Glücksfall für die Literatur

27. Februar 2020. Der Literaturwissenschaftler und Literaturkritiker Christian Metz erhält den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2020. Das Börsenblatt zeichnet Metz für die Verbindung aus gelehrter Expertise und stilistischer Brillanz aus, heißt es in einer Pressemitteilung des Wochenmagazins, das den Preis gestiftet hat.

Die sechsköpfige Jury bezeichnet die professionelle Doppelrolle des Preisträgers als einen "Glücksfall für die Literatur", der das Beste aus beiden Welten zusammenführe: "Metz liest und bewertet Texte mit dem Ernst des gelehrten Experten, zugleich schreibt er darüber mit der stilistischen Brillanz und dem intellektuellen Witz des Feuilletonisten", heißt es in der Begründung, "in seinem poetologisch genauen Zugriff wirken Methode und literarische Passion. So schließt er uns Werke von innen heraus auf und kann ihre Wirkungsprinzipien plastisch machen." So vermittle er sein Wissen als Kritiker und seine Erfahrung als Leser auf eine souverän unprätentiöse Weise.

Kunstform Kritik

Christian Metz, Jahrgang 1975, promovierte im Fach Germanistik und wurde mit der Studie "Kitzel. Genealogie einer menschlichen Empfindung" habilitiert. Er schreibt als Literaturkritiker für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und für den Deutschlandfunk, als Literaturwissenschaftler ist er Professor für Deutsche Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts und Ästhetik an der Frankfurter Goethe-Universität.

Der Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik wird seit 1977 vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung erinnert an den Schriftsteller, Theaterkritiker und Publizisten Alfred Kerr, der in der Kritik eine eigene Kunstform sah. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Marie Schmidt, Insa Wilke, Daniela Strigl, Helmut Böttiger, Ina Hartwig, Gregor Dotzauer, Hubert Winkels, Manfred Papst, Nico Bleutge, Andreas Breitenstein und Michael Braun.

(boersenblatt.net / sik)

 
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