"Jahrhundertprojekt"

Stuttgart, 6. November 2019. Am gestrigen Dienstagabend ist dem Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater in Stuttgart, die die Staatsoper, das Stuttgarter Ballett und das Schauspiel Stuttgart umfassen, vom Land Baden-Württemberg und der Stadt ein Umsetzungskonzept und eine grobe Kostenkalkulation für die Sanierung der Stuttgarter Oper sowie deren geplante Interimsspielstätte vorgelegt worden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg hervor.

Etatisierung in zweistufigem Verfahren

Demnach würden sich die "Baukosten in einer Größenordnung von rund 740 bis 960 Millionen Euro" bewegen, "wenn wir ohne zeitliche Verzögerungen weiterarbeiten", wie die Finanzstaatssekretärin Gisela Splett in der Mitteilung zitiert wird. Unter diese Kosten fielen neben der Sanierung der Oper (Littmann-Bau) auch ein neues und größeres Kulissengebäude am bisherigen Standort an der Konrad-Adenauer-Straße sowie die Neustrukturierung, Anbindung und Teilsanierung von Verwaltungsbau und Schauspielhaus. "Mit der Bereitstellung von Planungsmitteln im Haushalt ermöglicht der Landtag, dass wir die Planungen weiterführen und einen Wettbewerb vorbereiten und durchführen. Wenn nach dem Wettbewerb der Entwurf auf dem Tisch liegt, werden darauf aufbauend die konkreten Pläne erstellt und die Kosten können präziser beziffert werden. Erst auf Grundlage dieser entwurfsspezifisch ermittelten Kosten entscheidet der Landtag über die Etatisierung der Baukosten", so Splett.

Interimsoper in modularer Bauweise

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn erklärte demnach im Anschluss an die Verwaltungsratssitzung: "Mit Oper und Ballett haben wir in Stuttgart einen wertvollen Schatz, der international von herausragender kultureller Bedeutung ist. Wer diesen Schatz erhalten und in die Zukunft überführen will, muss sich aktiv für die Weiterentwicklung einsetzen." Neben den Sanierungsarbeiten an den Originalspielstätten soll darüber hinaus eine "Interimsoper" nördlich der Wagenhallen in der Nähe des Stuttgarter Nordbahnhofs entstehen. Diese soll in die Pläne des Siegerentwurfs des städtebaulichen Wettbewerbs Rosenstein integriert werden, der an dieser Stelle eine "Maker City" für Kreativwirtschaft, Künstler und Wohnungen vorschlägt. Die Spielstätte für Oper und Ballett soll in "modularer" Bauweise entstehen und auch temporäre Gebäude für Werkstätten umfassen, die später teilweise verkauft werden können, heißt es. Für die Bauten sind Kosten von 104,1 Millionen Euro errechnet, die hälftig von Stadt und Land getragen werden.

(Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg / jeb)

 
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