"Taylor AG" vom Luzerner Theater

26. März 2020. Weil die Theater nicht mehr spielen können, stellt nachtkritik.de einen digitalen Spielplan aus Aufzeichnungen von Inszenierungen zusammen. Bis Freitag 18 Uhr haben wir zwei ausgewählte Folgen der Taylor AG im Programm, eine Produktion von Franz von Strolchen fürs Luzerner Theater. Die Theaterserie, die am Luzerner Theater ab dem 26. Februar 2020 mit insgesamt 30 Folgen sechs Wochen lang gezeigt werden sollte, musste wegen der Corona Krise nach 15 Folgen unterbrochen werden. Aufgrund der außerordentlichen Situation konnten schon am Freitag, 13. März keine öffentlichen Veranstaltungen mehr stattfinden. So wurden die letzten beiden Folgen der dritten Staffel am Samstag, 14. März als Livestream ohne Publikum im Theater gezeigt. Die Themen der Episoden 4 und 5 von Staffel 3 könnten aktueller nicht sein: Es geht um eingesperrte Menschen, Home Office, Todesängste und apokalyptische Szenarien. 

 

 

Zum Stück:

Die Theaterserie "Taylor AG" spielt in einer vollautomatisierten Zukunft. Der letzte Angestellte Pablo wurde vor kurzem entlassen, die Menschen müssen nicht mehr arbeiten. Logistik und Produktion aller Güter werden von der künstlich intelligenten Firma "Taylor AG" übernommen. Sie versorgt die Menschen mit allem, was sie brauchen. Nur eines kann kein Algorithmus leisten: Kreativität und neue Ideen. Und so sperrt die Taylor AG die Menschen einmal im Jahr in kleine Arbeitsgemeinschaften, die sie 30 Tage lang nicht mehr verlassen dürfen. Jeden Tag müssen sie in der Isolation jeweils eine neue Idee produzieren. Nur so kann weiterhin Wachstum und Fortschritt garantiert werden. Über sechs Staffeln, in dreißig Folgen, wird die Geschichte einer dieser Arbeitsgemeinschaften erzählt – der AG2602. Die Geschichte von Katrin, Konni und Stefan…

Die bisherigen Teile der Theaterserie hat das Team um Regisseur Franz von Strolchen im täglichen Produktionsrhythmus in jeweils wenigen Stunden verfertigt. Jeden Tag eine neue Handlung. Jeden Tag neues Licht, neue Situationen, neue Inszenierungsideen, neue Absprachen, neue Musik. Die Texte wurden vormittags frisch eingesprochen, um sie abends bei der Vorstellung auf das Ohr der Schauspieler*innen zu spielen.

Wir zeigen die vierte und fünfte Episode der dritten Staffel – was bis dahin geschah:

Fast Halbzeit in der AG2602! Ging schneller als gedacht. Und alle leben noch! Katrin, Konni und Stefan haben die ersten 13 Tage nach der Vollautomatisierung irgendwie bestritten. Bisher haben sie es geschafft, der Taylor AG jeden Tag eine Idee abzuliefern. Bis auf ein Mal – da musste die Taylor AG zu härteren Maßnahmen greifen. Aber ansonsten sind die drei sehr produktiv, sogar erstaunlich produktiv dafür, dass sie sich ständig streiten und wieder vertragen. Stefan hat zuletzt gestanden, dass er als ehemaliger Programmierer der Taylor AG dafür verantwortlich ist, dass 50 Prozent der Menschheit nicht in Arbeitsgemeinschaften leben, sondern auf sich allein gestellt sind. Und dementsprechend unberechenbar. Wie geht die Arbeitsgemeinschaft wohl mit dieser unmittelbaren Bedrohungslage um ..?

Mehr Informationen und die Aufnahmen der bisherigen Folgen sind hier zu finden. 

Taylor AG
Die Theaterserie über die Zukunft der Arbeit
von Franz von Strolchen

Staffel 3, Folge 4: Die höchste Ordnung
Staffel 3, Folge 5: Der Quellcode

Inszenierung: Franz von Strolchen, Bühne: Jens Burde, Kostüme: Marcus Karkhof, Video: Jens Burde, Franz von Strolchen, Text: Christian Winkler, Dramaturgie: Gábor Thury, Nikolai Ulbricht, Licht, Ton, technische Einrichtung: David Clormann, Ronnie Hermann, Stanley Hügi, Live-Schnitt: Franz von Strolchen, Kamera: Nikolai Ulbricht, Gábor Thury.
Mit: Lukas Darnstädt (Stefan), Antonia Meier (Katrin), André Willmund (Konni), Blind Butcher (Live Musik, Taylor AG)m Experte S03E04: Prof. Dr. Jan-Olaf Gebbers (ehem. Chefarzt, Pathologisches Institut, Kantonsspital Luzern), Expertin S03E05: Christina Willi (Geographin und ehem. Projektleiterin in Sicherheitsfragen).

luzernertheater.ch/taylorag

 

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