Kampf der Intermittents

8. März 2021. Aus Protest gegen die coronabedingte Schließung der Kulturstätten halten etwa 50 Aktivist*innen das Pariser Théâtre de l'Odéon seit Donnerstag besetzt. Das berichten französische und Schweizer Medien wie zum Beispiel der Bote.

Das besetzte Odeon-Theater in Paris, März 2021Das Théâtre de l’Odéon 
© Vicent Isore via www.imago-images.de
Unterstützt wird die Aktion von der Snam-CGT, der Nationalen Union der Musikergewerkschaften Frankreichs. Gefordert wird die Öffnung der seit Ende Oktober geschlossenen Kulturstätten, sowie finanzielle Hilfe und Korrekturen der Arbeitslosenversicherung für die "Intermittents", freie Künstler*innen in den Bereichen Theater, Tanz, Oper, Konzert und Filmproduktion. Durch die langen Schließungen drohen diesen neue Probleme, weil vielen nun die für eine Unterstüzung erforderlichen Beschäftigungszeiten fehlen. Zuletzt hieß es allerdings, dass bis Ende August 2021 jeder Registrierte Unterstützung bekomme, auch wenn er die Mindeststundenzahl nicht erreicht hat.

Die Aktivist*innen fordern darüber hinaus auch, die Reform der Arbeitslosenversicherung für die Intermittents wieder rückgängig zu machen, so das Journal du Grand Paris.

Am Samstag wurde die Aktion durch hunderte Demonstranten unterstützt, die sich vor dem Theater versammelten. Abends besuchte die französische Kulturministerin Roselyne Bachelot die Spielstätte und sprach mit den Besetzer*innen.

Diese erklärten danach, dass man weitermache, bis konkrete Antworten erfolgten. Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es in Frankreich derzeit keine Öffnungs-Perspektive. Das Theatre de l'Odeon ist seit Jahrzehnten der Ort für Besetzungen und Proteste in Paris, zuletzt im Jahr 2016 als Künstler*innen sich gegen eine Reform des Arbeitslosenschutzes für freie Kulturschaffende wehrten.

(bote.ch / lejournaldugrandparis.fr / sik)

 

 
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