Bessere Regelungen

9. November 2018. Anlässlich der Proteste gegen die Kündigung einer Theaterpädagogin in Halle nach ihrer Elternzeit gibt das Ensemble Netzwerk ein Statement heraus – man verfolge "mit Besorgnis, dass werdende Mütter und Frauen, die aus der Mutterzeit kommen, zu wenig Schutz im deutschen Theatersystem erhalten", heißt es darin. Es häuften sich in letzter Zeit – "und vor allem auch angestoßen durch die Öffnung der Debatte um Frauen in Kultur und Medien durch #metoo" – Berichte, nachdem im Theater angestellte Frauen nach Rückkehr aus dem Mutterschutz oder der Elternzeit ohne Angabe substantieller Gründe nicht verlängert wurden. "Der Tarifvertrag NV Solo erlaubt hier eine Struktur sozialer Ungerechtigkeit, indem er Frauen und Eltern ungeschützt lässt und Verantwortlichen Raum für Willkür öffnet."

Handlungsweisen wie die Kündigung von Barbara Frazier in Halle seien einer mit öffentlichen Zuwendungen geförderten Kulturorganisation unwürdig. "Wir fordern deshalb das Theater Halle auf, Stellung zu beziehen und die Nichtverlängerung zurückzunehmen", so das Ensemble Netzwerk. "Gleichzeitig wenden wir uns an den Deutschen Bühnenverein. Er hat es als Tarifpartner in der Hand, im Tarifvertrag NV-Bühne Regelungen zu beschließen, mit denen werdende Mütter, aus dem Mutterschutz zurückkehrende Frauen und auch aus der Elternzeit kommende Elternteile in künstlerischen Berufen an den deutschen Theatern geschützt werden."

(Ensemble Netzwerk / sd)

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