Freie voran

30. November 2020. Zürichs Stimmbürger*innen haben einem neuen Fördermodell für Tanz und Theater zugestimmt. Das berichtet unter anderem die Neue Zürcher Zeitung.

Mit 68 Prozent Ja-Stimmen wurde das Modell angenommen, so die Stadt Zürich. Vorgesehen sei im neuen Fördermodell mehr Flexiblität in der Mittelvergabe, was insbesondere der Freien Szene zugute kommen soll. Als neues Instrument ist eine Konzeptförderung geplant: Tanz- und Theaterinstitutionen können sich für eine sechsjährige, Gruppen sowie Einzelpersonen der Freien Szene für zwei- oder vierjährige Förderung bewerben, heißt es in der Abstimmungsvorlage der Stadt Zürich. Im neuen Fördersystem werde auch die unbefristete Unterstützung der vier Zürcher Ko-Produktionsinstitutionen – Gessneralle, Tanzhaus Zürich, Rote Fabrik und Zürcher Theater Spektakel – gestärkt, damit sie Projekte von Tanz- und Theaterschaffenden der Freien Szene besser unterstützen könnten.

Vorgesehen seien im Rahmen der Neuorganisation insgesamt 2,5 Millionen Schweizer Franken mehr an jährlichen Fördermitteln für Tanz und Theater in Zürich, wie der Direktor Kultur der Stadt Zürich, Peter Haerle, nachtkritik in einer E-Mail mitteilte.

Orientiert ist das Zürcher Modell an Projekt- oder Programmförderungen in Berlin, Frankfurt und Wien, schreibt die Neue Zürcher Zeitung. Über diese Vorbilder gehe es insofern hinaus, als in Zürich starke Anreize für Kooperationen zwischen Institutionen und Freien geschaffen würden. Möglich sei das Einreichen gemeinsamer Konzepte, zudem würden "manche Spielstätten über zusätzliche, zweckgebundene Gelder verpflichtet, die freie Tanz- und Theaterszene zu fördern". Zürichs Systemwechsel habe Signalwirkung, zitiert die NZZ den Kultur-Direktor Peter Haerle.

Erprobt hat ein ähnliches Modell wie das jetzt in Zürich beschlossene bereits die Stadt Basel, im Bereich der Orchesterförderung. Der erwünschte Effekt eines flexibleren und durchlässigeren Subventionssystems, in dem auch neue Akteur*innen Zugang fänden, sei dort erreicht worden, so die NZZ.

Erarbeitet wurde das neue Fördermodell von der Stadt unter Einbezug von rund 70 Vertreterinnen und Vertretern der Tanz- und Theaterszene. Eingeführt werden soll es Anfang 2024, im Sommer 2021 soll die erste Ausschreibung für die Konzeptförderung starten.

(Stadt Zürich / NZZ / eph)

 
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