Kante zeigen

15. Februar 2019. Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) hat eine neue Broschüre veröffentlicht, die Tipps  für den "Umgang mit dem Kulturkampf von rechts" gibt. Präsentiert wurde diese gestern im Deutschen Theater Berlin (DT) von Projektleiterin Bianca Klose gemeinsam mit dem Berliner Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa Dr. Klaus Lederer und Ulrich Khuon, Intendant des DT und Präsident des Deutschen Bühnenvereins. "Alles nur Theater?", so der Titel der Broschüre, versammelt auf 38 Seiten konkrete Tipps zum Umgang beispielsweise mit rechten Veranstaltungsstörungen, öffentlichen Provokationen, Drohungen oder parlamentarischen Anfragen.

Die Kunstfreiheit werde infrage gestellt: "Rechstpopulist_innen sprechen von der 'Entsiffung des Kulturbetriebes', fordern die Streichung der Gelder für politisch missliebige staatlich finanzierte Kultureinrichtungen und pochen stattdessen auf eine 'deutsche Leitkultur'. Der Kulturkampf von rechts findet nicht in ferner Zukunft statt – er ist bereits in vollem Gange", heißt es in der Handreichung. Die Schrift ordnet die aktuellen Geschehnisse historisch ein und lotet die Hintergründe und Motive dieses "Kulturkampfes" aus. Es handele sich hier weniger um eine Revolution als um eine "konformistische Revolte". "Er [der Kulturkampf] bricht gerade nicht radikal mit bestimmten Vorstellungen und Vorurteilen und ihrer Tradition oder sucht nach neuen sozialen oder kulturellen Formen. Es werden im Gegenteil Ansichten und Ressentiments aus der so genannten Mitte der Gesellschaft radikalisiert und bedient." Die Techniken des 'Kulturkampfes von rechts' werden analysiert, Herausforderungen für den – mitunter unter Druck geratenden – demokratischen Kulturbetrieb genannt und Handlungsempfehlungen ausgesprochen, darunter selbstbewusste Kommunikation und Wachsamkeit. Eine Handreichungen für Museen und Gedenkstätten soll folgen.

(MBR/eb)

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