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Phantome nicht nur der Oper

30. März 2020. Auf Deutschlandfunk Kultur berichtet Jörn Florian Fuchs von Streit über weiter andauernde Proben an der Bayerischen Staatsoper in München.

Für künftige Premieren und für die Montagskonzerte im Live-Stream werde an der Oper weiterhin geprobt. Jetzt hätten sich Künstler*innen "vertraulich an die Medien" gewandt, weil sie Angst um ihre Gesundheit haben. Es sei der Vorwurf von "Proben unter Zwang" erhoben worden. Darauf habe, so Jörn Florian Fuchs weiter, der Münchner Intendant Nikolaus Bachler in einem Interview von "selbsternannten Blockwarten" gesprochen. Der Pressesprecher der Staatsoper wiederum habe "Behauptungen widersprochen, wonach bei den Proben bis zu 30 Personen auf der Bühne stünden. Er sagte, es seien deutlich weniger und es werde großer Abstand eingehalten."

Dem entgegen stehe aber, dass Fitnessraum und Pilatesstudio für die Balletttänzerinnen und –tänzer geöffnet seien, sowie ein Schreiben der Leitung der Staatsoper, in dem es laut Jörn Florian Fuchs heißt, "dass die Mitarbeiter wie gewohnt zur Arbeit erscheinen müssten". Auch der aktuelle Probenplan, der ihm ebenfalls vorliege, so Fuchs, "sieht eine normale und reguläre Probenwoche vor". Weil ein probendes Orchester nicht den gebotenen Abstand einhalten könne, gehe die Staatsopernleitung also offenbar bewusst ein Risiko ein.

(Deutschlandfunk Kultur / jnm / Foto: Plafondlüster im Nationaltheater München, Oktobersonne via wikipedia CC BY-SA 4.0)

 

Mehr dazu: Auch nachtkritik.de haben Mails erreicht, in denen Schauspieler*innen fragen, ob Proben mit großer körperlicher Nähe denn jetzt einfach weiterlaufen könnten. Offenbar ist es völlig unklar, ob es eigentlich im Moment ein Probenverbot gibt. Und falls ja, in welchem Bundesland dieses Verbot gilt und wo nicht.