Theatertreffen virtuell – im nachtkritikstream

vom 1. bis 9. Mai auf nachtkritik.de und berlinerfestspiele.de


1. Mai 2020:

ab 20 Uhr: Video-Begrüßung von Yvonne Büdenhölzer

im Anschluss: Stream "Hamlet" vom Schauspielhaus Bochum, Regie: Johan Simons (online bis 2.5., 19:59) – Gemeinsames Gucken und Livechat auf nachtkritik.de (auf Twitter: #TT_Hamlet)

Die Nachtkritik zur Premiere von "Hamlet" am 15. Juni 2019

 

2. Mai 2020:

18 Uhr: Diskursprogramm UnBoxing Stages – Panel I: "Stoppt das Streaming!". Eine Grundsatzdebatte über Chancen und Gefahren von Theater im Netz (auf Twitter: #TT_LiveHype)

ab 20 Uhr: Stream "Anatomie eines Suizids" vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Regie: Katie Mitchell (online bis 3.5., 19:59) – um 20 Uhr Gemeinsames Gucken und Livechat auf nachtkritik.de (auf Twitter: #TT_Anatomie)

(Zur Premiere von "Anatomie eines Suizids" am 17. Oktober 2019 ist keine Nachtkritik erschienen.)

 

3. Mai 2020

18 Uhr: Diskursprogramm UnBoxing Stages – Panel II: Von Netz-Dramatik und digitalem Storytelling – Welche Erzählweisen bietet Theater online? (Auf Twitter: #TT_TellMeAboutIt)

ab 20 Uhr: Stream "Die Kränkungen der Menschheit" von den Münchner Kammerspielen, Regie: Anta Helena Recke, in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer Berlin, Kampnagel Hamburg und Künstlerhaus Mousonturm (online bis 4.5., 19:59) – um 20 Uhr Gemeinsames Gucken und Livechat auf nachtkritik.de (auf Twitter: #TT_Kränkungen)

Die Nachtkritik zur Premiere von "Kränkungen der Menschheit" am 26. September 2019

 

4. Mai 2020

18 Uhr: Diskursprogramm UnBoxing Stages – Panel III: Technik & Ästhetik im Netz – Vom digitalen Konzeptionsgespräch bis zur Online-Premierenfeier (auf Twitter: #TT_OnOff)

 

5. Mai 2020

18 Uhr: TT-Kontext – Künstler*innengespräch: Körperliche Praxis und Digitalität. Mit Florentina Holzinger, René Copraji und Beatrice Cordua (auf Twitter: #TT_Bodies)

Florentina Holzingers, zum Theatertreffen eingeladene Inszenierung Tanz ist nicht im Stream zu sehen.

Die Nachtkritik zur Premiere von "Tanz" am 3. Oktober 2019

Ab 20 Uhr: Stream "Süßer Vogel Jugend" vom Schauspiel Leipzig, Regie: Claudia Bauer (online bis 6.5., 19:59) – um 20 Uhr Gemeinsames Gucken und Livechat auf nachtkritik.de

Die Nachtkritik zur Premiere von "Süßer Vogel Jugend" am 6. April 2019

 

6. Mai 2020

Ab 20 Uhr: Stream "Chinchilla Arschloch, waswas", Konzept, Text und Regie: Heldgard Haug. Eine Produktion von Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt), Schauspiel Frankfurt und Rimini Protokoll in Koproduktion mit Westdeutscher Rundfunk und HAU Hebbel am Ufer Berlin (online bis 7.5., 19:59) – um 20 Uhr Gemeinsames Gucken und Livechat auf nachtkritik.de

Die Nachtkritik zur Premiere von "Chinchilla Arschloch, waswas" am 11. April 2019

 

8. Mai 2020

Ab 20 Uhr: Stream "The Vacuum Cleaner" von den Münchner Kammerspielen, Regie: Toshiki Okada (online bis 9.5., 19:59) – um 20 Uhr Gemeinsames Gucken und Livechat auf nachtkritik.de

Die Nachtkritik zur Premiere von "The Vacuum Cleaner" am 12. Dezember 2019

 

9. Mai 2020

18 Uhr: Gespräch Systemcheck – Nicht Corona ist die Krise mit Thomas Oberender und dem Kurator Ibou Coulibaly Diop

20 Uhr: Jury-Abschlussdiskussion mit den sieben Kritiker*innen der Theatertreffen-Jury: Margarete Affenzeller, Cornelia Fiedler, Wolfgang Höbel, Georg Kasch, Andreas Klaeui, Shirin Sojitrawalla, Franz Wille; Moderation: Christine Wahl – Gemeinsames Gucken und Livechat auf nachtkritik.de

 

 

Theatertreffen virtuell
vom 1. bis 9. Mai 2020
auf nachtkritik.de und auf der Website der Berliner Festspiele
www.berlinerfestspiele.de

 

 

Kritikenrundschau

Zum Start des Theatertreffens resümiert die Berliner Theaterleiterin Shermin Langhoff in 3sat Kulturzeit (30.4.2020) die Corona-Krisen-Situation und kritisiert die Profilierungskämpfe über die Pandemie.

"Das Fiepen, mit dem 'Hamlet' beginnt, würde sicherlich an den Nerven zehren, säße man jetzt tatsächlich im Parkett des Festspielhauses", so Fabian Wallmeier im rbb (4.5.2020). Die Kraft, mit der es einen möglicherweise in die Inszenierung hereinziehen würde, wenn man ihr im Theatersitz ganz ausgeliefert wäre, irritiere Zu Hause nur ganz leicht, lasse sich bestenfalls erahnen. Und so auch, dass "Sandra Hüller als Hamlet und Gina Haller als Ophelia hier echte Gala-Vorstellungen abliefern oder dass der Kontrast zwischen dem aseptischen Bühnenbild und dem tiefwühlenden Drama eine produktive Reibung erzeugt". So richtig und wichtig es sei, dass die Berliner Festspiele das ausgefallene Theatertreffen nicht einfach ignorieren, so interessant auch einige der Panels sein mögen: "Was als Ersatzangebot für das Theatertreffen sicher gut gemeint ist, lässt unterm Strich leider umso schmerzlicher die Leerstelle spüren, die Theaterliebhaber seit Mitte Ende März spüren." Zu einer verabredeten Zeit an einem verabredeten Ort zusammenzukommen, auf engem Raum ohne Selbstablenkungsgefahr zusammen mit den Performer*innen ein immer wieder anderes Gemeinschaftserlebnis zu produzieren: Das fehle - und es ist durch nichts ersetzbar.

"Diesmal unberlinerisch und virtuell: Aber allein wenn man Johan Simons 'Hamlet' vom Bochumer Schauspielhaus sieht, wird einiges geboten", schreibt Judith von Sternburg in der Frankfurter Rundschau (4.5.2020). Die fitte Film-Regie fange vieles ein, eine "in der Tat treffliche Aufzeichnung von 3sat, erstellt zu einem Zeitpunkt, als schon kein Publikum mehr dabei sein durfte. Die Kameras geben jetzt die Möglichkeit, praktisch mit auf der Bühne zu sein." Videodiskussionen, Theatertreffen-Nachgespräche, Ensemblemitglieder, Jurorinnen, Moderatoren sitzen daheim und reden gut sortiert und aufmerksam, "das Disziplinierende solcher Zusammenschaltungen ist lästig für die Beteiligten, beim Zuhören ist es eine Freude, vor allem diese Bündigkeit, dieses Zur-Sache-Reden."

In der Süddeutschen Zeitung (6.5.2020) schreibt Christine Dössel übers virtuelle Theatertreffen – streamingskeptisch.

Im Tagesspiegel (6.5.2020) resümiert Patrick Wildermann das bisherige Digital-TT-Geschehen und sieht die Bühnenlandschaft am Scheideweg.

 
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