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Sprachkünstler mit "enzyklopädischem Wissen"

Darmstadt, 20. Juli 2021. Der österreichische Schriftsteller Clemens J. Setz erhält den Georg-Büchner-Preis 2021. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Die Akademie würdige damit einen "Sprachkünstler", der "mit seinen Romanen und Erzählungen immer wieder menschliche Grenzbereiche" erkunde. Bei Setz verbinde sich "Menschenfreundlichkeit" mit "einem enzyklopädischen Wissen und einem Reichtum der poetischen und sprachschöpferischen Imagination", heißt es in der offiziellen Begründung. Der Georg-Büchner-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und gilt als wichtigster Literaturpreis in Deutschland. Die Preisverleihung soll am 6. November in Darmstadt stattfinden.

Romane, Lyrik, Theater

Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren und studierte dort Mathematik und Germanistik. Er schreibt Romane, Erzählungen, Clemens J. Setz 2019 c Amrei Marie Eigenes Werk CCBY SA 4.0 uClemens J. Setz © Amrei-Marie, Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0Lyrik und Theaterstücke und arbeitet zudem als Übersetzer. 2008 wurde er mit der Novelle "Die Waage" zum Ingeborg-Bachmann-Preis eingeladen, wo er den Ernst-Willner-Preis gewann. 2009 und 2015 war er für die Romane "Die Frequenzen" und "Die Stunde zwischen Frau und Gitarre" jeweils für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" erhielt er 2011 den Preis der Leipziger Buchmesse. Zuletzt sind von ihm der Prosaband "Bot. Gespräch ohne Autor" (2018), die Erzählungen "Der Trost runder Dinge" (2019) sowie der Band "Die Bienen und das Unsichtbare" (2020) erschienen. Im vergangenen Jahr erhielt Clemens J. Setz den Kleist-Preis.


"Die Frequenzen" wurde 2016 in der Regie von Alexander Eisenach am Schauspielhaus Graz für das Theater adaptiert. Setz' jüngstes Theaterstück, "Flüstern in stehenden Zügen", hatte im Februar dieses Jahr Uraufführung als Theater-Live-Film an den Münchner Kammerspielen.

(Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung / jeb)