Reiche Ernte für Castellucci in Salzburg

Berlin, 19. September 2019. Die Opéra National du Rhin geht als Opernhaus des Jahres 2019 aus der Umfrage des Fachblatts "Opernwelt" hervor. Ähnlich wie das aus demselben Verlagshaus stemmende Schauspielmagazin "Theater heute" ruft die "Opernwelt" alljährlich zur Kür der Besten in diversen Kategorien aus. 50 unabhängige Musikkritikerinnen und Musikkritiker in Europa und den USA haben sich an der Umfrage beteiligt.

In der Presseaussendung wird die Opéra National du Rhin mit ihren Spielstätten in Strasbourg, Colmar und Mulhouse für das Selbstverständnis als "Opéra d'Europe" und für "Entdeckerfreude, originelle Programme, vorbildliche Repertoirepflege sowie kreativen Esprit" gewürdigt.

Der "Salome"-Triumph in Salzburg

Zur "Aufführung des Jahres" wurde Romeo Castellucis "Salome"-Inszenierung für die Salzburger Festspiele gewählt. Die Produktion der Richard-Strauss-Oper in der Felsenreitschule brachte Castellucci auch die Titel "Regisseur des Jahres" und "Bühnenbildner des Jahres" ein. Asmik Grigorian wurde für ihre Verkörperung der Titelrolle Salome mit der Rekordzahl an 24 Stimmen "Sängerin des Jahres".

Wiederentdeckung in Osnabrück

Als "Wiederentdeckung des Jahres" gilt den Kritiker*innen das "zwischen Grand opéra und Mysterienspiel" oszillierende Stück "Guercoeur" aus der Feder des Komponisten Albéric Magnard (von 1901) am Theater Osnabrück (Musikalische Leitung: Andreas Hotz, Inszenierung: Dirk Schmeding).

Seriensieger München und Stuttgart

Zum "Orchester des Jahres" wurde – zum achten Mal – das Bayerische Staatsorchester gewählt. "Die Kür bestätigt nicht zuletzt die konstant herausragenden Ergebnisse der Zusammenarbeit mit Generalmusikdirektor Kirill Petrenko", heißt es in der Presseaussendung der "Opernwelt".

Der Titel "Dirigentin des Jahres" geht an Joana Mallwitz, die als neue Musikchefin am Staatstheater Nürnberg unter anderem Richard Wagners "Lohengrin" und Sergei Prokofjews "Krieg und Frieden" aufführte. "Kostümbildnerin des Jahres" ist zum ersten Mal Ursula Kudrna, die nicht nur mit ihren Märchen- und Zirkuskleidern für Mozarts "Zauberflöte" bei den Salzburger Festspielen, sondern auch mit durch Pieter Bruegel inspirierten Geistergestalten in Beat Furrers "Violetter Schnee" an der Berliner Staatsoper überzeugte. "Chor des Jahres" darf sich zum zwölften Mal der Chor der Staatsoper Stuttgart nennen.

(Opernwelt / chr)

 
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