Die Jury-Abschlussdiskussion des Theatertreffens

9. Mai 2020. Das Berliner Theatertreffen, wie wir es kannten, fiel in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. Die Berliner Festspiele verlegen deshalb ihr Theatertreffen ins Netz. 6 von 10 der ausgewählten Aufführungen wurden gestreamt. Zum Abschluss gab es heute Abend die Jury-Abschlussdebatte mit den Mitgliedern der Theatertreffen-Kritiker*innenjury.

Zuvor, um 18 Uhr, machten der Leiter der Berliner Festspiele Thomas Oberender und der Kurator Ibou Coulibaly Diop einen Systemcheck - Nicht Corona ist die Krise. Sie betrachten die aktuelle Ausnahmesituation in ihrem Ist-Zustand und fragen: Wie kann Kultur einen gesellschaftlichen Wandel herbeiführen und wie kann eine globale Krise das Betriebssystem der Kultur verändern?

Der Start der Jury-Diskussion war um 20 Uhr. Hashtag #Theatertreffen.

20 NAC Stream Abschluss Anmo 

Die Jury des Berliner Theatertreffens 2020

(Die Jury-Mitglieder sind nach ihrem Standort im Bild von links nach rechts aufgeführt)

Wolfgang Höbel, geboren 1962 in Kaufbeuren. Studium der Neuen Deutschen Literatur und der Diplom-Journalistik in München, von 1985 an Musik- und Theaterkritiker bei der Süddeutschen Zeitung und bei Tempo, seit 1994 Kulturredakteur beim Spiegel.

Cornelia Fiedler, geboren 1978, studierte Ethnologie und Kulturjournalismus in München. Seit 2008 freiberuflich als Journalistin und Kritikerin tätig, u. a. für die Süddeutsche Zeitung, nachtkritik.de, Theater heute und das Münchner Feuilleton. Arbeitet zudem als Dozentin für Medienseminare und Kreatives Schreiben (sowohl an Universitäten als auch im Rahmen von gewerkschaftlicher Bildungsarbeit), als Ghostwriterin und Moderatorin. War 2015 Jurorin beim Körber Studio Junge Regie in Hamburg und von 2017–2019 im Auswahlgremium der Mülheimer Theatertage.

Georg Kasch, geboren 1979, studierte Neuere deutsche Literatur, Theaterwissenschaft und Kulturjournalismus in Berlin und München. Nach einem Volontariat in Nürnberg kehrte er 2010 nach Berlin zurück und ist seitdem Redakteur bei nachtkritik.de. Daneben schreibt er für Tageszeitungen wie die Berliner Morgenpost, Magazine wie Oper!, ZITTY und das Amnesty Journal und lehrt an Hochschulen in Berlin, München und Mainz. Er war u. a. Mitglied in der Jury für den Brüder-Grimm-Preis und für den Theaterpreis des Bundes.

Shirin Sojitrawalla, geboren 1968 in Freiburg im Breisgau, studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Komparatistik. Danach absolvierte sie ein Volontariat bei der F.A.Z. Seit dem Jahr 2000 ist sie als freiberufliche Kulturjournalistin für verschiedene Medien tätig. Hauptsächlich beschäftigen sie Theater und Literatur, mit Ausflügen in die bildende Kunst und ins Kino. Zurzeit arbeitet sie vornehmlich für nachtkritik.de, die taz, Theater der Zeit, die Frankfurter Rundschau, den Deutschlandfunk und die Wiener Zeitung. Zudem organisiert sie Festivals, führt Interviews und moderiert Lesungen.

Margarete Affenzeller, geboren 1971 in Freistadt/Oberösterreich. Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Wien. Seit 1997 feste Mitarbeiterin in der Kulturredaktion der österreichischen Tageszeitung der Standard, davon seit 2007 als Redakteurin mit Schwerpunkt Theaterberichterstattung. Mehrjährige Jurytätigkeit u.a. beim Nestroy-Preis sowie beim Ö1-Hörspielpreis. Korrespondentin für die Zeitschrift Theater der Zeit.

Andreas Klaeui, geboren 1960 in Basel, Studium der deutschen Philologie. Kulturredakteur beim Schweizer Radio SRF 2. Bis 2008 war Andreas Klaeui verantwortlicher Redakteur von du – Die Zeitschrift für Kultur, seither verfasst er Kritiken und Reportagen für verschiedene Medien, darunter die Neue Zürcher Zeitung, NZZ am Sonntag sowie deutsche Tageszeitungen, Rundfunk und Fachpublikationen wie nachtkritik.de und Theater heute. Seine Spezialgebiete sind Theater und klassische Musik, aber auch die Vermittlung von kulturellen Ereignissen und ihren Hintergründen aus dem französischen Sprachgebiet. Lebt in Zürich und Paris. Andreas Klaeui ist Stiftungsrat der Schweizerischen Goethe-Stiftung für Kunst und Wissenschaft und Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur.

Franz Wille, geboren 1960 in München. Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Anglistik, Dr. phil. 1982–1986 Dramaturg am Theater der Freien Volksbühne in Berlin (Intendant Kurt Hübner). Seit 1990 Redakteur der Zeitschrift Theater heute.

 

Die Auswahl des Berliner Theatertreffens 2020

(die erstgenannten sechs Arbeiten waren im Theatertreffen virtuell 2020 und im nachtkritikstream zu sehen)

Hamlet
Schauspielhaus Bochum, Regie: Johan Simons
Nachtkritik vom 15. Juni 2019

Anatomie eines Suizids
Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Regie: Katie Mitchell

Die Kränkungen der Menschheit
Eine Produktion von Anta Helena Recke mit den Münchner Kammerspielen in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer Berlin, Kampnagel Hamburg und Künstlerhaus Mousonturm, R: Anta Helena Recke
Nachtkritik vom 26. September 2019

Süßer Vogel Jugend
Schauspiel Leipzig, Regie: Claudia Bauer
Nachtkritik vom 6. April 2019

Chinchilla Arschloch, waswas
Konzept, Text und Regie: Heldgard Haug. Eine Produktion von Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt), Schauspiel Frankfurt und Rimini Protokoll in Koproduktion mit Westdeutscher Rundfunk und HAU Hebbel am Ufer Berlin
Nachtkritik vom 11. April 2019

The Vacuum Cleaner
Münchner Kammerspiele, Regie: Toshiki Okada
Nachtkritik vom 12. Dezember 2019

Eine göttliche Komödie. Dante Pasolini
Residenztheater München, Regie: Antonio Latella
Nachtkritik vom 22. März 2019

Der Menschenfeind
Deutsches Theater Berlin, Regie: Anne Lenk
Nachtkritik vom 29. März 2019

Der Mensch erscheint im Holozän
Schauspielhaus Zürich, Regie: Alexander Giesche
Nachtkritik vom 23. Januar 2020

Tanz. Eine sylphidische Träumerei in Stunts
Konzept, Performance und Choreografie: Florentina Holzinger
Eine Produktion von Florentina Holzinger in Koproduktion mit Spirit und Tanzquartier Wien, Spring Festival (Utrecht), Theater Rotterdam, Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt), Arsenic (Lausanne), Münchner Kammerspiele, Take Me Somewhere Festival (Glasgow), Beursschouwburg (Brüssel), deSingel (Antwerpen), Sophiensaele (Berlin), Frascati Productions (Amsterdam) und Theater im Pumpenhaus (Münster), asphalt Festival (Düsseldorf)
Nachtkritik vom 3. Oktober 2019

 

Die Festivalübersicht zum virtuellen Theatertreffen mit dem gesamten Online-Programm.

Unser digitaler Spielplan mit diversen Streaming- und Kulturangeboten online

Unterstützen Sie uns, damit wir weiterhin täglich Aufführungen streamen können.

Kommentare  
Theatertreffen: the Best?
That was the best German language theatre? Apart from Anatomy of a Suicide and the lead performance in Hamlet, that was a list of worthy, tedious, pretentious c*** (...)
Theatertreffen: Zustimmung
Thank you Al Portnoy, I agree
Theatertreffen: Peter Principle
Yes, sad but true. “Believing in the Possibility of the World’s Complete Renewal” from Pollesch/Hinrichs would have been a great consolation. But it was just too good, too high, too far for a mediokre taste- that list there has been just the latest proof of the Peter principle.
Kommentar schreiben