Kämpferische Eigenständigkeit

2. August 2021. Die Kurt Tucholsky-Gesellschaft vergibt den mit 5.000 € dotierten Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik an die Journalistin Mely Kiyak. Das gibt die Gesellschaft in einer Pressemitteilung bekannt. Kiyak erhält den Preis für ihr im Hanser Verlag erschienenes Werk "Frausein" und ihre Tätigkeit als Kolumnistin und Essayistin.

Mely Kiyak, geboren 1976, veröffentlichte mehrere Bücher und Essays, Theaterstücke und andere Texte. Für Zeit Online schreibt sie die wöchentliche politische Kolumne "Kiyaks Deutschstunde", für das Maxim Gorki Theater Berlin "Kiyaks Theater Kolumne". 2011 wurde sie mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet.

Zur Begründung der Preisentscheidung heißt es: "Kiyak arbeitet so konsequent streng an ihren Texten wie sie sich konsequent gegen Diskriminierung, Unrecht und politische Unverantwortlichkeiten ausspricht. In ihrem Schreiben erkennt man kämpferische Eigenständigkeit, als Frau, als Kind von Einwanderern, als Kind von Arbeitern, als politische Stimme. Kiyaks Stimme ist eine, die nicht allen gefällt. Weil Kiyak nicht allen gefallen, sondern provozieren will, um der Beseitigung von Ungerechtigkeiten näher zu kommen."

Der Jury gehörten an: Doris Akrap (Journalistin bei der taz), Zoë Beck (Autorin), Ulrich Janetzki (Literaturwissenschaftler, ehemals Leiter des Literatrischen Colloquiums Berlin), Stuart Parkes (Germanist) und Nikola Richter (Verlegerin und Autorin).

Der Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik wurde 1995 aus Anlass des 60. Todestages von Kurt Tucholsky  gestiftet. Alle zwei Jahre werden mit ihm engagierte deutschsprachige Publizist:innen oder Journalist:innen ausgezeichnet, die der 'kleinen Form' wie Essay, Satire, Song, Groteske, Traktat oder Pamphlet verpflichtet sind und sich in ihren Texten konkret auf zeitgeschichtlich-politische Vorgänge beziehen. Ihre Texte sollen im Sinne Tucholskys der Realitätsprüfung dienen, Hintergründe aufdecken und dem Leser bei einer kritischen Urteilsfindung helfen, so die Gesellschaft auf ihrer Website.

(Kurt Tucholsky-Gesellschaft / miwo)

 
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