Bis die Impfung da ist

24. September 2020. Die New Yorker Metropolitan Opera sagt die gesamte Spielzeit 20/21 ab. Das verkündete Intendant Peter Gelb am Mittwoch. "Wir müssen auf eine für alle zugängliche Impfung warten, und es ist nicht wahrscheinlich, dass die vor dem nächsten Sommer kommen wird", sagt Gelb in einem kurzen Video, das die Oper per Twitter verbreitet. Die Branchenvereinigung der Broadway-Theater hatte bereits im Juli eine Wiedereröffnung der Broadway-Bühnen frühestens in 2021 verkündet.

MET 560 WikiDie "Met" in New York City © Ajay Suresh from New York, NY, USA, CC BY 2.0

Die "Met" ist seit Mitte März geschlossen, die etwa 1000 Vollzeit-Angestellten der größten Kultur-Institution der USA erhalten seit April kein Gehalt mehr, wie die New York Times berichtet. Peter Gelb zufolge ist geplant, Orchester, Chor und Verwaltungsangestellte bereits in der ausfallenden Spielzeit wieder zu bezahlen, falls die Gewerkschaften Tarifsenkungen zustimmten, "die es der Met erlauben werden, sich in der Zukunft von der Zwangspause zu erholen'". In ersten Reaktionen übten die künstlerischen Interessenvertretungen Kritik an dieser Ankündigung Gelbs und befürchteten langfristige Gehaltssenkungen. Andere Orchester in den USA haben allerdings der New York Times zufolge bereits in temporäre Gehaltseinbußen eingewilligt, zum Beispiel das Boston Symphony Orchestra, dessen Musiker*innen ein Jahr lang 37 Prozent weniger verdienen als bisher – danach werden ihre Gehälter per neuen Verträgen wieder aufs bisherige Niveau angehoben. Die San Francisco Opera halbiert die Gehälter ihrer Orchestermusiker*innen, ebenfalls für ein Jahr.

Um zumindest das Publikum bei Laune zu halten, kündigte Met-Intendant Gelb zusammen mit der Spielzeit-Absage bereits das Programm der nächsten Spielzeit 2021/22 an, die von Terence Blanchards "Fire Shut Up in My Bones" eröffnet werden soll, die erste Oper eines afroamerikanischen Komponisten an der Met. Außerdem soll u.a. Simon Stone "Lucia di Lammermoor" inszenieren. In der ausfallenden Spielzeit bietet die Oper weiterhin Streams aus ihrem Archiv an.

(New York Times / Metropolitan Opera / sd)

 
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