Für mehr Barrierefreiheit

2. September 2019. Im Rahmen des neuen Programms "Berliner Spielplan Audiodeskription" werden ab dieser Spielzeit (Ende Oktober) für zwei Saisons 16 Produktionen an fünf Berliner Theatern mit insgesamt über 40 Aufführungen live für blinde und sehbehinderte Zuschauer*innen kommentiert. Ein spezieller Besucherservice mit Tastführungen, dramaturgischen Gespräche und Dogsitting für Führhundhalter*innen begleitet die einzelnen Aufführungen. Weitere Informationen sowie der Spielplan der Vorstellungen mit Audiodeskription finden sich hier.

Initiiert vom Kulturverein Förderband e.V. wird der "Berliner Spielplan Audiodeskription" gefördert mit Mitteln der Lotto-Stiftung Berlin und unterstützt durch den Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin. Feste Partner-Theater des Pilotprojekts sind das Berliner Ensemble, die Deutsche Oper Berlin, das Deutsche Theater Berlin, der Friedrichstadt-Palast und das Theater an der Parkaue. Kooperationen mit weiteren Bühnen seien für einzelne Aufführungen geplant, so die Pressemitteilung des Kulturvereins Förderband.

Audiodeskription fürs Theater gibt es schon länger, aber bisher eher vereinzelt; in Hamburg gab es ab 2013 ein ähnliches Projekt wie den "Berliner Spielplan Audiodeskription": Nach einer Pilotphase wurden in der Spielzeit 2014/2015 insgesamt fünf Aufführungen am Deutschen Schauspielhaus Hamburg sowie am Altonaer Theater mit einer Live-Kommentierung versehen. Im Februar 2017 teilte der Hamburger Senat mit, die Oper, das Thalia Theater und die freie Produktionsstätte Kampnagel bei der Aufbereitung von Inszenierungen für Blinde mit 90.000 Euro für Streaming-Anlagen zur Durchführung von Audiodeskription für Blinde und zur Hörverstärkung zu unterstützen.

(Kulturverein Förderband e.V. / sd)

Mehr lesen: Wie Audiodeskription im Theater funktioniert, beschrieb Maja Weber 2008 an einem Beispiel aus Osnabrück.

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