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Fonds DaKü sieht Förderung der Freien Szene gefährdet

6. Juli 2022. Die Haushaltsaufstellung des Bundeskabinetts vom 1. Juli 2022 sieht die Streichung von Fördermitteln für die Freien Darstellenden Künste vor. Förderungen sollen auf Vor-Pandemie-Niveau zurückgesetzt werden. Dies gibt der Fonds Darstellende Künste in einer Presseaussendung bekannt.

Der Fonds sieht perspektivisch unter anderem eine Nicht-Fortführung wichtiger Förderprogramme und Einsparungen von 95 Prozent im Vergleich zu den Jahren 2020 bis 2022. Die angesichts der Corona-Pandemie und im Rahmen des Förderprogramms NEUSTART KULTUR angestoßenen reformierten Programmlinien können mit den vorgesehenen Mitteln nicht im Ansatz fortgeführt werden, kritisiert die Institution. Auch weitere für die Ermöglichung und Absicherung von Projekten der Freien Darstellenden Künste benötigte Programmlinien seien gefährdet. Insbesondere bedeute die Haushaltsaufstellung für den Fonds, seine Konzeptionsförderung als mehrjähriges Förderinstrument seit 2009 nun erstmalig auszusetzen. Damit sei auch die Nachhaltigkeit des Programms NEUSTART KULTUR gefährdet.

Ausgehend von den rund 160 Millionen Euro Pandemiemitteln in den Jahren 2020 bis 2022 wurde für den Fonds Darstellende Künste für 2023 ff. ein Haushaltsansatz von 16,5 Millionen Euro angestrebt. Im Gegensatz zu den Vorjahren stellt die vom Kabinett beschlossene Haushaltsaufstellung die Positionen für die Bundeskulturfonds nicht aufgeschlüsselt dar. Laut Fonds DaKü lassen die eingestellten Summen den Schluss zu, dass der Haushalt trotz der engen Abstimmung mit den Fachbereichen sowie den Bundesländern lediglich 2 Millionen Euro vorsieht. Dies ist eine Summe, die der Fonds als Regelförderung zuletzt in 2019 zur Verfügung hatte. Eine Fortführung der aktuellen Programmlinien in 2023 könne laut Fonds vor dem Hintergrund der aktuellen Haushaltsentwicklungen nicht gewährleistet werden.

Eine Initiative freier darstellender Künstler:innen hatte im Frühjahr in einem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Claudia Roth auf die mit einer solchen Kürzung verbundenen Gefahren hingewiesen und an die im Koalitionsvertrag der drei Regierungsparteien SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP festgeschriebenen Versprechen zur Stärkung der Freien Darstellenden Künste erinnert. An die Kulturstaatsministerin wurde bei der Verleihung der Tabori Preise 2022 eine von 1.200 Künstler:innen unterzeichnete Petition übergeben, in der "die gestärkte Weiterführung von Förderangeboten seitens des Bundes" für die Freien Darstellenden Künste gefordert wird. Claudia Roth hat eine halbjährige Verlängerung von NEUSTART KULTUR bewirkt und wird hier kurzfristig in 2022 noch weitere Mittel zur Verfügung stellen. Dieses Programm ist jedoch zeitlich bis zum 30. Juni 2023 begrenzt. Damit sind diese Fördermittel beinahe ausschließlich im Herbst des laufenden Jahres zu vergeben und ermöglichen kaum Förderausschreibungen in 2023.

"Mit besonderem Nachdruck unser dringender Appell, die in den letzten drei Jahren begonnene nachhaltige Stabilisierung der Freien Darstellenden Künste nicht zu verspielen", sagte Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Vorstandsvorsitzender des Fonds Darstellende Künste, angesichts der bevorstehenden Kürzungen.

(Fond Darstellende Künste / sdre) 

 

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