31 Jahre an der Burg

29. August 2019. Bruno Thost, langjähriges Ensemblemitglied des Burgtheaters, ist in der Nacht von 27. auf 28. August 2019 im 84. Lebensjahr in Wien verstorben. Das teilte das Burgtheater gestern Abend in einer Presseaussendung mit.

Ausgebildet wurde Bruno Thost, der zuvor einige Semester Maschinenbau studiert hatte, an der Staatlichen Hochschule für Musik Stuttgart. Nach seinem Abschluss 1963 engagierte ihn das Staatstheater Stuttgart. Über Stationen in Cuxhaven, Hamburg und Düsseldorf kam er nach Wien. Zwischen 1970 und 2001 war Bruno Thost am Burgtheater in mehr als 70 Rollen zu sehen. Zeitgleich trat der gebürtige Erfurter auch im Theater in der Josefstadt auf und war als Operetten- und Musicaldarsteller unter anderem im Raimundtheater, der Volksoper und der Wiener Kammeroper aktiv. Gastauftritte führten ihn zu den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg und zu den Salzburger Festspielen.

Ab den 1960er Jahren wirkte Thost in Kinofilmen und Fernsehproduktionen mit. In den 1970er-Jahren drehte er mit Hans-Jürgen Syberberg ("Karl May"), Hans W. Geißendörfer ("Die Wildente") und Volker Schlöndorff ("Der Fangschuß", "Die Blechtrommel", "Eine Liebe von Swann"). Desweiteren war er in Marvin J. Chomskys "Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß" und Stephen Hereks "Die drei Musketiere" auch im internationalen Film zu sehen. Mitgewirkt hat Bruno Thost auch in etlichen Fernsehserien, darunter "Kaisermühlen Blues" oder "Kommissar Rex".

Im baden-württembergischen Seelbach, wo der Schauspieler teilweise aufgewachsen ist, regten Bruno Thost und seine Tochter Katja Thost-Hauser 2004 die Gründung von Freilichtspielen mit an. Beide übernahmen dort in der Folge Intendanz, Regie und Rollen.

2001 wurde Bruno Thost mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet, 2006 folgte das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, 2013 der Berufstitel Professor.

(Burgtheater / Die Presse / eph)

 
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