Medienschau: Neue Musikzeitung – Streaming als Lockdown-Phänomen

Zu teuer?

Zu teuer?

3. Januar 2022. Roland H. Dippel fragt in der Neuen Musikzeitung, ob durch "Streamings von altvertrauten Konzertformaten" in der Spielzeit 2020/2021 "neue Besuchergruppen für die Kulturorchester" erschlossen werden konnten?

Die Umfrage unter zwölf "klassischen" Orchestern und einem großen Festspielunternehmen enthielt "Fragen über Effizienzen der Streaming-Angebote nach den ersten beiden Lockdowns", den "Einfluss von Streaming auf die Kartennachfrage in der Spielzeit 2021/22", das "Erschließen neuer Besuchergruppen für physische Konzerte, Publikumsreaktionen, weitere Digitalisierungsprojekte und Konsequenzen des Streamings für die analoge Präsenz". Neben "drei aussagekräftigen Zuschriften" habe es eine "Reihe von Absagen mit mehr oder weniger plausiblen Gründen" gegeben, dafür, "warum man bis Ende der ersten November-Woche nicht antworten könne".

In seiner Auswertung der erhaltenen Angaben schreibt Dippel: "Keine einzige Antwort aus den Orchesterbüros wiederholt oder erweitert die Beschwörung einer goldenen digitalen Zukunftsfähigkeit der Bühnensparten, wie sie während der beiden Lockdowns von vielen Seiten zu hören war". Das lasse sich nur damit erklären, dass "Klickzahlen und Einschaltquoten bei den meisten Orchestern weit hinter den Erwartungen zurückblieben. Mehrere Orchester- und Theaterleitungen gaben in anderen Kontexten als diese Befragung ein Missverhältnis zwischen den Einnahmen aus den Streamings im Vergleich zu den Kosten der Produktion und Medienkooperationen zu". Intendant Bernd Loebe etwa habe im Sommer 2021 gesagt, dass er "aus Kostengründen die Streaming-Angebote der Oper Frankfurt während eines normal laufenden physischen Spielbetriebs nicht fortführen werde. Der finanzielle Aufwand für Produktion und Präsentation würde auf Dauer die wirtschaftlichen Kapazitäten sogar der großen Opern- und Konzerthäuser sprengen".

(jnm)

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