Theater sei leise

23. Mai 2020. Der Schweizerische Bühnenverband (SBV), der Schweizer Verband der technischen Bühnen- und Veranstaltungsberufe und der Verband Schweizerischer Berufsorchester haben ein neues Corona-Schutzkonzept für die Theater- und Musikbranche erarbeitet. Das melden Schweizer Medien wie Tagesanzeiger, SRF und Neue Zürcher Zeitung. Am 27. Mai will der Schweizer Bundesrat über weitere Lockerungsmaßnahmen zur Öffnung von Kinos, Konzerthäusern, Theatern und Kasinos entscheiden, die voraussichtlich ab dem 8. Juni 2020 greifen würden.

Das überarbeitete Schutzkonzept basiert auf Expert*innen-Empfehlungen und Messungen. Es sieht auf der Bühne vier Quadratmeter Platz pro Person vor. Aerosol-Messungen des Arbeitshygienikers Thomas Eiche in Basel hätten gezeigt, dass der Ausstoß von Tröpfchen und Aerosolen bei Blasinstrumenten gering sei. Auch Singen scheine nicht heikel zu sein. Problematisch sei allerdings "lautes Schreien" und "wütend lautes Sprechen".

Ferner sei direkter Körperkontakt bei Proben und auf der Bühne zu vermeiden, "Küsse und Berührungen im Gesicht sind nicht möglich." Für die Probenarbeit wird die Bildung von "kleinen, festen Teams" empfohlen. Deren Mitglieder sollten sich auch abseits der Bühne an strenge Richtlinien halten und die staatliche Contact-Tracing-App nutzen. Das Schutzkonzept führt darüber hinaus Hygiene-Maßnahmen hinter der Bühne en detail auf.

Für den Publikumsverkehr entwirft es drei mögliche Szenarien: Das vorsichtigste Szenario sieht zwei Meter Abstand zwischen den einzelnen Zuschauer*innen vor, was bedeuten würde, dass die Säle nur zu einem Viertel besetzt werden könnten. Die Expert*innen selbst favorisieren ihr zweites Szenario, in dem die Auslastung auf bis zu 70 Prozent gesteigert werden könnte: Weil Zuschauer*innen in Theatern und Konzertsälen auf ihren Plätzen sitzen blieben, alle in dieselbe Richtung schauten und in der Regel nicht sprächen, könnte es diesem zweiten Szenario zufolge genügen, wenn zwischen Personen, Paaren oder Familien jeweils nur ein Platz frei bleibt. Die volle Besetzung der Säle wäre als Szenario drei nur dann möglich, wenn alle Zuschauer*innen Schutzmasken trügen und sämtliche Kontaktdaten erfasst würden.

(Tagesanzeiger/ sd)

 

 

 

 
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