Forscherin, Gründerin, Vermittlerin

Berlin, 2. April 2019. Geesche Wartemann, Professorin für die Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters an der Universität Hildesheim, ist tot. Sie starb am 28. März 2019 in Berlin.

Wartemann Geesche 280 Uwe Goessel uGeesche Wartemann (1966 - 2019)  © Uwe GösselGeesche Wartemann wurde am 7. Oktober 1966 in Hameln geboren. Sie studierte Kulturpädagogik in Hildesheim, arbeitete in den Jahren 2000 bis 2002 als Theaterpädagogin und Dramaturgin am Staatstheater Braunschweig und bekleidete seit 2003 eine Juniorprofessur für Theorie und Praxis des Kindertheaters in Hildesheim. 2009 wurde Wartemann als Professorin für Theater und Theaterpädagogik an die Universität in Agder, Kristiansand (Norwegen) berufen. Dort war sie am Aufbau des interdisziplinären Masterprogramms für Fine Arts maßgeblich mitbeteiligt. 2005 initiierte Geesche Wartemann das International Theatre for Young Audiences Research Network (ITYARN), das später zum Forschungsnetzwerk von ASSITEJ International wurde.

Seit 2011 hatte Geesche Wartemann am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur der Universität Hildesheim die deutschlandweit einzige Professur für die Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters inne. In Forschung und Lehre, schreibt die Universität Hildesheim auf ihrer Website, habe Geesche Wartemann wesentlich dazu beigetragen, "das Kinder- und Jugendtheater als avancierte ästhetische Praxis zu erkunden und zu vermitteln". Zudem gehörte sie zu den Gründerinnen des niedersächsischen Studiengangs Darstellendes Spiel, den sie seitdem mitgeleitet hat.

"Ohne Geesche Wartemann wäre "das Kinder- und Jugendtheater in Deutschland ärmer, weniger sichtbar, isolierter", schreibt Wartemanns Hildesheimer Kollegin und She She Pop-Mitgründerin Mieke Matzke in ihrem Nachruf. Ihr Einfluss auch auf die Entwicklung der Bürgerbühnen und der Theaterkunst mit nicht-professionellen Spieler*innen sei "enorm" gewesen, "ohne immer direkt sichtbar zu sein". Matzke beschreibt Wartemann als "Grenzgängerin zwischen Theaterpraxis und Theaterwissenschaft. Sie war keine Wissenschaftlerin, die abgehoben über ihrem Forschungsgegenstand stand und diesen aus der Distanz untersuchte, sondern sie kannte und liebte das, worüber sie forschte, aus eigener Erfahrung."

Geesche Wartemann verstarb an einer Krebserkrankung. Sie hinterlässt Mann und Tochter.

(Universität Hildesheim / jnm / chr)

Mehr dazu: Im Dezember 2012 schrieb Geesche Wartemann im Rahmen der Serie Hildesheimer Thesen auf nachtkritik.de über Die Zukunft der Theatervermittlung.

Hier finden Sie den Nachruf der Theaterwissenschaftlerin und Performerin Mieke Matzke auf ihre Hildesheimer Kollegin.

 

 

 

 

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