Mutig gegen Widerstände

18. Juni 2019. Die Goethe-Medaille 2019 wird an den deutsch-türkischen Schriftsteller Doğan Akhanlı, die in den USA lebende und im Iran geborene Künstlerin und Filmemacherin Shirin Neshat sowie an den mongolischen Verleger, Buchhändler und Publizisten Enkhbat Roozon verliehen. Das gibt das Goethe-Institut bekannt. "Die drei Persönlichkeiten haben sich in herausragender Weise für den internationalen Kulturaustausch engagiert. Mit ihren Arbeiten bewiesen sie besonderen Mut und setzten sich gegen politische und gesellschaftliche Widerstände durch", so die Pressemitteilung.

Die Preisträger

Doğan Akhanlı, geboren 1957 in der Türkei, lebt seit 1992 als freier Autor in Köln. Vor seiner Flucht nach Deutschland wurde er in der Türkei mehrfach verhaftet. Im Exil begann er zu schreiben und hat zahlreiche Romane und Theaterstücke verfasst, in denen er sich immer wieder für den wahrhaftigen Umgang mit historischer Gewalt, für Erinnerung sowie für die Unteilbarkeit der Menschenrechte einsetzt. Sein jüngstes Buch "Verhaftung in Granada oder: Treibt die Türkei in die Diktatur?" (2018) verarbeitet seine Festnahme 2017 auf Verlangen der Türkei in Spanien. Doğan Akhanlı wurde 2018 mit dem Europäischen Toleranzpreis für Demokratie und Menschenrechte ausgezeichnet.

Shirin Neshat, geboren 1957 im Iran, lebt in New York und arbeitet als Künstlerin und Filmemacherin. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit dem Leben muslimischer Frauen in diktatorischen Regimen. Ihre Arbeiten sind weltweit in vielen Sammlungen vertreten. Mit ihrem ersten Spielfilm "Women Without Men" gewann Shirin Neshat 2009 den Silbernen Löwen beim Biennale-Filmfestival in Venedig. 2017 debütierte sie als Opernregisseurin mit Verdis Aida beiden Salzburger Festspielen.

Enkhbat Roozon, geboren 1958 in Ulan Bator, ist ein mongolischer Verleger, Buchhändler und politischer Publizist. Mit seinen Artikeln, Interviews und öffentlichen Veranstaltungen setzt sich Roozon für die Modernisierung des mongolischen Bildungssystems und die Stärkung der Meinungsfreiheit gegenüber den politischen Parteien ein. 2009 gründete er die NGO Davalgaa ("Bildungswelle"), seit 2017 ist er Mitglied im Bildungsrat des Präsidialamtes der Mongolei.

Die Goethe-Medaille wurde 1954 vom Vorstand des Goethe-Instituts gestiftet und 1975 von der Bundesrepublik Deutschland als offizielles Ehrenzeichenanerkannt. Insgesamt wurden bereits 351 Persönlichkeiten aus 66 Ländern geehrt, darunter Daniel Barenboim, Pierre Bourdieu, Ágnes Heller und Robert Wilson. Die Verleihung findet am 28.August, dem Geburtstag Goethes, in Weimar statt.

(Goethe Institut / miwo)

 
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