends and fans. The big question mark. Do you know of any male director, who has been treated so disgracefully?
To Mrs. Binder : I have no idea, what your lawyers are recommending you, but for what I know being from the sector myself is, that in any international context you have a high chance to win a court case when suing as well Mr. Hesse as his press messenger as well as the city representatives for slander and deformation of character. You have a very fair chance to win and make quite some money on damages.
They have no shame. I read Mr. Slaveig's statement and Mr. Mucke's outrageous responds. Even if there was a grain of truth in it - which I certainly doubt - this is not how it should be dealt with. Undignified and lacking in style and political culture. It's dirty and it's obvious to the world.
Who benefits? The big question remains.
They must have something to hide, no doubt. Time will show. Stay strong and know it's appreciated by a big community out there. Surely this guy bond was taken by surprise. Go for a criminal complaint and bring it to light. (...)
#16 Tanztheater Wuppertal: skrupellosGerlinde 2018-10-12 22:08
Eine Farce: Nun Kay ser publizierte Spielplan doce von ser Intendantin. Bravo Herren Hesse, Nocke, Slawig. Peinlicher und skrupelloser geht nicht.
Für die Würde unserer Künstler. Für die Würde unserer Bürger:
Entschuldigen Sie sich.

WDR:
www.google.es/amp/s/www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/tanztheater-tina-bausch-streit100.amp
#17 Tanztheater Wuppertal: Kunst bestellt den Acker...Ferdinand Dike Eunom 2018-10-26 17:58
an Odysseus...
postscriptum.

Die Kartoffel wird geerntet. Bleibt zu hoffen, dass sie genug Solanin entwickelt, um sich der Parasiten, die sich an ihr sattfressen wollen und es seit einer Dekade auch ausgiebig tun, zu erwehren. Kunst bestellt den Acker, Beamtentum erntet und frisst sich satt. Sie sind nimmersatt in ihren breitgesesseenen Komfortzonensofas, auf denen sie sich von der Kunst bedienen lassen. Bayer sitzt doch in Wuppertal, vielleicht wissen die ja ein Mittel gegen die Wuppertaler Sofalaus.

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