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Wessen Welt ist die Welt? 

27. März 2020. Solidarität mit Geflüchteten und konkrete Unterstützung für die Gruppe Lampedusa in Hamburg fordert die Internationale Kulturfabrik Kampnagel, nachdem gestern das Lampedusa-Zelt am Hamburger Hauptbahnhof geräumt wurde. Alternative Unterbringungsmöglichkeiten könnten, nach dem Vorbild anderer europäischer Metropolen, Hotels in der der Stadt sein, so Kampnagel in seiner heutigen Presseaussendung.

Mit der Gruppe Lampedusa, die das selbstverwaltete Versorgungs- und Organisationszentrum am Bahnhof betrieben hat, kooperiert Kampnagel seit sieben Jahren, unter anderem für die Conference of Refugees and Migrants 2016 und das Projekt EcoFavela Lampedusa-Nord. Im Zuge der Räumung ruft Kampnagel auch zu Spenden für die Gruppe Lampedusa auf, die für ein kollektives Bleiberecht und ein menschenwürdiges Leben in einer der reichsten Städte Deutschlands kämpft, wie es in der Presseaussendung heißt.

Offener Brief für die Aufnahme von Geflüchteten

Bereits Mitte März unterzeichneten mehr als 700 Künstler*innen einen Offenen Brief an die Bundesregierung. Gefordert wird darin, Geflüchtete aus Griechenland nach Deutschland zu holen und die Missstände an der griechisch-türkischen Grenze zu bekämpfen. "Wir können der Schande, der sich Europa gerade schuldig macht, nicht tatenlos zusehen", so das Schreiben, das die Wochenzeitung Der Freitag am 20. März veröffentlichte. "Wir Kulturschaffende fordern die Bundesregierung auf, sich konsequent dafür einzusetzen, die Missstände zu beenden."

Die Zusage von EU-Mitgliedstaaten, 1.600 Kinder unter 14 Jahren aufzunehmen, sei angesichts der großen Zahl von Hilfesuchenden "lächerlich unzureichend". Mehr als 100 Kommunen hätten sich längst zusammengeschlossen und ihre Bereitschaft geäußert, Menschen aufzunehmen. "Diese Bereitschaft auszuschlagen, empfinden wir als zynisch", heißt es in dem Offenen Brief. Initiiert wurde er von der Schriftstellerin Rebecca Maria Salentin.

Zu den Unterzeichner*innen gehören Schauspieler*innen wie Corinna Harfouch, Sandra Hüller, Jörg Pohl und Susanne Wolff, Regisseur*innen wie Lucia Bihler, Sebastian Nübling, David Marton, Anta Helena Recke und Christopher Rüping, die Autorinnen und Theatermacherinnen Simone Dede Ayivi, Necati Öziri und Sasha Marianna Salzmann, der Regisseur und Schauspieler Detlev Buck, die Co-Direktorin Theater Neumarkt Zürich Hayat Erdoğan und der Rektor der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin, Holger Zebu Kluth, Autor*innen wie Thomas Köck, Ursula Krechel, Sophie Passmann Saša Stanišić, das Performance-Kollektiv She She Pop u.v.m.

(Kampnagel / Deutschlandfunk Kultur / Der Freitag / eph)