meldung

Neue Stipendien für Künstlerinnen in Hessen

20. Dezember 2021. Zwei der erstmals verliehenen Ottilie-Roederstein-Stipendien des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst gehen an die Choreographin Joana Tischkau und an die Regisseurin und Dramaturgin Marie Schwesinger, beide Studentinnen der Hessischen Theaterakademie.

Wie die Hessische Theaterakademie mitteilt, hat das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst erstmals die Ottilie-Roederstein-Stipendien für in Hessen lebende oder arbeitende Künstlerinnen und kulturschaffende Frauen vergeben. Eines von zwei Hauptstipendien (dotiert mit bis zu 70.000,- €) und eines von drei Nachwuchstipendien (dotiert mit bis zu 40.000,- €) sind dabei an Studentinnen aus Studiengängen der Hessischen Theaterakademie vergeben worden.

Ministerin Angela Dorn hat die Preise am 17. Dezember 2021 in einer Feierstunde im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst an Joana Tischkau, Choreographin aus dem Masterprogramm für Choreographie und Performance der Justus-Liebig-Universität Gießen, sowie an Marie Schwesinger, Absolventin des Regiestudiengangs der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt sowie Masterstudentin der Dramaturgie an der Goethe-Universität Frankfurt überreicht.

Die Choreographin und Performancekünstlerin Joana Tischkau nimmt in Hessen eine wichtige künstlerische Position ein, indem sie sub- und populärkulturelle, theatrale und choreographische Formen mit analytischer Schärfe, aktivistischer Dringlichkeit sowie einer nicht zu unterschätzenden unterhaltsamen Leichtigkeit in die Diskursfelder von Rassismus, Feminismus, Populärkultur und Schwarzer Deutscher Identität einbringt. Die Jury zeigt sich überzeugt von Tischkaus künstlerischer Sensibilität und Kompetenz beim unermüdlichen Hinterfragen gängiger Darstellungsmuster, im Fall des geförderten Projekts YO BRO konventioneller weißer Familiendarstellungen.

Eines von drei Ottilie-Roederstein-Nachwuchsstipendien geht an die Regisseurin Marie Schwesinger. Die Jury zeigt sich überzeugt von Schwesingers ästhetisch-analytischer Auseinandersetzung mit zeitpolitischen und dokumentarischen Stoffen, welches sie im Rahmen des geförderten Projekts WERWOLFKOMMANDOS in Form einer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen des rechten Terrors in Deutschland und seiner Aufarbeitung in juristischen Verfahren unter Beweis stellen möchte.

Die Hessische Theaterakademie ist eine Einrichtung des Landes Hessen und bildet als solche ein Netzwerk zwischen Stadt- und Staatstheatern sowie ausgewählten Freie-Szene-Netzwerken in Hessen sowie den Studiengängen für darstellende Künste an der HfMDK Frankfurt am Main, Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Gestaltung Offenbach, Dramaturgie an der J. W. Goethe-Universität in Frankfurt am Main sowie mit dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Vielfältige Querverbindungen unter den Sparten der darstellenden Künste und studentische Projekte an den Theatern eröffnen den Studierenden neue Möglichkeiten, sich auf die Komplexität ihrer künstlerischen Laufbahn vorzubereiten. Als ‚Akademie von unten‘ basiert sie nicht nur auf der offenen und immer enger werdenden Zusammenarbeit der Lehrenden und Theaterleitungen, sondern auch auf den vielen Initiativen der Studierenden des Studien- und Produktionsverbunds.

(www.hfmdk-frankfurt.de / jnm)

mehr meldungen

Kommentare

Kommentar schreiben