Ein ganz Großer (nicht nur) der späten DDR

Rudolstadt / Berlin, 24. Oktober 2020. Der Grafiker und Theaterkünstler Volker Pfüller ist am 23. Oktober 2020 nach langer Krankheit in Rudolstadt gestorben, wie seine Familie zusammen mit dem Theater Rudolstadt mitteilte. Pfüller gehörte zu den prägendsten deutschen Bühnenbildnern der Gegenwart, sowohl als Praktiker wie auch als Ausbildner an verschiedenen Kunsthochschulen. Er wurde 81 Jahre alt.

Volker Pfüller photo by Bettina PfüllerVolker Pfüller   © Bettina PfüllerVolker Pfüller, 1939 in Leipzig geboren, studierte in Berlin an der Fachhochschule für Angewandte Kunst sowie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Dort übernahm er 1990 die Leitung der Abteilung Bühnenbild und wurde 1992 zum Professor ernannt. 1990 wurde Volker Pfüller Gastprofessor für Illustration an der Kunsthochschule Kassel. Von 1997 bis 2005 war Pfüller als Professor für Illustration an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst tätig.

Laufbahn

Seine erfolgreiche Theaterlaufbahn als Bühnen- und Kostümbildner führte ihn unter anderem ans Deutsche Theater Berlin, das er in den 80er Jahren vorzüglich durch seine Bühnenbilder für die akklamierten Inszenierungen von Alexander Lang ("Dantons Tod", "Die Rundköpfe und die Spitzköpfe", "Herzog von Gothland", "Die Trilogie der Leidenschaft") und seine ausdrucksstarken Plakate maßgeblich prägte, an die Volksbühne Berlin, die Münchner Kammerspiele und das Thalia Theater Hamburg. Er arbeitete mit Regisseuren wie Adolf Dresen, Dieter Dorn, Alexander Lang, Thomas Langhoff und Alexander Stillmark zusammen.

Auszeichnungen

Viele seiner grafischen und bühnenbildnerischen Werke erhielten namhafte Auszeichnungen, unter anderem Beste Plakate der DDR, 100 Beste Plakate des Jahres, 1986 erhielt Pfüller den Kunstpreis der DDR sowie den Sonderpreis des Verbandes der Theaterschaffenden der DDR. Für sein Lebenswerk wurde er zuletzt 2019 auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis geehrt.

In den letzten Jahren verantwortete er am Theater Rudolstadt zusammen mit Alexander Stillmark eine Vielzahl an gemeinsamen Inszenierungen. Ihre letzte Arbeit – ein Abend mit Texten des bayrischen Kabarettkünstlers Gerhard Polt – feierte dort erst vor zwei Wochen, am 9. Oktober, Premiere.

(Theater Rudolstadt / wikipedia / jnm)

 

 
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