Wofür es sich zu leben lohnt

Berlin, 4. März 2021. Die Schauspielerin Katharina Matz ist verstorben. Das gab das Deutsche Theater Berlin bekannt, wo sie bis zu ihrem Ableben noch immer regelmäßig gastierte.

1930 in Böhmen geboren, wurde Katharina Matz an der Schauspielschule in Magdeburg ausgebildet und ging für ihr erstes Engagement nach Greifswald. Ab 1954 war Katharina Matz während der Intendanz von Wolfgang Langhoff für vier Jahre im Ensemble des Deutschen Theaters Berlin, bis die Intendantin Ida Ehre sie 1958 an die Hamburger Kammerspiele holte. 1962 wechselte sie zu Willy Maertens ans Thalia Theater, wo sie insgesamt 49 Jahre zum Ensemble gehörte und u.a. mit Jürgen Flimm, Stephan Kimmig und Andreas Kriegenburg arbeitete. 2011 kehrte Katharina Matz nach Berlin zurück und spielte seither immer wieder als Gast am Deutschen Theater.

Innige Beziehung zu den Regisseur_innen

"Zu vielen Kolleg_innen verband sie ein freundschaftliches Verhältnis und ihre Beziehung zu den unterschiedlichsten Regisseur_innen war geradezu innig", schreibt Ulrich Khuon, der Intendant des Deutschen Theaters Berlin, in seinem Nachruf. "Katja Matz hatte die Fähigkeit Wege mitzugehen, nicht Bescheid zu wissen, einfach neugierig zu bleiben, auch auf Menschen." In Dea Lohers "Das letzte Feuer" habe Katharina Matz klar und einfach, jedoch ins Mark treffend die Ungeschütztheit der menschlichen Existenz verkörpert. "Vielleicht fand sie in einer kleinen wunderbaren Arbeit, einer der ersten von Lilja Rupprecht, zu der sie ab da eine tiefe Freundschaft verband, ihre Schlüsselrolle: Harold und Maude", heißt es weiter in Ulrich Khuons Nachruf. "Zart, selbstbestimmt und unerreichbar für das Urteil einer Gesellschaft zeigte sie uns, warum es sich zu leben lohnt."

Film und Fernsehen in DDR und BRD

Neben ihrem Theaterengagement war Katharina Matz auch in Film und Fernsehen zu sehen. 1954 gab sie bei der DEFA ihr Filmdebüt, in "Carola Lamberti – Eine vom Zirkus". Drei Jahre später wurde sie bereits in "Hotelboy Ed Martin" für ihre erste Hauptrolle besetzt. In der BRD war "Der Mann, der sich verkaufte" ihr erster Film, in dem sie an der Seite von Hildegard Knef, Hansjörg Felmy und Antje Weisgerber spielte. Zu sehen war sie auch in Fernsehfilmen und -serien wie dem Tatort oder der "SOKO"-Reihe. 2007 war sie Teil der TV-Verfilmung von Nicolas Stemanns Elfriede Jelinek-Inszenierung "Ulrike Maria Stuart", mit Susanne Wolff und Judith Rosmair in den Hauptrollen und Kolleg*innen wie Andreas Döhler, Peter Martens, Sebastian Rudolph oder Elisabeth Schwarz.

Zuletzt war Katharina Matz in Hekabe – Im Herzen der Finsternis in der Regie von Stephan Kimmig auf der Bühne des Deutschen Theaters zu sehen. Kurz vor Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020 probte sie noch für die Uraufführung von Das Herz der Krake von Nis-Momme Stockmann.

Im Alter von 90 Jahren ist Katharina Matz nun nach kurzer Krankheit verstorben.

(Deutsches Theater Berlin / Wikipedia / eph) 

 
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