Alternativlos abgewickelt?

25. Oktober 2020. Um 25 Prozent möchte die Stadt Bamberg im nächsten Jahr die Mittel für Kultur kürzen. Das meldete der Bayerische Rundfunk. Grund für die Kürzungen seien die Mindereinnahmen und Zusatzkosten der Stadt aufgrund der Coronakrise.

"Massive Auswirkungen" auf Veranstaltungen würden diese Kürzungen haben, zitiert der Bayerische Rundfunk die Bamberger Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar. Betroffen seien Festivals, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen oder Theateraufführungen.

Das E.T.A-Hoffmann-Theater etwa soll im nächsten Jahr 2,5 Prozent weniger Geld erhalten. Die Intendantin, Sibylle Broll-Pape, könne damit Stellenstreichungen nicht mehr ausschließen. Sie rechnet mit 80.000 Euro weniger Etat für das Jahr 2021. Hinzu kämen Tarifsteigerungen bei den Personalkosten. Ab März waren am Theater keine Aufführungen mehr
möglich. Seit Oktober spielten die Schauspieler wegen der Hygiene-Auflagen vor einem kleineren Publikum und erzielten der Intendantin zufolge nur noch etwa ein Viertel der früheren Einnahmen.

Der Finanzreferent der Stadt Bamberg, Bertram Felix, spricht laut Bayerischem Rundfunk von einer "außerordentlichen Notsituation". Insgesamt 45 Millionen Euro fehlten aufgrund der Corona-Zusatzausgaben und Mindereinnahmen im Verwaltungshaushalt der Stadt Bamberg. Seine "Streichliste", die auch viele andere Bereiche in der Stadt betreffe, wird der Finanzreferent dem Stadtrat am kommenden Mittwoch zur Abstimmung vorlegen; eine Alternative zum Sparkurs sehe er nicht.

(Bayerischer Rundfunk / eph)

 
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