Et kütt, wie et kütt

Köln, 23. Mai 2019. Bei der Suche nach einer neuen Leitung für das Schauspiel Köln kündigt sich eine überraschende Wendung an. Oberbürgermeisterin Henriette Reker will den Vertrag des derzeitigen Intendanten Stefan Bachmann bis 2023 verlängern. Das gibt das Schauspiel Köln in einer Pressemitteilung bekannt. 

stefanbachmann TommyHetzel uStefan Bachmann © Tommy HetzelDarin heißt es: "Nach eingehender Beratung mit dem Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins Professor Ulrich Khuon schlägt die Oberbürgermeisterin vor, den Vertrag mit dem Intendanten des Schauspiels, Stefan Bachmann, um zwei Jahre bis 2023 zu verlängern." Angesichts der unterschiedlichen Herausforderungen in den kommenden Jahren, insbesondere mit Blick auf die Lage bei den Spielstätten, sei es ihr wichtig, die notwendige Ruhe und Kontinuität zu gewährleisten, die das Schauspiel verdient habe, so Reker in einem Statement. Bachmann selbst freue sich sehr auf diese Verlängerung. "Sie gibt mir die Möglichkeit, mein Interim abzuschließen. Außerdem haben wir gerade in den letzten Jahren viele neue künstlerische Perspektiven entwickelt, die wir nun noch planen und umsetzen können." Die Verlängerung muss noch vom Rat der Stadt gebilligt werden.

Stefan Bachmann ist seit der Spielzeit 2013/2014 Intendant des Kölner Schauspiels. Ende 2017 verlängerte er seinen Vertrag auf eigenen Wunsch zum letzten Mal. Er verzichtete damit auf eine zuvor vereinbarte Option, nach dem Wiedereinzug des Theaters ins Stammhaus am Offenbachplatz mindestens drei weitere Spielzeiten zu bestreiten. Das Haus wird derzeit saniert. Bachmanns Amtszeit hätte damit im Jahr 2021 geendet. Anfang des Jahres präsentierte Reker mit Carl Philip von Maldeghem einen Nachfolger, der aber nach heftigem Gegenwind aus der städtischen Kulturszene und Presse schon eine Woche später wieder absagte. Daraufhin brachte sich Bachmann in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger selbst wieder für eine Verlängerung ins Spiel.

(Schauspiel Köln / miwo)

Mehr dazu:

Carl Philip von Maldeghem wechselt nicht nach Köln - Meldung vom 1. Februar 2019

Köln hat einen neuen Intendanten für sein Schauspielhaus bestimmt - Kommentar von Andreas Wilink, 24. Januar 2019

Neue Intendanz in Köln: Carl Philip von Maldeghem - Meldung vom 24. Januar 2019

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Kommentare

Kommentare  
#1 Bachmann/Köln: Kölner Lösungcrille 2019-05-23 14:59
Die Kölner Lösung:
Schritt eins, beraten vom Ex-Geschäftsführer des Bühnenvereins: Voll daneben. Schritt zwei, beraten vom Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins: Keine Experimente.
Wer hat eigentlich gesagt, dass der Bühnenverein kompetent ist?
#2 Bachmann/Köln: FormsacheStefan Bock 2019-05-23 15:32
Tolles Modell. Das hieße also, wenn Klaus Lederer vor lauter Journalisteneinflüsterungen nicht mehr weiter weiß, muss er einfach nur Uli Khuon anrufen. Intendanzfindung wird reine Formsache. Sollte er sich patentieren lassen.
#3 Bachmann/Köln: nichts NeuesGärtner 2019-05-23 16:25
@Stefan Bock
Hat er doch schon. Die Khuonisierung der deutschen Intendant*innenlandschaft ist schon längst nichts Neues mehr.
#4 Bachmann / Köln: bescheiden?J.A. 2019-05-24 11:08
Wenn Khuon wirklich bescheiden wäre, könnte er eine Beratungsfunktion auch mal zurückweisen, denn es ist ja wirklich eine sehr eindeutige Position von Theater er vertritt. Die Unangepassten, die Auffälligen, die Spinner und die Visionäre haben in diesem schwäbisch, verlässlichen Modell keine Zukunft. Es spricht vor dieser Entscheidung Bände, dass ein verdienter Mann wie Kay Voges öffentlich per Zeitung um ein Haus für sein Team betteln muss, während ihm in Köln und anderswo die Türen verschlossen bleiben, bis ein weiterer freundlich, sympathischer Khuon Epigone Zeit findet...
#5 Bachmann / Köln: vergessenJohannes Posthof 2019-05-26 11:12
2018 grosser Bericht im Spiegel. Danach in sämtlichen Zeitungen und auch auf Nachtkritik. Es melden sich viele Stimmen zu Wort (anonym und nicht anonym) was und wie es am Schauspiel Köln vor sich geht. Interessant, dass all das im Sande verläuft und überhaupt kein Thema mehr ist? Wie kann das sein?
#6 Bachmann / Köln: weitere RecherchenGregor Grünkern 2019-05-26 14:31
#5

Es kann sein, weil sich u.a. das Ensemble distanziert hat und weitere journalistische Techerchen ergeben haben, dass es wohl um eine private Fete ging und nicht im ein strukturelles Problem am Theater. Nachzulesen hier www.berliner-zeitung.de/kultur/theater/machtmissbrauch-im-schauspiel-koeln-ensemble-wehrt-sich-gegen-mobbing-vorwuerfe-30536380

Aber Sie können sich auch selber noch via google um weitere Artikel zu dem Thema bemühen.
#7 Bachmann/Köln: Findungskommission? Stimmen?Arkadij Zarthäuser 2019-05-29 14:36
Fürwahr, das ist schon ein seltsamer Vorgang dort in Köln, jedenfalls sofern er sich mir erschließt; ich hörte seinerzeit bei der ziemlich gutsherrenhaften Berufung Herrn von Maldeghems, die auf einen anderen Bühnenvereinsgranden zurückging, einen ganzen Schwall, fast einen Furor von Personen etwa wie Frau Jelinek oder Herrn Kermani, man sprach, was ich besser nachvollziehen konnte als die ziemlich pauschal und persönlich anfeindenden Anwürfe gegenüber jenem Bewerber, vehement das, was auch zB. in Rostock wünschenswert gewesen wäre und sich durchaus einer breiten Konsensbasis erfreute: Transparenz, offene Diskussion, Vorstellung von Perspektiven für das Kölner Theater, bestand geradezu auf einer Findungskommission, und nun ?? Im "Rom"-Thread (Stefan Bachmann inszenierte John von Düffels Römerdramendestillat in Hamburg) erwähnte ich unter Threadposition 2 (30.3.2018) , daß Stefan Bachmann sich offenbar wieder ins Spiel (als eigener Nachfolger gleichsam) gebracht haben soll und fragte Kennerinnen und Kenner nach Genauerem. Gähnende Leere folgte, kein Deut einer Antwort, einer Einschätzung der Vorgänge, und zwei Monate später wiederholt sich der gutsherrenhafte, nicht bewährte zudem !!, Stil und ich bekomme zumindestens eine Antwort auf meine Frage. Und wo sind nun Frau Jelinek, Herr Kermani und alle diejenigen, die "Findungskommission" skandierten ??? Ich bin ratlos !.

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