Das Gedächtnis des Deutschen Theaters

Berlin, 19. Januar 2020. Wie nachtkritik.de heute aus privater Quelle erfuhr, starb der langjährige Dramaturg des Deutschen Theaters Berlin, Alexander Weigel, am Montag vergangener Woche im Alter von 84 Jahren in Berlin.

Der am 30. Dezember 1935 in Zwickau geborene Weigel studierte von 1954 bis 1958 Geschichte an der Karl-Marx-Universität in Leipzig, an der damals auch der Philosoph Ernst Bloch ("Das Prinzip Hoffnung")  und der Literaturwissenschaftler Hans Mayer lehrten. Bei beiden einflussreichen Universitätslehrern war Weigel Gasthörer.

An der Studentenbühne in Leipzig arbeitete Weigel auch das erste Mal mit dem Regisseur Adolf Dresen zusammen. Von 1958 bis 1960 war er Regie- und Dramaturgieassistent am Volkstheater Rostock, von 1960 bis 1963 Dramaturg am Theater Greifswald und von 1963 bis 1964 Redakteur der Zeitschrift Theater der Zeit in Berlin.

Alexander WeigelAlexander Weigel und Heiner Müller © privat

Am Deutschen Theater war Weigel von 1965 bis zu dessen Weggang aus der DDR 1975 Dramaturg des Regisseurs Adolf Dresen (unter anderem bei Goethes "Faust 1", 1968) und von 1986 bis 1992 Dramaturg der Inszenierungen von Heiner Müller ("Der Lohndrücker" 1988, Hamlet/Maschine (Hamletmaschine), 1990, "Mauser" 1991). Außerdem arbeitete er am Deutschen Theater auch mit den Regisseuren Jürgen Gosch und Matthias Langhoff zusammen.

Von 1985 bis 1992 gab er die 1911 unter Max Reinhardt begründeten Blätter des Deutschen Theaters neu heraus. Alexander Weigel war seit 2001 freischaffender Autor, Herausgeber und Dozent. Gemeinsam mit Gunther Nickel gab er die fünf Bände der gesammelten Schriften des Kritikers und Begründers der Weltbühne, Siegfried Jacobsohn, heraus.

(wikipedia / jnm)

 

 
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