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Weshalb ich Achille Mbembe für einen Vortrag bei der Ruhrtriennale eingeladen habe

von Stefanie Carp

7. Mai 2020. Die drei Kölner Vorlesungen von Achille Mbembe im vorigen Juni in brechend vollen Sälen vor Tausenden junger Menschen, mit denen er bis Mitternacht diskutierte, die ihn nicht gehen lassen wollten, waren eine große Beglückung und Bereicherung. Am dritten Abend verabschiedete er sich schon um 22 Uhr etwas erschöpft: And now we go to dinner.
Hätte sich in diesen Sommerabenden in Köln irgendjemand vorstellen können, dass der gleiche Mann kein Jahr später wegen eines für Bochum angekündigten Vortrags öffentlich in Stücke gerissen würde.

Der weltweit anerkannte Historiker und Philosoph Achille Mbembe, der aus Kamerun stammt und in Johannesburg lehrt – und in Deutschland mit dem Geschwister Scholl Preis, dem Ernst Bloch Preis, dem Preis der Gerda Henkel Stiftung ausgezeichnete wurde –  war eingeladen, bei der Ruhrtriennale 2020 den Vortrag Reflections on Planetary Living zu halten.

Thema ZWISCHENZEIT

Ich habe Achille Mbembe seit dem Erscheinen seines Buchs Kritik der schwarzen Vernunft intensiv verfolgt. Sein Ansatz, das koloniale Projekt als Bedingung für die Stabilisierung des globalen Kapitalismus zu denken, und die Fortsetzung des Kolonialismus in den Ausgrenzungspraktiken von rassistisch erniedrigten Menschen zu sehen, waren beunruhigende und erhellende Themen.

In vieler Hinsicht schienen mir Achille Mbembes Ausführungen über den Rassismus in den liberalen Demokratien, über Migration und den neuen Kapitalismus der Ausgrenzung ein wichtiger theoretischer Rahmen für die inhaltlichen und künstlerischen Kriterien meiner Programmierung.

Mit dem Thema ZWISCHENZEIT, das ich für die drei Jahre der Ruhrtriennale unter meiner künstlerischen Leitung gesetzt hatte, versuchte ich, eine künstliche Zeit der Kunst auszudrücken, in der wir uns der Notwendigkeit der Veränderung aller unserer Lebensverhältnisse bewusst werden.

Ich hatte die Stimmen des globalen Südens in den Fokus nehmen wollen und aus ihren jeweiligen Perspektiven, Fragen nach den Menschenrechten für alle Menschen, nach dem Selbstverständnis von Europa, nach dem Abgeben und nach einer transnationalen Gerechtigkeit stellen wollen. 

Reparieren und Teilen

Im Epilog von Achille Mbembes Hauptwerk "Kritik der schwarzen Vernunft" stehen die Sätze: "Die Welt wird daher keinen dauerhaften Bestand haben, wenn die Menschheit sich nicht der Aufgabe annimmt, die Lebensnerven, wie man sie nennen könnte, anzulegen. (…) So lädt uns die Arbeit des Reparierens und der Reparation dazu ein, auf die Idee des Lebens als unvergängliche Form zurück zu kommen. (…) Es gibt nur eine Welt, und auf die haben wir alle ein Anrecht. Diese Welt gehört uns allen gleichermaßen, und wir alle sind ihre Miterben, auch wenn wir nicht in derselben Weise darin leben." Der Gedanke des Reparierens und des Teilens wie ihn Mbembe hier entfaltet, hat mich seit sechs Jahren, als ich ihn das erste Mal las, beschäftigt.

Genau darüber hätte Achille Mbembe bei der Ruhrtriennale sprechen wollen: über die planetarische Perspektive, wie alle Lebewesen diese Welt miteinander teilen und wie wir unsere Gesellschaften reparieren wollen. Er schlägt vor, lieber darüber nachzudenken, was uns verbindet, statt darüber, was uns trennt.

JahrhunderthalleBochum 780 Joerg Brueggemann Ostkreuz Ruhrtriennale uDie Bochumer Jahrhunderthalle, wo Achille Mbembe seine Rede gehalten hätte
© Jörg Brueggemann / Ostkreuz / Ruhrtriennale

Ich hatte Achille Mbembe in verschiedenen Kontexten getroffen. Als er 2017 das Festival Theater der Welt in Hamburg mit einem fulminanten Vortrag in eröffnete, dachte ich mir, dass ich ihn nun leider zu meiner ersten Ruhrtriennale 2018 nicht einladen konnte. Als er im letzten Frühsommer am Düsseldorfer Schauspielhaus über das Menschenrecht, sich zu bewegen sprach und wenig später die drei großen Vorträge an der Kölner Universität hielt, erschien mir ein weiterer Auftritt in NRW nicht originell. In meinem letzten Jahr wollte ich mir und unserem Publikum die Einladung dieses Denkers, der die Inhalte des Programmes so produktiv gerahmt hätte, nicht versagen.

Ich stellte mir vor, all die jungen Leute, die ihm in Köln zugehört hatten, wären nach Bochum gekommen. Ich hatte mit dem Vorwurf gerechnet, er sei schon zu oft in der näheren Umgebung gewesen. Dass man eine Einladung an Achille Mbembe als "Provokation" werten würde, dass man Achille Mbembe als "Israelhasser" und Antisemiten bezeichnen würde, hätte ich mir nicht albträumen lassen. Denn die Themen Israel, Naher Osten, auch Holocaust werden in Mbembes Büchern so gut wie kaum berührt. Er hat keine BDS Aufrufe unterschrieben und ist mit anderen Fragestellungen beschäftigt. 

Was geschah

Es begann damit, dass der FDP Abgeordnete Lorenz Deutsch am 23. März 2020 einen offenen Brief an mich schrieb, in dem er behauptete, antisemitische Gedankengänge und Formulierengen bei Achille Mbembes nachweisen zu können. Er bezog sich auf zwei verkürzte aus den Zusammenhängen gerissene Zitate aus dem zweiten Kapitel des 2016 (dt. 2017) erschienenen Buches Politik der Feindschaft und auf unseren Ankündigungstext über das gerechte Teilen des Planeten, was ihn habe "den Atem stocken lassen". Ich erklärte ihm, warum ich Achille Mbembe einlud, worüber er sprechen würde, dass der Antisemitismus Verdacht nicht begründet sei. Meine Antwort wurde nicht veröffentlicht.

Verschiedene lokale Journalist*innen wiederholten dann unüberprüft die gleichen Vorwürfe, stellten Fragen an mich und an Achille Mbembe, die jeweils beantwortet wurden. Dann sprach der Antisemitismus Beauftragte der Bundesregierung Felix Klein sein Urteil, mit Hinweis auf die Zitate aus dem Brief des FDP Abgeordneten. Die Diffamierungskampagne, die nun folgte, war unvergleichlich, und wurde um so erbitterter geführt, je dünner die Argumente waren.

Es ist dazu zu sagen, dass in Achille Mbembes Werk von mehreren tausend Seiten das Thema Israel überhaupt nur in wenigen Absätzen berührt wird. Bei den inkriminierten Texten handelt es sich um zehn Zeilen aus dem Buch "Politik der Feindschaft".

Die Bücher

"Politik der Feindschaft" (2017) ist eines von vier bislang in deutscher Sprache erschienenen Büchern Achille Mbembes, dessen Hauptwerk "Die Kritik der schwarzen Vernunft" (2013, dt.2014) heißt. Zu nennen wären außerdem Ausgang aus der langen Nacht (2010, dt.2016), der Aufsatz Die Postkolonie (2000, dt. 2016) und der Essay "Die Welt wird schwarz" (2016).

In seinen Büchern und Aufsätzen analysiert Mbembe in der Nachfolge von Frantz Fanon und Aimé Césaire die Geschichte der Kolonisierung und Dekolonisierung des afrikanischen Kontinents und die Genese und den Mechanismus des Rassismus als Voraussetzung des kolonialen Projekts und des Kapitalismus. Der Kolonialismus und Rassismus, der den Menschen zur Ware machte, sind in Mbembes Analyse, dem Kapitalismus eingeschrieben und somit auch immer, die dunkle Unterseite der liberalen Demokratie. In seinen Reflexionen über das Schwarz Werden der Welt beschreibt er, wie im modernen Kapitalismus immer mehr Menschen, einem ethnischen oder sozialen Rassismus zum Opfer fallen, ausgegrenzt, eingesperrt, zu Überflüssigen erklärt und sich selbst überlassen werden. Giorgio Agamben spricht von der Reduktion auf das nackte Leben.

In "Politik der Feindschaft" widmet er sich dann dem Widerspruch der liberalen Demokratien des Westens, die, so seine These, die Ausgrenzung eines Teiles der Menschen, die an dieser Demokratie nicht teilhaben dürfen, in sich tragen bzw. auf dieser Ausgrenzung basieren. Das ausgegrenzte Andere habe früher den Namen Neger und Jude getragen, heute hieße es auch Muslim, Araber, Flüchtling. Er beschreibt die psychologisch-sozialen und ökonomischen Mechanismen des Ausgrenzens und nennt verschiedene Beispiele von heutiger Segregation, an denen sichtbar wird, wie es im Kapitalismus mit den Menschen gemeint ist. Er nennt insbesondere die Grenz- und Migrationsregime, die Flüchtlingslager, die modernen Stadtentwicklungen mit ihren abgeschlossenen Vierteln der Armut, die palästinensischen Wohngebiete in den von Israel besetzten Gebieten mit ihren Checkpoints. 

Die Kampagne

Es sind genau jene Passagen, in denen Achille Mbembe die palästinensischen Wohngebiete als Beispiel für Segregation und für sehr moderne Überwachungstechnik beschreibt, aus denen der FDP Abgeordnete in seinem Brief zitiert, und die seit Wochen mit Lupen und Röntgengeräten abgesucht werden nach Beweismaterial.

Der Antisemitismus Beauftragte der Bundesrepublik Felix Klein sprach früh sein Urteil, ohne die Vorwürfe zu überprüfen und ohne sich zumindest um Sachkenntnis zu bemühen. Darf der Antisemitismus Beauftragte ohne Begründung urteilen? Schreibende Helfer*innen sollten oder wollten in der Folge beweisen, dass er Recht hatte. An der Kampagne des erschreckend an der Kampagne des Diskreditierens und der Verleumdung war der kaum verhüllte Rassismus und das geringe Interesse an dem, was der Beleidigte und Beschädigte tatsächlich geschrieben und gesagt hatte.

Sein in der Wochenzeitschrift DIE ZEIT abgedrucktes Statement, verhallte auf Seiten seiner Gegner*innen ungehört. In den vermeintlich seriösen Auseinandersetzungen seiner Ankläger wurden scheinbare Textanalysen betrieben, indem Teile aus Sätzen Mbembes mit Teilen anderer Sätze aus anderen Kontexten, sogar anderen Kapiteln zu wilden Collagen gefügt wurden, die dann einen Gedankengang suggerieren sollten, mit dem man den Antisemitismus oder "Israelhass" des Verfassers beweisen wollte.

Diese Methoden sind missbräuchlich. Es wurden auch suggestive Behauptungen aufgestellt: Warum bedeutet es nach Ansicht einiger Ankläger*innen eine Relativierung des Holocaust, wenn man "das Apartheid Regime in Südafrika und – in einer ganz anderen Größenordnung und einem anderen Kontext – die Vernichtung der europäischen Juden" als zwei verschiedene "emblematische Manifestationen" eines "Trennungswahns" bezeichnet, wobei der Autor "Trennungswahn", die fanatische Segregation, zuvor ausführlich erläutert hat? Selbst der einzige der Kritiker*innen, der sich auf das Werk einließ und es zu kennen schien, fragte, warum denn Achille Mbembe bei BDS Anhänger*innen so beliebt sei.

Woher weiß er das? Was will er den Leser*innen damit suggerieren? Dass alle Denker*innen aus dem Gebiet der Postkolonialen Wissenschaften BDS Aktivist*innen sind? Dass Achille Mbembe eben doch BDS unterstützt, dies aber öffentlich "bestreitet"? Wenn ich mich nicht täusche, betrachtet Mbembe sich noch nicht einmal als Theoretiker der Postcolonial Studies. Und warum sollte er es nötig haben, BDS Unterstützung, sollte er sie hegen, zu bestreiten?

Es gab und gibt auch viele sehr kluge Verteidiger*innen in diesem Streit. Sie argumentieren. Sie diskutieren. Sie machen keine Kampagne. Warum sind diese Stimmen immer viel leiser? Warum ist das Vorurteil, die grobe Behauptung, die Verleumdung so laut?

Wenn es die ursprüngliche Absicht der Intrige war, nachzuweisen, dass eine Einladung an Achille Mbembe gegen den NRW-Beschluss verstieß, nachdem man BDS Vertretern in NRW keine Bühne bietet, war sie gescheitert. Denn Achille Mbembe hat keine BDS Aufrufe unterschrieben. Das bestätigte sogar Felix Klein. Um so heftiger wird es bis heute dennoch behauptet, oder nach sogenannter "geistiger Nähe" gesucht.

Warum und woher dieser fanatische Eifer zur Destruktion? 

Die unbeantwortete Frage

Schließlich haben die Suchmaschinen doch etwas gefunden, das Mbembes Gegner wie eine Trophäe bejubeln. Es ist ein Kommentar von 2015, nicht innerhalb seines Werkes und nicht auf Deutsch erschienen, im Sammelband einer Schriftenreihe aus dem universitären Kontext, in dem verschiedene südafrikanische Beiträger*innen, u.a. Achille Mbembe, sich zur Besatzungspolitik Israels äußern. Der Sammelband steht im Zusammenhang einer offenbar immer wieder neu geführten Debatte in den südafrikanischen Universitäten über deren Verhältnis zu bestimmten israelischen Universitäten.

Angeblich sei der Herausgeber des Bandes ein Unterstützer der BDS Kampagne, wird behauptet. Selbst wenn das stimmen sollte, bewiese es noch lange nicht, dass auch Achille Mbembe BDS Unterstützer ist. Der Ton des Beitrages von Mbembe ist, zumal für einen akademischen Kontext sehr zornig, und offenbar aus einem bestimmten Anlass geschrieben. Mbembe sagt dort, dass er die israelische Besatzungspolitik für den größten Skandal dieses Jahrhunderts hält. Das ist eine polemische und wie alle Polemik nicht angemessene Aussage. Er sagt in diesem Text allerdings auch, dass der Staat Israel selbstverständlich geschützt werden muss. Kann eine Polemik, geschrieben in einem Kontext, den wir nicht nachvollziehen können, Beweis genug für "Israelhass" eines Autors sein, der sich in seinem gesamten Werk für Israel gar nicht interessiert?

In dieser Phase des Inkriminierens stellt sich nun eine unbeantwortete und emotional hoch besetzte Frage: Darf ein aus Kamerun stammender Wissenschaftler, der seit 20 Jahren in Südafrika lehrt, einen anderen Blick auf Israel haben als wir Deutsche?
Das ist eine notwendige, eine zu diskutierende Frage. Wir Deutschen nehmen Israel als Staat der Opfer wahr, der gegründet wurde, um den von uns Verfolgten Schutz zu gewähren. Für Menschen aus dem globalen Süden ist Israel ein Staat des Westens. Dürfen wir Menschen mit kolonialen Erfahrungen und Wahrnehmungen aus anderen Teilen der Welt Antisemitismus vorwerfen, wenn sie Israels Regierung kritisieren? Dürfen wir dann Künstler*innen und Intellektuelle aus arabischen Ländern insgesamt nicht mehr nach Deutschland einladen?

Die Diskussion

Es hat sich nach der primitiven Phase der Attacke aus der unbeantworteten Frage eine Debatte entwickelt, in der vieles schon lange Überfälliges diskutiert wird. Wie wird Israel im Rahmen der Postcolonial Studies gesehen? Wird in diesem Rahmen zwischen Antisemitismus und Rassismus zu wenig differenziert? Da gibt es blinde Flecken auf allen Seiten. Deshalb sind das sehr wichtige Fragen.

Jedoch staune ich, wie weit sich diese notwendige Debatte weg bewegt hat von dem, was Achille Mbembe tatsächlich schreibt.
Aus Anlass Achille Mbembe wird auch von einigen, die ihn verteidigen, eine BDS Debatte geführt. Dabei interessiert sich Achille Mbembe doch gar nicht für BDS, und auch nur wenig für Israel. Es kommt in seinem Werk schlicht nicht vor. Es ist nicht sein Thema.

Wie Süchtige diskutieren viele scharfsinnige Menschen nun über berechtigte oder nicht berechtigte Israel Kritik anhand eines Autors, der über die Geschichte Afrikas und eine gemeinsame Welt der Zukunft nachdenkt. Würde er sich denn überhaupt als Vertreter Postcolonial Studies verstehen? Hält er deren Positionen nicht für überwunden? Er selber sagt: Wir sollten lieber darüber nachdenken, was uns verbindet, statt darüber, was uns trennt.

Aus falschen Unterstellungen ist eine richtige Diskussion entstanden. Auch wenn die mit Achille Mbembe nicht immer (und immer weniger) zu tun hat, wäre daran etwas Gutes, wenn die Diffamierung Achille Mbembes nicht so bitter wäre.

Was bedeutet der NRW Beschluss?

"Einrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen dürfen der BDS-Kampagne keine Räumlichkeiten zur Verfügung stellen und keine Veranstaltungen der BDS-Kampagne oder von Gruppierungen, welche die Ziele der BDS-Kampagne verfolgen, unterstützen."

Wenn dieser Beschluss des Landtages einen Sinn haben soll, müsste er juristisch klarer formuliert sein. So wie er derzeit ausgelegt wird, ist jede Leiter*in einer Institution verpflichtet, nicht nur die möglichen BDS Aktivitäten der eingeladenen Künstler*innen oder Intellektuellen zu recherchieren, sondern darüber hinaus auch alle etwaigen Äußerungen und Gedankengänge dieser Person, in gewisser Weise alles, was man gegen die Person verwenden könnte.

Ich staune, dass ich Naomi Klein nicht nur nicht einladen, sondern noch nicht einmal zitieren darf. Wenn wir beginnen, jeden Satz, jeden Text einer Künstler*in zu scannen und zu untersuchen, können wir kein produktives und offenes Arbeitsverhältnis mehr zu Künstler*innen haben. Die künstlerische Kommunikation, dazu gehört das Entwerfen und Realisieren eines Programmes und die künstlerische Mitarbeit an Produktionen, kann und darf sich nicht von politischen Partialinteressen in einer bestimmten lokalen Gegebenheit bestimmen lassen. Sie muss als ein autonomes Gebiet verteidigt werden. Das zu tun, ist unser Beruf.

Die gut gemeinte Verordnung erzeugt Denunziation, Diffamierung, Feindschaftlichkeit.

Welche Aggression hat sich hier um die Einladung von Achille Mbembe verselbstständigt? In einer maßlosen Rechthaberei sollte mit Verleumdungen und Unterstellungen einer der integersten und wichtigsten Denker unserer Zeit beleidigt und beschädigt werden.

Ich bin allen jenen sehr dankbar, die das nicht hingenommen haben.

 

 

Stefanie Carp 560 Daniel Sadrowski u© Daniel SadrowskiStefanie Carp ist Intendantin der Ruhrtriennale 2018 bis 2020. Die Literaturwissenschaftlerin begann Ende der 1980er Jahre als Dramaturgin am Theater Basel in der Ära Frank Baumbauer ihre Zusammenarbeit mit der Bühnenbildnerin Anna Viebrock und dem Regisseur Christoph Marthaler. Gemeinsam mit Marthaler leitete Carp von 2000 bis 2004 das Zürcher Schauspielhaus und übernahm anschließend die Schauspieldirektion der Wiener Festwochen. Darüber hinaus hatte sie u.a. eine Gastprofessur am Literaturinstitut Leipzig und war Chefdramaturgin der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. 

 

Mehr zum Thema: Presseschau zur Causa Ruhrtriennale und Achille Mbembe.