Abgeschlossenes Kapitel

6. November 2018. Auch die letzten Ermittlungen der Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gegen den 2014 entlassenen Direktor des Burgtheaters Matthias Hartmann sind nun eingestellt worden. Das berichten diverse Medien, darunter die Wiener Tageszeitung Die Presse.

Die Liste der Vorwürfe war lang: Steuerhinterziehung, Verdacht der Untreue, Bilanzfälschung, grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen. Einen Großteil der Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschafts bereits im Dezember 2017 eingestellt. Weiter ermittelt wird jedoch gegendie frühere kaufmännische Geschäftsführerin Silvia Stantejsky, dem Bericht der Presse zufolge unter anderem wegen des Verdachts der Untreue und der Bilanzfälschung.

Für Matthias Hartmann ist das strafrechtliche Kapitel der Affäre, die ihn 2014 das Amt kostete, nun abgeschlossen. Offen sind allerdings noch zivilrechtliche Ansprüche Hartmanns gegen das Burgtheater und umgekehrt. So hatte Hartmann gegen seine Entlassung vor Vertragsende im Jahr 2019 beim Arbeits- und Sozialgericht geklagt. Neben Gagen für nicht mehr zustande gekommene Inszenierungen verlangte er von der Bundestheater-Holding als Eigentümerin des Burgtheaters eine Kündigungsentschädigung.

Umgekehrt hatte das Burgtheater bei Hartmanns Managerhaftpflicht-Versicherung Schadenersatzansprüche angemeldet. Diese Versicherung hat laut "Die Presse" Prozesskosten, aber auch allfällige Schadenersatzansprüche gegen die versicherten Personen zu zahlen, "allerdings nur dann, wenn sie nicht mit einem konkreten Vorsatz gehandelt haben". Nachdem nun aber amtlich sei, dass Hartmann nicht vorsätzlich gehandelt hat, muss sich die Burg nur mit seiner Versicherung einigen, so der Bericht der Zeitung weiter. Doch werden die Chancen positiv eingeschätzt, dass auch diese Rechtsstreitigkeiten zügig ihr Ende finden.

(Die Presse / sle)

Hier die Chronik der Burgtheaterkrise.

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